Startseite/Aktuelles
zurück zu ma kuck'n
weiter...
PARTY AN DER GRENZE
Die 1. Khalida & Milka Show
12. Juni 2010, Heerlen
von Marcel Bieger
Man gelangt in eine wunderbar altertümliche Hotel-Bar, mit viel dunklem Holz, einer Galerie mit Balkonen und etwas Plüsch und Samt. Wir befinden uns in einem Hotel direkt an einem der Historie atmenden und doch modernen Plätze, wie man sie in Belgien und den Niederlanden so häufig antrifft. Nach Heerlen unweit der Grenze, gegenüber von Aachen sozusagen, hat es uns verschlagen, und wir wollen uns die Show von Milka und Khalida anschauen. Zuvor hat es im deutschen Würselen allerlei Workshops von den beiden gegeben, und die Party, die Hafla, findet dann, wie gesagt, im niederländischen Heerlen statt. Eine feine Sache, denken wir uns, und auch wenn die Tänzerinnen (noch) ausschließlich aus den Niederlanden und Belgien kommen, so hört man auch viele deutsche Töne im Publikum. Gerade das ist ja  die große Chance in diesem Dreiländereck, die Zusammenführung mehrerer Regionen und Nationen. Der Saal mit der langen Bar und der kleinen Bühne ist jedenfalls bis auf den letzten Platz gefüllt, es müssen noch Stühle aus dem Vorraum besorgt werden, wo bis vorhin und später wieder der Basar ein gutsortiertes Angebot aufweist und sich eines entsprechenden Gedränges erfreut.
Die beiden Veranstalterinnen sind ganz furchtbar aufgeregt, strahlen um die Wette und haben auch allen Grund dazu. Diese Hafla ist eine der orientalischen Parties, wie man sie gern besucht: Familiäre Atmosphäre, exotisches Flair, gute Musik und schöne Tanzdarbietungen
Khalida und Milka
Die Hotel-Bar
Der bunte Basar
Den Anfang machen Luna & Chadia, die mit Zimbeln zu einem Trommelsolos antreten. Ihr Tanz ist voller Leidenschaft, und sie sind gut aufeinander eingespielt.
Shujana kommt mit einem Raks Sharki, den sie mit Balkan-Musik begleitet. Stimmungsvoll und schmissig begeistert sie das Publikum
Amirah, die eine Hälfte des vorzüglichen Duos „Kokoro“, das wir heute abend auch noch sehen werden (die andere Hälfte ist Mit-Veranstalterin Milka), zeigt uns, woran sie zur Zeit arbeitet: Zu heftigem Heavy Metal tanzt sie Fusion mit Hip Hop- und Kampfsport-Posen und –bewegungen. Ihrer Darbietung wohnt eine selten zu sehende dramatische Spannung inne.
Aus Indonesien kommt Rubina. Sie zeigt, daß Trommelsolo (hier mit Raks-Sharki-Einschlag) überall auf der Welt getanzt wird. Ihre besondere Stärke scheint in den vielen Shimmies zu liegen, mit denen sie ihren Vortrag verschönt.
Mitreißend und schwungvoll der Tanz von Iserona, diesmal ein kraftvoller Baladi mit fließenden Grenzen zu Raks Sharki und Trommelsolo.
Azaryah bevorzugt ebenfalls das klassische Fach und begeistert mit einem Trommelsolo, das sie vor allem mit den Hüften tanzt.
Kurz vor Ende der ersten Hälfte zeigen uns die beiden Veranstalterinnen, was sie zu bieten haben. Milka und Khalida sind auch im Ausland begehrte Künstlerinnen, und so dürfen wir uns zu Recht auf gelungene Darbietungen freuen. Beide verstehen sich sowohl auf Tribal Fusion und klassischen OT, und für gewöhnlich wechseln sie sich bei gemeinsamen Auftritten ab.
Zuerst Milka, die zur Musik trauriger Geigen Vintage Tribal tanzt, das Stück geht aber rasch in krachenden Industrial über. Mit exakten Bewegungen tanzt sie lebhaften Hip Hop und gar nicht düster, wie es bei solcher Musik erwarten würde. So wechseln Melancholie und hartes Dur einander ab, und die Künstlerin baut auch noch OT-Schritte und –Bewegungen ein.
Vor der Pause führt Khalida den Raks Sharki vor, als wäre er eigens für sie erfunden worden. Elegant und weiblich kommuniziert sie mit dem Publikum, und als es im zweiten Teil auch noch zum Trommelsolo kommt, kann sie die weiteren Facetten ihrer Kunst zeigen: Kraftvollen, mitreißenden Tanz und jede Menge Shimmies. Ein gelungener Abschluß des ersten Teils.
In der Pause bauen sich die Künstlerinnen zum Gruppen-Photo auf, und auch das Publikum darf die Digitalkameras und Handys zücken. Ein Summen und Brummen erfüllt den Saal, so etwas hat man in diesem Hause bestimmt noch nicht oft erlebt.
- 1 -
Fotos, Grafik und Layout: Konstanze Winkler