Startseite/Aktuelles
zurück zu ma kuck'n
www.tribal-dance-academy.de
Homepage Maja:
Grafik und WebDesign: Konstanze Winkler
Photos © 1 Daniela Incoronato, 2 Konstanze Winkler, 3 Lea Schikora, 4 André Elbing, 6 Gert Wandel, 7 Sascha Funke
„MAJA MOBIL“ –
TANZUNTERRICHT AUF ACHSE

Interview mit Maja Bauermeister aus Berlin

von Konstanze Winkler



„Zurück zu den Wurzeln“, sagte sich Maja und hat sich kurzerhand von den 4 Wänden ihrer Berliner Tanzschule, der „Tribal-Dance-Academy“, getrennt.
Seit Mitte vergangenen Jahres ist diese nun einem modernen Konzept gewichen, dem Tanzunterricht „auf Achse“. In ihrem Interview erzählt uns die kreative und innovative Berlinerin wie es dazu kam und stellt uns ihr „Maja mobil“ vor.

Bevor wir auf Dein „mobiles Tanzstudio“ eingehen, erzähl uns doch bitte, wie du zum Orienttanz bzw. zum Tribal Fusion gefunden hast. Was fasziniert Dich daran am meisten, und woher nimmst Du die oft flippigen, außergewöhnlichen Ideen für Deine Kostüme und Choreografien?
Vor 20 Jahren bin ich während eines Ägypten-Urlaubs das erste Mal mit orientalischem Tanz in Kontakt gekommen. Ich war so fasziniert, dass ich mich bei meiner Rückkehr sofort auf die Suche nach Unterricht begeben habe. Heutzutage kannst du das an jeder Ecke finden, damals war es so, als ob du nach einer geheimen Sekte suchst
Es war eine wahnsinnig spannende Zeit, in der noch Musikkassetten wie eine Trophäe gehandelt und alle Kostüme von Hand genäht wurden. Zwar gab es damals auch Kostüme zu kaufen, aber nur mit BHs der Größe D. Ich musste mir immer Tennissocken reinstopfen. Die Szene veränderte sich mit den Jahren und da ich eh nie reinen orientalischen Tanz getanzt habe, war die erste Show mit Tribal Fusion, die ich gesehen habe, wie eine Offenbarung für mich. Ich wusste sofort, ich war angekommen. Mich fasziniert immer noch die Vielseitigkeit, die abwechslungsreiche Musik, die binnenkörperliche genaue Körperarbeit.

Meistens kommen die Ideen zu meinen eigenen Choreografien unter Druck. Die schlechtere Variante ist die, dass das Thema und das Kostüm in meinem Kopf sind, aber die Musik noch in monatelanger Kleinstarbeit gefunden werden muss. Die bessere Variante ist natürlich, wenn ich als erstes die Musik habe. Dann geht alles recht schnell. Es ist ein wunderbar erfüllendes Gefühl, wenn alles beisammen und alles stimmig ist.
Dein Tanzstudio die „Tribal Dance Academy“ hat seit Jahresmitte 2012 keine vier Wände mehr, sondern ist einem modernen Konzept gewichen, dem mobilen Tanzstudio. Warum hast du diesen Weg eingeschlagen und was hat sich jetzt dadurch für dich verändert?

Berlin ist ein schwieriges Pflaster. Vermieter haben wenig Verständnis für die Bedürfnisse kreativer Selbstständiger. Wie soll man ein Tanzstudio führen, wenn das Areal rund um die Uhr wie ein Hochsicherheitstrakt verriegelt wird und Schülerinnen keinen Zugang zum Studio erhalten.
Eigentlich bin ich wieder da angekommen, wo ich vor 15 Jahren angefangen habe: Mobiler Unterricht an verschiedenen Orten mit dem Ghettoblaster unter dem Arm. Den Ghettoblaster brauche ich allerdings nicht mehr, denn ich bin bei superschönen Studios zur Untermiete untergekommen und sehr warmherzig empfangen worden. Somit bin ich nicht all zu traurig, dass ich meine schönen Räume im Wedding nicht mehr habe.

Durch den mobilen Unterricht kann ich in verschiedenen (Berliner) Bezirken unterrichten. Da ich sehr loyale Schüler habe, war das unerwarteterweise kein Problem. Fast alle kamen mit und durch den Umzug, kamen auch viele Neue hinzu. Auch den Kinderunterricht an Schulen habe ich wieder aufgenommen, den ich im Wedding nicht mehr betreiben konnte.
Nach dreieinhalb Jahren Vermieterstress hatte ich keine Lust mehr auf Diskussionen und Erklärungen und wollte mich einfach wiederunabhängig fühlen. Nachdem ich nun zwei Studios komplett umgebaut und eingerichtet habe, erschien dieser Schritt nicht nur eine logische, sondern auch eine natürliche Alternative.
Wie dürfen wir uns dieses mobile Tanzstudio vorstellen? Kann man dich für Tanzunterricht in seinem eigenen Studio oder gar im eigenen Wohnzimmer engagieren?

Ja, ich werde von einigen Gruppen zum „Coaching“ und auch unregelmäßigen Unterricht oder Workshop gebucht, „Wohnzimmer“ mache ich eher nicht. Viel eher findet mein Unterricht dann in gesondert angemieteten Räumen statt.
Was bietest du an? Sind es Workshops, regelmäßiger Unterricht oder auch Projekte, die dann in einer Bühnen-Aufführung gipfeln?

Ja, eigentlich alles, der regelmäßige Unterricht und extra dafür ausgeschriebene Workshops enden dann in dem Studiofest, was einmal im Jahr im „LaLuz“, einem Theater in Berlin-Wedding statt findet. Dort sind wir schon seit einigen Jahren erfolgreich mit unserer Show Triballica zugange.
Betreibst du deine jetzt mobile „Tribal Dance Academy“ alleine, oder seid ihr ein Team und es unterstützen dich weitere Dozenten und Dozentinnen?

Die „Tribal Dance Academy“ betreibe ich zwar jetzt alleine, aber in Zusammenarbeit mit Josefine Wandel. Sie unterrichtet teilweise in den gleichen Räumlichkeiten Indian Fusion. Wie im alten Studio können die Schülerinnen durch Rabatte davon profitieren, wenn sie bei uns beiden Unterricht oder auch Nachholstunden nehmen.

Was ist deine Spezialität, welche Tanz-Genres unterrichtest Du?

Meine Spezialität sind getanzte Geschichten (zur Zeit z.B. eine Steampunk-Lovestory), die ich auch in meinen Unterricht einbringe. Ansonsten tanze ich zu allem, was mein Ohr erfreut und Bilder in meinem Kopf wachsen lässt.
Bist du mit „Maja mobil“ auch im europäischen Ausland unterwegs?

Nein, zur Zeit eher deutschlandweit...
Veranstaltest Du auch weiterhin Shows, wie vormals die Triballica und Orientallica?

Ja, und darauf freue ich mich ganz besonders, da sie jedes Mal eine große Herausforderung darstellen. Die Academy-Show ist einmal im Jahr der Höhepunkt für unsere Schüler. Darauf wird hingearbeitet. Und es ist jedes Mal eine tolle Show!

Die Triballica, früher Orientallica, ist der Höhepunkt für unsere Ensembles und Tribes: Majallah, Jobalientah und Mohak Devi. Eine wunderbare Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Altersgruppen und Charakteren, wo auch die einzelnen Mitglieder von Solis tanzen werden.Das  Showkonzept, Musik, Tanz und Gesang oder Akrobatik wurde sehr gut angenommen.

Die nächste
Academy Show findet am 12. Mai 2013
und die
Triballica am 29. September 2013
im
„LaLuz“, Berlin statt.
(Änderungen vorbehalten!)

Jedes Mal bevor die Show losgeht frage ich mich kopfschüttelnd, wieso ich mir das immer wieder antue. Die ganze Arbeit und die riesige Aufregung und das Lampenfieber. Aber danach, wenn die Show vorbei ist, weiß ich es: Die Zusammenarbeit mit den Tänzerinnen! Und es ist einfach ein großartiges Gefühl, alles auf der Bühne zu sehen, was vorher nur im Kopf vorhanden war!
Eure Maja
Maja Bauermeister
Maja als Unterwasser-Nymphe
Majas Tanzgruppe, die "Majallah Dance Company"
"Steampunk"- Maja
"Mohak Devi", die von Dozentin Josefine Wandel (links) ins Leben gerufene Tanzgruppe
"Jobalientah", ein weiteres Ensemble der Tribal-Dance-Academy von Maja
1
2
3
4
5
6
7