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„SummerCamp“
im tanzhaus nrw
Düsseldorf, 20.8. - 4.9.2011
Man stelle sich das einmal vor, das ganze Tanzhaus in Düsseldorf steht während der (NRW-)Sommerferien leer, und die halbe Tanzwelt langweilt sich. Und kaum zu glauben, es gibt eine Lösung, nämlich das Tanzhaus während einiger Wochen in eben diesen Sommerferien zu öffnen. Für ein Sommerlager drinnen, für eine Werkschau des Orientalischen Tanzes und des Tribals zum Anfassen, für ein Rundum-Paket aller Ausbildungsfächer und -kniffe. Manis, die schon seit vielen Jahren ebenso umtriebige wie pfiffige Lehrerin im Tanzhaus, hat sich diesen schönen Plan ausgedacht und umgesetzt. Nachdem wir sie kürzlich zu diesem Ereignis interviewt haben, schauen wir heute nach, was genau geboten wird. Alle Dozenten haben gern Auskunft erteilt, eine hat aus dem fernen China geantwortet, und leider haben wir die siebente nicht an ihrem Urlaubsort erreichen können. In einem dritten Teil berichten wir von innen, wie es im "SummerCamp" zugegangen ist. Und dann natürlich voller Begeisterung und liebend gern im nächsten Jahr von der Sommer-Orientale!
Manis (Photo © Schnitzz/Eickenroth)
Bruno Assenmacher

Eigentlich sind dann ja Ferien, aber so sind wir Künstler eben. Wir lieben unsere Arbeit und vor allem die Begegnung mit Menschen. Auch wenn viele Themen, die wir unterrichten,  vielfach dieselben sind, so sind es doch immer andere Menschen, denen wir das vermitteln. Und das macht den Unterricht  abwechslungsreich, ja  unvorhersagbar und daher so lebendig.

Manis und ich, wir betrachten dieses Haus als unseren Heimatbahnhof. Hier begann vor über als 25 Jahren unsere künstlerische Laufbahn. Und nun haben wir im Sommer das „tanzhaus nrw“ fast ganz allein für uns, da in den Ferien der Kursbetrieb ruht. Manis und ich werden das „SummerCamp 2011“ mit einem gemeinsamen Workshop „Rhythm´n´Dance“ eröffnen. Eine gewiß nicht alltägliche Veranstaltung, in der lebendige Rhythmuserfahrung durch Tanzen und aktives Trommeln vermittelt wird. In der afrikanischen Kultur gab es immer nur einen Wortbegriff  für Tanzen und Trommeln. Es war dasselbe und gehörte unzertrennlich zusammen. Erst später, als die Kolonialmächte mit ihren Grammophonen kamen, wurden zwei unterschiedliche Begriffe hierfür eingesetzt. Also kommt zu Rhythm´n´Dance und macht eine neue, wichtige Erfahrung! Das wird gut!
In der darauffolgenen Woche biete ich ein offenes Trommeln an (frei buchbar): Montag bis Freitag von 18 bis 20 Uhr. Fühlt Euch eingeladen zu kommen und viel Freude mit orientalischen und afrikanischen Rhythmen zu haben. In diesem Sinne: Keep on the Rhythm!
Gamila

Seit 1988 dreht sich mein künstlerisches Denken und Wirken um den Orientalischen Tanz (Raks Sharki). Aus einer Leidenschaft wurde ein Beruf, mein Beruf. 1994 eröffnete ich mein „Orientalisches Tanzzentrum Ya Salam“ in Ingolstadt, welches mittlerweile weit über Ingolstadts Grenzen, ja sogar über Europas Grenzen hinaus einen exzellenten Ruf genießt. Zahlreiche Auftritte, Festivals und Workshops führten mich in viele wunderschöne Orte auf dieser Welt (Ägypten, Tunesien, Türkei, Marokko, Spanien, Frankreich, Österreich, Finnland, Schweiz, Tschechien und viele mehr … )

Ich arbeite oft und gerne als Tänzerin und Dozentin auf zahlreichen Festivals (Hannover/World of Orient, Berlin/Bazar Oriental, Frankfurt/Orienta, Düsseldorf/Orientale, Augsburg/Orient Magazin Festival, Filderstadt/OrientLE, Nürnberg/Total Oriental, um nur einige zu nennen) und tanze bei unzähligen Shows in den verschiedensten Städten.

Seit 1993 organisiere ich mit Freude alljährlich Tanzreisen in orientalische Länder. Seit einigen Jahren nun auch sehr erfolgreich in Zusammenarbeit mit Tara von Tara Travel. Selbst reise ich nach Möglichkeit mindestens einmal im Jahr in den Orient, um mich vor Ort bei namhaften Dozenten weiterzubilden.

Viele sehr positive Presseartikel in den verschiedensten Fachzeitschriften und das begeisterte Feedback der Schüler aus meinem Tanzzentrum und bei den Shows und Workshops zeigen mir, daß ich den richtigen Weg eingeschlagen habe. Ich werde auch in Zukunft mein Wissen um diesen wunderschönen Tanz rückhaltlos und voller Liebe weitergeben und freue mich auf viele neue Erlebnisse und Erfahrungen.

Zu meinen Workshops:

Ich liebe es, gute Technik zu unterrichten, somit ist mein Schwerpunkt bei dieser Workshop-Reihe auch stark auf Technik-Themen ausgerichtet. Zimbeln und das Wissen um Rhythmen sind ein sehr spezielles Thema. Entweder die Workshops dazu fallen aus oder sind supervoll. Das Rhythmusgebiet wird wunderbar von Bruno abgedeckt, und ich werde unter anderem die Basis-Rhythmen wie Masmoudi, Saidi und Maksoum mit den Schülerinnen "erspielen". Ich habe ein sehr einfaches und leicht umsetzbares System erarbeitet, welches für viele Aha-Erlebnisse sorgen wird und sicherlich für manch eine die Tür zum Zimbelspiel öffnen wird oder neuen Mut schafft, sich mit diesem Instrument auseinander zu setzen. Eventuell biete ich bei der Orientale eine Fortsetzung dieses Themas an. Zu den Rhythmen (auch zu allen anderen Workshops) gibt es ein Skript und eine Übungs-CD.

Ein anderes Thema sind die Shimmies. Jede Tänzerin will sie können und doch verzweifeln viele an ihnen. Es geht in diesem Workshop nicht darum, auch noch mit den Ohren wackeln zu können, sondern darum, eine saubere Shimmy-Basis zu erlernen, den Unterschied der verschiedenen Shimmy-Techniken zu verstehen und umzusetzen.

Schleier ist eines meiner Lieblingsaccessoires, somit biete ich natürlich eine wunderschöne und dynamische Schleierchoreografie an, die für Schleieranfänger wie für Fortgeschrittene geeignet ist. Effektvolle Posen, schöne Schwünge und Drehungen vereinen sich zu einer luftigen, energievollen Choreographie. In meinem Isis-Wings Workshop vermittele ich nicht nur die grundlegenden Handgriffe und Drehungen sondern habe die Grundtechniken zu einer sehr dramatischen und effektvollen Choreographie zusammengefaßt.

Dann gibt es noch einen Workshop, der sich generell mit Drehungen beschäftigt. Eine alte Weisheit sagt: Drehung ist nicht gleich Drehung. Es gibt so viele unterschiedliche Arten sich zu drehen, alleine die Arm- und Beinarbeit dazu ist mannigfaltig. Wie man sich richtig dreht, um Schwindel zu vermeiden, wie wichtig die Atmung, Körperspannung und der Beckenboden für Drehungen sind und wie man Drehungen effektvoll in Posen enden lassen kann oder fließend in die nächste Bewegung übergeht, darum geht es in diesem Workshop. Wir werden uns aber auch mit Kreisfiguren des Körpers beschäftigen, man muß also keine Angst haben, daß man sich einen ganzen Workshop über nur drehen muss.
In spannender Erwartung freue ich mich sehr auf das „Oriental SummerCamp“, das von Manis erstmalig organisiert wird. Dieses „Camp“ findet im „tanzhaus nrw“ in Düsseldorf statt, diesem großen Haus, in dem ausschließlich der Tanz im Vordergrund steht. Ich bin dort im Vorstand, und es macht mich glücklich, abseits vom Kulturmanagement auch selber ab und zu dort unterrichten zu können. Hier mal ein paar beeindruckende Zahlen zu diesem Tanzhaus: Jede Woche unterrichten im „tanzhaus nrw“ mehr als 80 (Tanz-)Künstler aus mehr als 20 Ländern. An den Wochenenden kamen im Jahre 2010 nochmals über 70 Gast-Dozenten hinzu. Insgesamt fanden 2010 generationsübergreifend für Kinder, Jugendliche und Erwachsene über 670 Kurse und Workshops statt. Diese wurden von gut und gerne 10 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wahrgenommen. Aber das ist noch nicht alles: Auf unserer „tanzhaus“ Bühne gab es im letzten Jahr fast 260 Veranstaltungen mit über 52 000 Besuchern. Damit stehen wir weltweit ganz oben!
Henneth Annun

Seit ihrer Kindheit liebt Henneth Annun Musik und Tanz. Mit 16 begann sie das Tanzsporttraining für Standard- und Lateinamerikanische Tänze und übte dies vier Jahre lang aus. Nach dem Abitur absolvierte sie erfolgreich das Staatsexamen zur Physiotherapeutin und begeisterte sich für den klassisch orientalischen Tanz. Seit 2005 beschäftigt sich Henneth intensiv mit Improvisational Tribal Style (ITS) und Tribal Fusion, wobei ihre Haupteinflüsse von national und international bekannten Lehrerinnen stammen (siehe "Dozenten").

Seit 2009 hat Henneth Annun viele wichtige Preise gewonnen. Ihr jüngster, auf den sie besonders stolz ist, ist das LEVEL I Certificate of Suhaila Salimpour Belly Dance (SSBD) Format. In verschiedenen Häusern und Städten Deutschlands gibt sie regelmäßig Unterricht in Form von Kursen, Workshops und Projekten.

Sie bildet sich regelmäßig mit Ballettunterricht sowie im Jazz /Modern Dance fort, dazu auch in der Suhaila Salimpour Certification, um ihren eigenen zeitgenössischen Fusion Bellydance Stil weiterzuentwickeln. Zusätzlich zu ihren Solo-Projekten ist Henneth Annun eines der Mitglieder von „The Violet Tribe“ und engagiert sich dort als Tänzerin, Musikerin und Sängerin.

Zu ihren Kursen im „SummerCamp“ sagt Henneth: „Ich kenne Manis nun schon einige Jahre, auch durch die Zusammenarbeit mit ihr bei der Orientale, und schätze die Zusammenarbeit mit ihr sehr. Ich fühle mich immer gut aufgehoben und die Arbeitsatmosphäre ist immer familiär, selbst wenn es mal streßig wird. Daß das „Oriental Summercamp“ im „tanzhaus nrw“ stattfinden wird, ist super, die Räumlichkeiten sind dort optimal, und auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man gut dorthin. Und nach getaner Arbeit kann man sich im hauseigenen Bistro noch eine kleine Mahlzeit (oder auch eine große!) gönnen und den Abend ausklingen lassen.

Der Vorteil des Summercamp liegt darin, daß das Training während der Urlaubszeit nicht völlig abgebrochen werden muß. Nicht jede Tänzerin fährt weg, kann aber nicht weiter trainieren, weil Kurspause ist. Zur Überbrückung sind solche Workshops wirklich praktisch, weil der Körper weiterhin gefordert und gefördert wird. In 2-3 Wochen baut der Körper alles sehr schnell ab, was er nicht benötigt, ein ganz normaler ökonomischer Prozess. Wenn man danach wieder das Training beginnt, muß man alles wieder mühevoll aufbauen. Dies dauert länger als der Abbau, und man hat das Gefühl, als müsse man von vorne beginnen.
Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, die Chance zu nutzen und sich bei einigen WS anzumelden um das eigene Trainingslevel aufrecht zu erhalten. Und das allerwichtigste: Sommer-Training macht Spaß!

Whisper Ungarian in my Ear Choreographie

Langsame und gefühlvolle Choreographie im Balkan Fusion Style von und mit Henneth Annun. Weiche, schlangenartige Moves und Floorwork sorgen für Abwechslung. Bitte Knieschoner mitbringen!
Level: M/F
 

Dandaro Choreographie

Raumgreifende Schritte und stationäre Akzente wie Locks/Pops sind charakteristisch für diese spielerische und feminine Choreographie.
Level: AmV/M/F

Haltung und Arme Tribal Fusion Basics

Durch eine gute und starke Haltung wird nicht nur der tänzerische Ausdruck untermalt, sondern sie schützt zusätzlich auch Rücken und Gelenke, um lange Freude am Tanzen zu haben. Durch dieses Training wird die körpereigene Wahrnehmung geschult, so daß diese Basis zur Normalität wird.
Level: alle Level

 Konditionierung der Isolationstechnik Tribal Fusion Basics

Um kraftvolle Isolationen und Layerings zu tanzen, braucht es auch ein wenig Kondition. Hier werden Übungsfolgen gezeigt, die man daheim vor dem Spiegel ausdehnen kann, um Kraft und Ausdauer der arbeitenden Muskelgruppen zu erhalten oder zu steigern.
Level: alle Level

 Contemporary Bellydance Kombos und „In-Contact“- Improvisation

Dieser Workshop ist besonders geeignet für Duos und Gruppen. Zuerst werden einige schöne Kombos erarbeitet, die danach mit dem/n Trainingsparter(innen) improvisativ umgesetzt werden. Dabei geht es nicht hauptsächlich um die Bewegung, sondern um den Kontakt innerhalb des Duettes/ der Gruppe.
Level: ab AmV

Meine Workshopthemen im Oriental Summercamp:
es geht noch weiter...
Bruno Assenmacher
Bruno Assenmacher und seine Trommelgruppe (Photo © André Elbing)
Gamila
Henneth Annun
Vorwort Marcel Bieger
Photo © André Elbing)
Manis und mich verbindet seit über 15 Jahren eine tiefe Freundschaft und  zudem eine äußerst kreative und inspirierende Tanzpartnerschaft. Ich kenne das Tanzhaus NRW noch vor dem Umzug in das Straßenbahndepot und bin äußerst stolz darauf, inzwischen dort selbst als Dozentin und Künstlerin bei der Orientale wirken zu können. Die Arbeitsatmosphäre  ist stets hochprofessionell und doch vertraut und familiär und ich bezeichne das Tanzhaus bereits als meine zweite Heimat. Als mir Manis ihre Idee des Sommercamps unterbreitete, war ich sofort begeistert aber auch verwundert, warum ihr das eigentlich noch nicht früher eingefallen war.  Manchmal sieht man das Naheliegende einfach nicht. Das von Manis zusammengestellte Dozententeam spricht dafür, wie Manis selbst tickt. Es sind alles Lehrer, die wie sie das Bestreben haben,  Wissen rückhaltlos und zu 100% weiter zu geben und ein ehrliches Interesse an der Förderung und persönlichen Entwicklung ihrer Schüler haben. Vielen Dank an Manis, für diese wunderbare Idee, ich bin mir sicher, es wird ein voller Erfolg und wird sich als das Sommerevent etablieren. In diesem Sinne - let´s dance.