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Grafik und Layout: Konstanze Winkler
Maya ist Tribal Fusion-Tänzerin, sie ist aber auch Feuer-Tänzerin. Gelernt hat sie allerdings Orientalischen Tanz. Sie beginnt gerade einen neuen Kurs, das Projekt „Mit dem Feuer tanzen“. Feuer-Shows erfreuen sich schon lange großer Beliebtheit bei Jung und Alt. Deswegen wollten wir schon seit einer ganzen Weile mal etwas darüber in diese Zeitung stellen. Wie Maya dazu gekommen ist, wie sie das alles unter einen Hut bringt und was sie sonst noch so treibt, erzählt Maya euch jetzt:
"UND DA WAR ES DANN – DAS FEUER"
Interview mit Maya

- von Marcel Bieger
Wie bist du zum Tanz und da insbesondere zum Bauchtanz gekommen? Warum hat er dich nicht mehr losgelassen?

Schon immer haben mir die Kostüme gefallen, und irgendwie wollte ich das auch machen. Gleich um die Ecke von meiner damaligen Wohnung befand sich ein orientalisches Tanzstudio. Na ja, erst war es ein Kurs in der Woche, dann zwei, dann drei. Schwupps war ich zusätzlich in der Showgruppe. Und irgendwann habe ich einfach nicht mehr aufgehört zu tanzen. Musik in Bewegung auszudrücken, ist seither ein großer Bestandteil meines Lebens. 

Du gibst als Tanzrichtungen Orientalischen Tanz, Tribal Fusion und Feuertanz an. Ein sehr weites Feld, wo liegen denn dort deine Schwerpunkte?

Meine Schwerpunkte sind Tribal Fusion und Feuertanz. Da der orientalische Tanz meine "tänzerische Heimat" ist, färbt er automatisch überall hin ab. Ich unterrichte zwar auch Orientalischen Tanz, jedoch dann vorwiegend modernen. Kombiniert werden klassische Bauchtanz-Bewegungen mit Elementen die zur ausgewählten Musik passen.

Der orientalische Tanz ist ungefähr 6 Jahre meine  einzige Tanzart gewesen, und deshalb sind mir Raks Sharki und Trommelsolo sehr geläufig. Sicherlich könnte ich nach etwas Übung auch Folklore-Tänze wieder im Repertoire haben. Jedoch hat es mich zu sehr zum Tribal Fusion, Feuertanz und "Burlesque" hin verschlagen. Und alles kann man ja nicht machen ...
Mir gefällt einfach auch die musikalische Freiheit in meinen jetzigen Richtungen. Auf "Bauchtanzbühnen" sind vorwiegend meine Tribal Fusion und Feuertänze zu sehen. Insgesamt gesehen beschreibe ich meinen Stil  als eleganten Tribal Fusion.

Die Kerntechniken des Tribal Fusion - (Pops, Locks, Waves, Shimmies, elegante Haltung usw. - verbinde ich mit Themen meiner jeweilig ausgesuchten Choreographie. Z.B. arbeite ich gerade eine Choreographie für Halloween aus und verbinde typische Tribal Fusion-Techniken mit dem Vorhaben, das Thema Spinne mit einzubauen. Oder wie bei einem "Puppen-Tanzthema" habe ich Bewegungen von Puppen einfließen lassen. Was ich auch immer (ob bei Tribal Fusion, "Burlesque" oder Feuertanz) mit einfließen lasse, sind Ideen aus der Tanz-Improvisation.
„Burlesque“ liebe ich ebenso und deshalb „mische ich da auch kräftig hin und her“, entweder tanze ich ihn auf fröhlichen und mitreißenden Electro Swing oder auf typische "schmalzige" Musik aus der damaligen Zeit. Somit sind meine "Burlesque"-Darbietungen recht klassisch von frech bis anmutig und verlockend. Vor allem mit viel Spaß, Humor und Ausgelassenheit. 

Du hast unter anderem bei Havva gelernt, wie sieht es denn überhaupt in der Ulmer Szene aus?

Ja, nach ca. 8 Jahren Tanzerfahrung war ich bei ihr um die 2 Jahre im Unterricht, das war ungefähr 2006 - 2008. Danach hatte ich bei ihr schon mal einen Poi-WS geleitet und im Oktober gebe ich in einem ihrer Studios einen Tribal Fusion - Workshop. Mal sehen was noch so kommt …

Die Ulmer Szene ist klein und fein. Havvas Studio ist mit das größte orientalische Tanzstudio am Ort. Dann gibt es noch die orientalische Tanzschule Persien, sowie einige freie Lehrerinnen die hier und da unterrichten (wie ich), und auch ein paar Tanzgruppen im Bereich orientalischer Tanz und ATS.

Neben dem Bauchtanz trittst du auch als Feuertänzerin auf. Eine immer noch ungewöhnliche Mischung. Warum ist das so, und wie bist du an den Feuertanz geraten?

Ich habe schon früh einige orientalische Tänzerinnen mit Feuer tanzen gesehen, und so hat es mich dort auch hingezogen. Ich fand einfach schon immer, da Orient und Feuer herrlich zusammenpassen. Ein Freund hat uns vor etwa 11 Jahren Feuer Poi aus Thailand mitgebracht. Ja und da war es dann - das Feuer. Es wurden immer mehr Requisiten und so habe ich das in mein Repertoire aufgenommen.
Du trittst nicht solo bei einer Feuer-Show auf, sondern mit anderen. Wie geht es da eigentlich zu?

Keine Feuer-Show gleicht der anderen. Oftmals haben die Veranstalter besondere Wünsche die berücksichtigt werden. Auch die Auftrittsorte sind sehr verschieden, z.B. die Bodenbeschaffenheit und die Fläche mit möglicherweise empfindlichen Gegenständen.
Eine Feuer-Show hat eine lange und gründliche Vor- und Nachbereitung. Gerade auch die Pflege der Ausrüstung nimmt viel Zeit in Anspruch, die Brennflüssigkeit muß umweltsicher auf die Fackeln gebracht werden – damit auch am Auftritt nicht die Umgebung beschmutzt oder gar abgebrannt wird. Und das ganze Team muß gut aufeinander eingespielt sein, damit hinter der Bühne alles reibungslos und sicher vonstatten gehen kann. Dinge wie Löschdecken, Ablageschalen und Equipment haben immer ihren festen Platz. Bei unseren Shows treten von 1 bis 3 Künstler auf. Da mein Mann auch mein Duo-Partner und unser guter Freund der Feuerspucker ist, sind wir sehr gut aufeinander abgestimmt. Z.B. ist es mit mehreren Personen durchaus üblich, daß einer dem anderen Equipment hinter der Bühne zur Hand geht und Accessoires vorbereitet. Bei einem Solo-Auftritt muß insbesondere jeder Handgriff sitzen – da man ja keine helfende Hand zu Seite hat.
Du tanzt hauptberuflich, wie teilst du dir deine Zeit ein, wie sieht dein Tagesablauf aus?

Da ich hauptberuflich mit Unterrichten und Auftritten mein Geld verdiene, bin ich doch recht lange an dem Thema dran. Mein Training/Tag sieht in etwa so aus: morgens 20 min Joga, 60 min Tribal Fusion-Training (Übungen & Choreographie-Training), danach Unterricht vorbereiten. An zwei Abenden und auch an vielen Wochenenden unterrichte ich. Meine Feuertanzgeschichten nehmen etwa 4-6 Stunden pro Woche in Anspruch. Je nach dem, was so ansteht, beispielsweise eine besondere Aufführung, lege ich schon mal eine
Extra-Schicht ein.
Gerade bei einer Feuershow bedarf es beinahe eines ganzen Tages an Vorbereitungen. Mir ist es sehr wichtig, daß ich jeden Tag zu meinem eigenen Training komme – den genauen Zeitablauf allerdings bestimmt meine anderthalbjährige Tochter. Oft habe ich sie auch im Unterricht und im Training dabei. Sie turnt schon fleißig mit.
Du gibst auch Fortbildungen in Feuertanz, dein Projekt "Mit dem Feuer tanzen" läuft zum wievielten Male? Wie hast du dieses Projekt entwickelt?

Wer noch nie mit Feuer getanzt hat, wird staunen, wie leicht sich diese Kunst erlernen läßt. Was mich selbst am meisten fasziniert, sind die Bilder, die aus Feuer und Tanz entstehen. Tanz an sich ist schon viel Spaß, aber das Rauschen der Flammen reißt den Tänzer noch zusätzlich mit. Dank meiner großen Freude am Tanz entstand schon vor etwa zehn Jahren die Idee zu diesem Projekt. Ich habe bereits zahlreiche Workshops mit den verschiedensten Requisiten gegeben. Immer wieder kamen dabei Fragen auf, auch und gerade, was den richtigen Umgang mit Feuer anbetrifft. So ist die Idee für eine abgerundete Weiterbildung entstanden, und so habe ich mein Konzept ausgestaltet. In dieser umfassenden Form findet es zum ersten Mal statt.
Das Projekt beginnt mit einem Orientierungstag, und dann werden an fünf Wochenenden die vielfältigen Möglichkeiten vorgestellt, die sich in der Kombination von Feuer und Tanz bieten. An jedem dieser Wochenenden stehen ein bis zwei Requisiten im Mittelpunkt. Die einzelnen Wochenenden bauen thematisch aufeinander auf. Das Besondere an meinem Kurs ist, daß der Umgang mit den einzelnen Gegenständen spielerisch erlernt wird. Der Anfänger lernt so, sich leicht in das Thema einzufinden. Wer schon über Erfahrung verfügt, darf sich gern an anderen Requisiten versuchen, und Fortgeschrittene erhalten neue Impulse in ausreichender Menge.

Wichtig ist das Technik-Training mit den verschiedenen Geräten, wie Poi, Doppelstäbe, Handfackeln, etc. Zusammen mit Ideen beispielsweise aus der Tanzimprovisation und dem kreativem Tanz entsteht bald eine ästhetische Kombination.

Einiges “Feuerspielzeug” wird gemeinsam hergestellt. So kann das Equipment individuell und preisgünstig gestaltet werden, gleichzeitig lernt man viel über das verwendete Material. Feuer und Tanz sind vielseitig, ebenso das Drumherum. Die Theorie kommt nicht zu kurz, so sind unter anderem Sicherheit, Zuschauerwirkung und Absicherung Thema.

Das Projekt findet in Ulm statt und wird zum größten Teil von mir unterrichtet. Unterstützend  werden verschiedene Schwerpunkte von weiteren Feuerkünstlern gelehrt.

Mehr unter:
www.maya-in-motion.de und
www.feuer-und-flamme-ulm.de
Photos: Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Maya