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4. Internationales
Orientalisches Tanz Festival
in Kapstadt, Südafrika
EINMAL ANS ENDE DER WELT UND ZURÜCK
Als ich am 14.10.2009 in München in die Emirates-Boeing nach Dubai -Kapstadt einstieg, war das schon mein zweiter Flug nach Südafrika… Die Erregung vom Jahr zuvor hatte sich in eine intensive Vorfreude auf das Land, seine Leute, seine Gerüche verwandelt.

Ein Jahr nach meinem ersten Besuch beim Internationalen Orientalischen Tanzfestival in Kapstadt war ich bereit, die 20 Stunden der Reise wieder auf mich zu nehmen. Mein Aufenthalt sollte dieses Mal sogar länger ausfallen: Janka, eine Lehrerin aus einer anderen Stadt, die ich im vorherigen Jahr kennengelernt hatte, hatte mich für Workshops zu sich eingeladen. Und somit ging es, nach ein paar Stunden in Kapstadt direkt mit dem Flugzeug weiter nach Port Elizabeth, an der Küste des Indischen Ozean, wo ich nicht nur zwei Workshops, sondern auch Privatstunden gegeben habe.

Das Inta Omri Ensemble aus Hessen im Amphitheater von Kapstadt
Am 22. Oktober war ich dann wieder in Kapstadt, wo eine Hitze herrschte, um die uns zu diesem Zeitpunkt alle Europäer beneidet hätten. Am Morgen besuchte ich das Saartje Bartmann Center für mißbrauchte Frauen und Kinder. Der Erlös des Festivals ging nämlich, genau wie im Vorjahr, an diese Einrichtung. Es war mein zweiter Besuch im Zentrum, aber noch einmal mußte ich selber sehen und hören, was Frauen und Kinder in einem afrikanischen Land durchmachen müssen. Hier im Center werden sowohl Frauen als auch Kinder aufgenommen, geschützt und im zentrumeigenen Krankenhaus mit sanften Heilmethoden versorgt. Auch Waisenkinder finden da ein neues Zuhause.
"backstage" v.l.n.r. Sheyla (Tschechei), Janka (Südafrika-Port Elizabeth), Ajsa Samia (Südafrika), Leyla Nahrawess (Deutschland), vorne knieend: Mihrimah Ghaziya
Die Eröffnungsgala fand am Abend in einem Theater in Kapstadt statt. Viele Studios und Tänzerinnen aus ganz Südafrika und Namibia waren gekommen und teilten sich die Bühne mit mehreren ausländischen Gästen: Sheyla aus der Tschechischen Republik, Paola Blanton aus Amerika, Leyla Nahrawess, das Ensemble „Inta Omri“ aus Hessen und ich, Mihrimah Ghaziya, die sich irgendwo zwischen Deutschland und Frankreich einordnet.
Die Eröffnung tanzte unsere Gastgeberin Ajsa Samia und ihr Ensemble „Palace of the Winds“. Ajsa Samia ist in Serbien geboren, dem deutschen Publikum dennoch aber nicht unbekannt, da sie in Deutschland lange als Lehrerin und Tänzerin tätig war, bevor sie mit ihrer Familie vor 4 Jahren nach Kapstadt gezogen ist. Hier an der Südspitze Afrikas gab sie ihre Leidenschaft für den Tanz weiter und gründete das erfolg-reiche Ensemble „Palace of the Winds“, mit dem sie vor kurzem in Europa zu Besuch war.
Wie ich schon 2008 bemerkt habe, ging der Trend auch im folgenden Jahr deutlich zur Fusion, zur Mischung von Stilen. In einem Land wo Schwarze, Weiße und „Coloureds“ (Mischlinge) zusammenleben, ist das sicher auch kein Wunder.

Zurück zum Festival: Meine Freundin Janka aus Port Elizabeth zeigte einen Fusion von Latin mit Orientalischem Tanz, „Soma Fusion“ aus Kapstadt ein sehr schönes und gekonntes ATS Stück, das dennoch zur Tribal Fusion Musik vorgeführt wurde. Ajsa Samia entflammte das Publikum mit ihrem Zigeunertanz, Irene Keller aus Namibia zeigte ein Butoh-Stück, das von der Fauna und Flora ihres Landes erzählte. Insgesamt fanden die ausländischen Tänzerinnen viele neue Fans im afrikanischen Publikum.

Mihrimah Ghaziya tanzt "Spirit of the peacock"
Der nächste Tag war den Workshops gewidmet, alle in einem großen Hotel organisiert. Die ausländischen Dozentinnen hatten da die Gelegenheit, in jeweils zwei Workshops ihr Wissen an die vielen eifrigen Schülerinnen weiterzugeben.
von Mihrimah Ghaziya
Die Workshop-Teilnehmerinnen aus Kapstadt...
...und die Teilnehmerinnen aus Port Elisabeth
weiter...
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Im Vergleich zum Vorjahr hatte sich das Niveau deutlich gesteigert, obwohl ausländische Dozentinnen immer noch nur selten den Weg nach Südafrika finden. Eigentlich war bis vor kurzem Ajsa Samias Festival die einzige Gelegenheit, Wissen vom Ausland zu erwerben.
Foto re.: Ajsa Samia und ihr Ensemble "Palace of the Winds" mit Soli Philander, Moderator der Abendgala und bekannter TV- und Radiomoderator in Südafrika
http://www.tvsa.co.za/actorprofile.asp?actorID=7122
Das große Finale der Abend-Gala in Kapstadt
Fotos: Gala-Fotos (*) © Thomas Keller, Namibia
Foto "Inta Omri" (**) © Stefan Rehbein
alle weiteren © Mihrimah Ghaziya
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