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4. Internationales
Orientalisches Tanz Festival
in Kapstadt, Südafrika
EINMAL ANS ENDE DER WELT UND ZURÜCK
von Mihrimah Ghaziya
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Am Samstag und Sonntag fand das eigentliche Festival in Kapstadt statt. Ein großes Zelt wurde am Waterfront (der touristischste Mittelpunkt von Kapstadt) mit Bühne und Bazar aufgestellt. Etwa
10.000 (nein, keine 0 zuviel) Besucher konnten zwei Tage lang ein buntes Programm erleben, das sich übrigens nicht nur auf das Zelt beschränkte, sondern auch im Amphitheater der Waterfront stattfand.
"Palace of the Winds" open air, im Amphitheater Kapstadts
Am Sonntagabend ging das Festival zum 4. Mal zu Ende. Alle reisten zurück in ihre Städte, oder Länder, außer meiner Wenigkeit.

Nach zwei Tagen Urlaub bei meiner schweizerischen Gastgeberin und lieben Freundin Melanie hatten wir beide schon ein neues, wichtiges Projekt zu verwirklichen. Über Bekanntschaften und mit nicht wenig Mühe landeten wir letztendlich in Delft, einem Township, etwa 35 km von Kapstadt entfernt. Erbaut 1989, während der Apartheid, ist  Delft das Kapstädter Township mit der höchsten Kriminalität. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, was Gewalt, Drogen und Prostitution begünstigt. Zwar versucht jetzt die Regierung, „echte“ Häuser (die Leute wohnen dort in selbstgebauten Hütten) zu errichten, aber wie unser Kontaktperson dort, Shadric, uns erklärte, sind die viel zu teuer.

Ensemble "Palace of the Winds" tanzen unter dem großen Zeltdach
"Soma" die Tribal und Fusiongruppe aus Kapstadt
"Jalal" gemeinsam mit Ajsa Samias "Palace of the Winds"
Melanie, Mihrimahs Freundin und Gastgeberin in Südafrika, Mitglied von "Palace of the Winds".
Sascha, Tänzerin aus Namibia, hier beim Festival
Ajsa Samia, die Organisatorin der Show, hier bei einem Zigeunertanz im Waterfront Amphitheater
Geführt von Shadric wurden Melanie und ich nach Delft gebracht. Shadric bestand darauf, uns in seinem Haus zu empfangen. Seine Frau bereitete uns einen Tee zu. Die Mädchen des Viertels hatten sich schon auf der Straße versammelt, da sie von von Shadric erfahren hatten, daß ich zum Tanzen kommen würde. Shadric und sein Sohn schafften es, unglaubliche Kabelverbindungen herzustellen um meine CDs zum Laufen zu bringen. Nachdem mir die Mädchen eigene Tänze vorgeführt hatten (wobei sie, mangels eigener Musik, selbst dazu sangen), zeigte ich ihnen ein paar orientalische Tanzbewegungen. So viel Talent auf einmal hatte ich noch nie gesehen. Und so viel Lust zu lernen, so viel Optimismus, und das obwohl diese Mädchen nicht einmal genug zu essen bekommen, und obwohl Gewalt und Angst ihren Alltag bestimmen. Dieses Treffen mit den Township-Bewohnern hat mich, glaube ich, dauerhaft verändert.
Mihrimah, umringt von den Delfter "Township" Kindern
Und mit den Pailletten der Show in den Augen, und dem Lachen der Kinder im Ohr fand ich mich plötzlich im Emirates-Boeing wieder … Wieder in Deutschland. Von ganz unten nach ganz oben.

PS: Das 5. internationale orientalische Tanzfestival in Kapstadt findet 2010 vom 28.10 bis zum 31.10 statt.

Weiterführende Links:

www.mihrimah-ghaziya.de

http://en.wikipedia.org/wiki/Delft,_Cape_Town

http://de.wikipedia.org/wiki/Sarah_Baartman

http://www.saartjiebaartmancentre.org.za/

http://www.iodfcapetown.com/
Das YouTube-Video von Mihrimah Ghaziyas Auftritt: 
"Spirit of the peacock"
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Fotos: alle mit * versehenen Bilder © Stefan Rehbein Alle weiteren © Mihrimah Ghaziya