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Bei meinem Besuch zum Gates to Fusion Weekend Intensive in Paris Ende März 2014 (der bericht ist bereits im Hagalla Webmagazin erschienen) lernte ich Linda Faoro, die Tanzpartnerin von Anasma Vuong, kennen. Wie Anasma auch ist sie Tänzerin mit Leib und Seele gespickt mit jeder Menge Humor und hat darüber hinaus jede Menge italienisches Temperament.

Sie ist mit eines der Urgesteine in der Pariser Modern- und Jazz-Dance-Szene.
Von ihrem Charisma und ihrer Tanzkunst fasziniert bat ich sie um ein Interview.

Du tanzt von klein auf. Wie kamst du zum Tanz – was bewegte dich dazu, Tänzerin zu werden?

Bereits als kleines Kind von 2-3 Jahren war ich von Musik und Schauspielerei fasziniert und hatte meine erste Ballettstunde dann auch bereits mit 3 Jahren. Bis zum Alter von 16 erhielt ich eine klassische Ballettausbildung, wobei ich die Improvisation immer am meisten geliebt habe. Mit 16 Jahren dann choreographierte ich ein Musical für Kinder. Im gleichen Jahr begann ich eine dreijährige Ausbildung in zeitgenössischem Tanz, Jazz-Dance, Theaterschauspiel und Gesang an einer professionellen Tanzakademie, die dann durch eine zweijährige pädagogische Fortbildung ergänzt wurde. Abschließend erhielt ich mein staatliches Diplom als Tänzerin und Tanzlehrerin, begann, in meinem selbst entwickelten Format „Jazz New School“ zu unterrichten, und gründete 2000 das Ensemble "Jazz New School Company".

Nebenbei – seit meinem 6. Lebensjahr – spielte ich bereits Orgel und andere Musikinstrumente. Ich nahm an vielen Tanz-Castings und -Wettbewerben teil, seit ich 20 Jahre alt bin und wurde für viele TV-Shows gebucht.

Und wie begegnete Dir dann der orientalische Tanz und der Tribal bzw. Tribal Fusion?

Als ich etwa im gleichen Alter auf einer großen afrikanischen Veranstaltung als eine von 6 Choreografen gebucht war, traf ich dort auf eine Tänzerin aus Marokko. Ich war sofort von der Musikalität und der Weiblichkeit dieses Tanzes fasziniert. Zur gleichen Zeit erhielt ich über meinen damaligen Lebensgefährten, einen DJ, Kontakt zur Hip Hop Kultur.

Hip Hop ist eine sehr männlich dominierte Tanzkultur,  für mich als Italienerin nicht ganz einfach und daher eine Herausforderung, denn als Italienierin war ich dazu erzogen, die eigene Weiblichkeit ganz selbstverständlich offen und frei zu leben. Der orientalische Tanz war daher als Gegenpol zum Hip Hop ein guter Ausgleich. Als Erweiterung meines eigenen Repertoires führte der OT dann zu vielen Engagements in internationalen Tanzkompanien.

Tanztechnisch entdeckte ich insbesondere in den Isolationstechniken viele Gemeinsamkeiten und Parallelen zwischen den Tanzstilen Jazz, Hip Hop und Orientalischem Tanz, und so stellte ich mich der Herausforderung, mit diesen Elementen zu spielen, zu variieren, zu experimentieren. Meinen ersten Unterricht im OT gab ich September bis Dezember 2002 für das Französische Fernsehen, gefolgt von meinem ersten regulären Kurs ab 2003 im Studio Harmonic in Paris. Im selben Jahr gründete ich die Gruppe „Les Muses“ als mein orientalisches Ensemble.

Viele internationale Anfragen, insbesondere von libanesischen TV-Sendern, die mich 2004–2010 in verschiedenen Produktionen immer wieder als Choreografin buchten (u.a. „Album 5 / NBC-Channel, „Miss Libanon“ in 2007-2010, „Mission Fashion“ in 2008/9), führten allerdings dazu, dass ich den regulären Unterricht nach einiger Zeit wieder aufgeben musste.

Im Jahr 2005 gastierten die Bellydance Superstars in Paris. Dort sah ich auch die Tänzerin Rachel Brice zum ersten Mal und stellte fest, dass sie mit ihrem als „Tribal-Fusion“ bezeichneten Tanzstil den gleichen Weg ging wie ich, nämlich verschiedene Tanzarten miteinander zu verbinden und zu verschmelzen.

Du arbeitest seit längerer Zeit regelmäßig mit Anasma Vuong zusammen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit, wie lerntet Ihr euch kennen?

Anasma und ich trafen zum ersten Mal im ersten Belly-Fusion-Festival 2009 in Paris aufeinander und lernten uns eigentlich durch eine gemeinsame Schülerin näher kennen.

Ich selbst hatte bisher nie daran gedacht, mein Tanzkonzept mit einer anderen Tänzerin zu teilen, aber wir entdeckten viele Gemeinsamkeiten in unserer Art und Weise, mit dem Thema Tanz zu befassen. Anasma suchte für ihre interaktive Tanzshow “On your Marks, Get set, Dance!”/ “Avanti, Danziamo!”/”A vos boitiers, prets, dansez!” eine Mit-Veranstalterin, die bereits erwähnte gemeinsame Schülerin schlug mich vor, und so arbeiteten wir zum ersten  Mal zusammen.

2010 engagierte mich Amy Sigil von Unmata für das Tribal Umrah Festival in Nimes (Frankreich). Beide – Anasma und Amy Sigil – bestürmten mich, mein Format in den USA zu unterrichten, und so tourten Anasma und ich im gleichen Jahr in einer erfolgreichen 2-monatigen Tournee die Westküste Nordamerikas entlang. Seither verbindet uns eine tiefe Freundschaft.
Und wie entstand die Idee zum Gates to Fusion?

Die Idee zum „Gates To Fusion Weekend Intensive“ entstand im Jahre 2012. Anasma und ich suchten schon länger nach einer Möglichkeit intensiver Zusam- menarbeit in Paris. Wir haben allerdings beide das
Problem, daß wir als international gefragte Tänzerinnen sehr viel unterwegs sind. Daher ist ein regulärer Unter-richt in laufenden Kursen kaum möglich Die ideale Lösung war daher ein möglichst regelmäßig stattfin- dendes Wochenend-Intensiv-Workshop-Programm, welches unser gemeinsames Konzept, sich unbe- fangen und intensiv mit verschiedenen Tanzstilen auseinanderzusetzen, verwirklichen konnte.
Ziel der „Gates To Fusion“-Workshops ist es, basierend auf dem orientalischen Tanz einen Einblick in die Verbindung zu verschiedenen Tanzstilen zu bieten und darauf aufbauend eine Weiterentwicklung der eigenen individuellen tänzerischen Reichweite (sowohl im Repertoire als auch im Ausdruck) zu ermöglichen.
Das „Gates To Fusion“ gastiert am 19. & 20. Juli in Köln!

Als Teilnehmerin des letzten „Gates To Fusion“ Ende März in Paris von dem Konzept begeistert, entschloss sich Apsara Habiba, das „Gates to Fusion“ zu einem Wochenende mit Workshops und Open Stage nach Köln zu holen. Euch erwarten intensives Powertraining und jede Menge Spaß!

Homepage: www.lindafaoro.com
Linda und Anasma
Photo © Chris Ramirez
Photos, wenn nicht anders vermerkt, © Kyle Scott Ellis
“ICH LIEBE IMPROVISATION!“
Interview mit Linda Faoro
Paris, März 2014

von Apsara Habiba