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DAS RUNDUM SORGLOS-PAKET – „SummerCamp“ im tanzhaus nrw 2011

Interview mit der Veranstalterin
Manis Sjahroeddin

von Marcel Bieger

Du führst zum ersten Mal ein "SummerCamp" durch?

Ja, das ist mein erstes "SummerCamp" im tanzhaus nrw und findet vom 20. August bis zum 4. September statt. Genauer gesagt, von montags bis freitags mit je zwei Workshops pro Abend (ab 18 Uhr), und an den Wochenenden gibt es dann je vier Kurse. Bei mir sind sechs namhafte Dozenten – Henneth Annun, Sophia Chariarse, Bruno Assenmacher, Brigitte Lemke, Mariam Ala Rashi, Gamila aus Ingolstadt, meine Tanzpartnerin, und ich selbst mache natürlich auch mit. Insgesamt bieten wir 55 Workshops an. Sie alle laufen sehr gut an, und ich bin mit den bisherigen Anmeldungen sehr zufrieden. Der Anmeldeschluß ist am 31. Juli. Wir beginnen mit dem Wochenende „Tanzen & Trommeln“, gestaltet von Bruno (Assenmacher) und mir. Das kommt nicht von ungefähr, ich finde es für einen Tanzeinsteiger oder auch für jeden anderen Tänzer sehr wichtig, daß er/sie die Rhythmen kennt, daß man die letztendlich auch trommeln kann.
Wenn man eine Musik erst einmal getrommelt hat, kann man sie später leichter verstehen. Man hört Musik dann auch anders. Bruno ist für mich einer der besten Trommellehrer, besonders für Einsteiger, aber nicht nur für die. Er macht das sehr witzig, ist halt Rheinländer, immer mit Humor, und es macht wirklich Spaß bei ihm. Trommeln und Tanzen sollen ja gerade auch bei den Aktiven Spaß erzeugen, und dafür ist er der richtige Lehrer.
An diesem ersten Wochenende können wir viel miteinander machen. Die Frauen, die sich dafür angemeldet haben, werden trommeln, mit mir zusammen, und hinterher gibt es immer eine Tanzeinheit, bei der die Schülerinnen, wenn sie möchten, zu den getrommelten Rhythmen die dazugehörige Sequenz tanzen. Wenn wir also zum Beispiel einen Saidi trommeln, werden Saidi-Schritte gelernt, damit die Einsteiger auch wissen, welche Tanzschritte dazu gehören. Beim Khaleegy gibt es Khaleegy-Tanzschritte und so weiter. Bruno wird übrigens auch in der ersten Woche jeden Abend zwei Stunden trommeln, und dort kann man dann die ganzen verschiedenen Rhythmen noch einmal kennenlernen und studieren. Dorthin können aber auch Fortgeschrittene kommen, weil Bruno wirklich in der Lage ist, alle zu beschäftigen. VOR ALLEM MÄNNER SIND HERZLICH WILLKOMMEN auch Einsteiger!!!

Daneben haben wir sehr viele Technik-Workshops, die mir auch sehr wichtig sind. Wir haben sie aus den Choreographien herausgenommen. Darunter finden sich die unterschiedlichsten Themen wie Drehen, Zimbeln, Shimmys, Schlangenarme, Schlangenbewegungen, schöne Arme und Hände, schöne Oberkörperbewegungen – für viele eine ganz schwierige Angelegenheit, weil die Hüften meist leicht gehen, Oberkörper und Arme hingegen nicht: vor allem die Hände sind fast immer ein Thema für sich. 

Bollywood wird angeboten, für Neugierige und Neueinsteiger. Sophia Chariarse bietet das an, und bei ihr kann man anderthalb Stunden mittanzen, damit man sich einmal einen Eindruck davon verschafft, was ist das überhaupt, Bollywood. Auch Tribal wird angeboten, für Einsteiger. Da muß man nicht immer ein ganzes Wochenende verplanen oder einen ganzen Tag buchen, sondern kann sich erst einmal anderthalb Stunden lang „hineinfühlen“. Ist das was für mich, oder nicht, man kann es im "SummerCamp" einfach mal für wenig Geld ausprobieren.
Ebenso im Programm: Make up und Kostüm. Mit normaler Schminke kommt man nicht unbedingt weiter, man braucht Bühnenschminke, denn auf der Bühne ist es wichtig, sich anderen Gegebenheiten anzupassen, zum Beispiel nimmt die Bühnenbeleuchtung viel Farbe weg. Das unterrichtet bei uns die Mariam. – Zur Frage „Was ziehe ich beim Orientalischen Tanz an?“, was beim Tribal, was mache ich mit meinen Haaren. Außerdem lernt man bei uns Floorwork und Stretching, denn es gibt viele Tänzerinnen, die am Anfang nicht gerne Gymnastik machen, dabei ist die das A und O beim Aufwärmen. Vor allem im nicht mehr ganz so jungen Alter sollte man sich besonders gymnastisch üben. So kann man also sagen, daß wir einen Rundumschlag vorbereitet haben, sei es Orientalischer Tanz, sei es Tribal, Bollywood, Baladi, Latin, Schleier und alles, was rund ums Tanzen interessiert, kann man bei uns lernen. Ich freue mich, daß dieses Komplett-Angebot bereits so gut angenommen wird. Nicht ganz schuldlos daran dürfte das wunderbare tanzhaus nrw sein, ein geradezu idealer Ort für solches Treiben. Die Anlage verfügt über riesiger Räume von 150 qm, alles mit Spiegelwand versehen, genügend Parkplätze sind auch vorhanden. Jeder ist herzlich willkommen, dort einmal hinein zuschnuppern. Filmen darf man bei uns auch in jedem Kurs und bei jedem Dozenten, das stellt überhaupt kein Problem dar. Man nimmt also etwas zum Nacharbeiten mit nach Hause. Und wenn es so bleibt, hoffe ich, daß wir das "SummerCamp" 2012 fortsetzen können.
Warum ein "SummerCamp"?

Weil das tanzhaus nrw während der Schulferien schließt und meine Schülerinnen haben sich immer schon beschwert, 6 Wochen Sommerferien, in denen wir nichts tun, da sind wir danach ja völlig eingerostet. Ich habe dann mit der Leitung gesprochen, und sozusagen extra für mich öffnet das tanzhaus nrw dann auch in den Sommerferien
seine Pforten,
und dafür möchte ich EIN GROSSES DANKESCHÖN sagen.

Gibt es in den Kursen Scripte?

Ich kann dir nicht sagen, was die anderen machen, bei mir gibt es jedenfalls keine Scripte. Wenn ich was schreibe, kann das kein Mensch lesen (lacht). Aber wie schon gesagt, jeder darf ja filmen.

Was muß man mitbringen?

Im Grunde genommen muß man nur die jeweiligen Requisiten mitbringen, wobei einige auch im Haus ausgeliehen werden können. Aber da steht immer nur eine begrenzte Anzahl zur Verfügung. Zum Beispiel gebe ich ja einen Workshop über Fächerschleier, und da stehen ein paar zum Verleihen zur Verfügung. Desgleichen bei Säbeln und Trommeln. Schleier sollte man sowieso haben. Aber man kann auch anfragen, ob es jemanden gibt, der einem dieses oder jenes Accessoire ausborgen mag. Also, bitte nicht auf gut Glück einfach kommen und darauf bauen, daß schon alles vorhanden ist, sondern vorher nachfragen. Ich bin auch völlig überrascht, wie viele Mehrfach-Buchungen bereits vorliegen. Die meisten haben zwischen zwei und sieben Workshops gebucht. Dabei spielen auch die günstigen Preise eine Rolle. Der dreistündige Choreographie-Kurs am Wochenende kostet zum Beispiel nur 39 Euro, und man hat danach eine komplette und gute Choreographie mit einem wirklich guten Dozenten erarbeitet.

Wenn man einen Blick auf die Dozentenliste wirft, muß man wirklich sagen, daß man in Deutschland kaum so viele gute auf einmal zusammen kriegen kann.

Ich bin ja auch sehr zufrieden damit. Mit allen arbeite ich schon länger zusammen und bin auch gut mit ihnen befreundet. So darf ich also wirklich behaupten, daß die Teilnehmerinnen wirklich etwas für ihr Geld bekommen, das war mir auch sehr wichtig, das Sie guten didaktischen Unterricht bekommen. Wer mag kann sich auf meiner Homepage noch genauer informieren und die Dozenten haben ja alle einige Videos auf YouTube und dergleichen. Und wer die „Orientale“ besucht, kennt die meisten Namen sowieso. Aber auch, wer im "SummerCamp" bei einem Dozenten gelernt hat, wird sich vielleicht sagen, da möchte ich noch mehr lernen, und das ginge dann ja im tanzhaus nrw, weil die meisten Dozenten hier Stunden geben, oder aber auf der Orientale, wo sie in der Regel alle beteiligt sind.

Mir fällt vor allem die Themenbandbreite auf, wenn man wollte,
könnte man sich in diesem "SummerCamp" komplett und rundum sorglos ausbilden lassen.

Ja, es werden sehr viele Aspekt des Tanzens bedient. Aber es fehlen noch einige Themen, und diese werde ich im nächsten Jahr anbieten:

- Anleitung und Coaching im Erlernen von Solo- und Gruppen- Choreografien, in Theorie und Praxis.

- Persönliches Coaching von schon vorhandenen Choreografien,

- Pädagogik und Didaktik und Problembewältigung innerhalb einer Gruppe.

Da ich eine TZI-Ausbildung (Themen Zentrierte Interaktion nach Ruth Cohn) habe, welches sich speziell mit der Gruppenarbeit befasst, und eine pädagogische Ausbildung habe, bin ich genau die richtige für diese speziellen Themen, die für Unterrichtende besonders wichtig sind. Innerhalb des SummerCamps, gebe ich schon Privat-Unterricht darin, weil dies bei mir angefragt worden ist. Wer möchte, kann sich gerne bei mir noch melden.
Wie ist dir die Idee zu solch einer Veranstaltung gekommen?

Ich habe früher schon bei anderen Projekten mitgearbeitet, und irgendwann habe ich mir dann überlegt, selbst ein "SummerCamp" aufzuziehen. Darum habe ich beim tanzhaus nrw nachgefragt, und die letzten beiden Wochen der Sommerferien waren noch frei. Da habe ich dann nicht lange gezögert und gesagt, gut, dann veranstalte ich dann mein "SummerCamp". Viele scheinen nur darauf gewartet zu haben, zum Beispiel die Dozenten, die nicht nur sofort zugesagt haben, sondern auch aus eigenem Antrieb Reklame für das Camp machen. Die Damen und der Herr verstehen sich alle, sie kennen sich von verschiedenen anderen Terminen. Das ist mir besonders wichtig, denn für mich muß es ja nicht nur ein großer Name sein, sondern vielmehr muß die persönliche Ebene stimmen. Streß habe ich auch so schon genug, den muß ich also nicht auch noch in diesem Bereich haben. Deswegen umgebe ich mich gern mit Menschen, die ähnlich denken wie ich, bei denen auch der Unterricht im Vordergrund steht. Dozenten also, die nicht in erster Linie ihren eigenen Ruhm vermehren wollen, sondern die sagen, wir möchten den Leuten was beibringen.

"SummerCamp" hat nichts mit Boot Camp zu tun?

Nein, nein, nein (beide lachen). Bei uns lernen sie natürlich auch was Ernsthaftes, aber der Spaß liegt schon im Vordergrund. Und die Kursanten sollen natürlich etwas mitnehmen, deswegen auch die vielen Technik-Workshops.

Aber das "SummerCamp" soll zur alljährlichen Einrichtung werden?

Genau, es soll von nun an in jedem Sommer stattfinden, immer zu den jeweils beiden letzten Wochen der (NRW-)Sommerferien, wenn das tanzhaus nrw normalerweise geschlossen hat.

Die „kleine Orientale“?

Ja, Bruno kam heute Mittag zu mir und sagte, sollen wir nicht zum Ende des Summer-Camps ein kleines Abschluß-Fest machen? Und ich habe entgegnet, ja, das können wir dann ab nächstem Jahr veranstalten. Mit solchen „kleinen“ Festen habe ich ja schon Erfahrung gesammelt, bei meinen Weihnachtsfeiern sind immer 180 Personen anwesend, und der Saal ist voll. Meine Schülerinnen haben übrigens auch schon gefragt, ob man so was nicht mal machen könnte. Aber in diesem Jahr wäre mir das etwas zuviel geworden, ich hatte schon genug damit zu tun, das Summer-Camp selbst auf die Beine zu stellen.

weitere Informationen
zu Manis' SummerCamp unter:
Photos ©: 1 Schnitzz/R. Eikenroth, 2 und 4 Rainer Gutzmer, 3 www.bildautor.de, 5 André Elbing
www.manis-tanz.de
An Bruno Assenmacher ein GANZ GROSSES DANKESCHÖN für seine Hilfe beim Erstellen des Flyers vom SummerCamp, ich finde er hat es super gemacht. Laßt Euch alle von mir fest drücken!

Lieben Dank,

Eure Manis

Manis
Manis und Gamila
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Die Dozenten
Manis
Bruno Assenmacher
Sophia Chariarse
Mariam Ala Rashi
Gamila
Brigitte Lemke
Henneth Annun
des SummerCamps