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PARTY AN DER GRENZE
Die 1. Khalida & Milka Show
12. Juni 2010, Heerlen
von Marcel Bieger
Khalida und Milka
Der zweite Teil beginnt mit einem Paukenschlag, das Duo Kokoro betritt die Bühne. Wir erleben noch einmal das Stück, mit dem sie über die Grenzen hinaus bekannt geworden sind, ihre bunte Mischung aus Hip Hop, Fusion, erzählter Geschichte und Marionetten-Puppentanz. Kurzum, eine der ersten nachweisbaren Steampunk-ähnlichen Darbietungen auf europäischem Boden. Ihr exakt aufeinander abgestimmter Vortrag hat nichts von seiner hypnotischen Kraft verloren.
Nach soviel Ultramoderne höchste Zeit für die Wurzeln des Bauchtanzes. Amira (nicht zu verwechseln mit Amirah von Kokoro) tanzt einen ordentlichen Raks Sharki und begeistert mit einer wahren Shimmy-Orgie, bei der sie keine Körperpartie ausläßt.
Und noch eine Raks-Sharki-Variante, hier dargeboten von Asiyah: Sie zeigt uns die hohe Kunst des Restauranttanzes. Wir verfolgen begeistert, wie sie die Bühne verläßt und durch den ganzen Saal wirbelt. Hier gilt es nicht, auf einer kleinen Fläche zu überzeugen, sondern ständig raumgreifend in Bewegung zu bleiben.
Danach Hanaa, die uns nach
der leiden-schaftlichen eine andere Art von Raks
Sharki zeigt,
die zurück-
haltende und vornehme nämlich, bei der uns das Rassige unterschwellig erreicht.
Und jetzt wieder ein Stück Fusion: Zu Maduro-artiger Musik tanzt das Duo Rebellyous und zieht alle Register dieser neuen Tanzrichtung. Ihre Bewegungen sind vom klassischen Orientalischen Tanz bestimmt, und diese eher klassische Kunst im Verbund mit so spektakulärer Musik erzeugt eine ganze eigene Spannung.
Ein neues Trommelsolo, diesmal von Johanna  mit sehr viel Rasse und Temperament vorgetragen. Ihr ganzer Körper scheint zu fließen, die Mehrzahl der Partien ist ständig in Bewegung. Man spürt, warum dieser Stil so unverwüstlich ist.
Nochmal zum Ende hin einen Raks Sharki, diesmal von Majidah getanzt. Auch sie nutzt diesen Rhythmus, um nacheinander ihren ganzen Körper einzusetzen und das mit viel Leidenschaft zum Tanz zu untermalen.
Zum Schluß des Show-Teils betreten die Veranstalterinnen gemeinsam die Bühne, nennen sich Khamilkalida und tanzen ein zauberhaftes Doppel-Trommelsolo nach eigener Choreographie. Sie umtanzen einander, erzeugen so neue Energie und bieten eine sehr phantasievolle und lebendige Darbietung. Dieser Duo-Auftritt ist gewiß nicht ihr erster …
Damit ist die Hafla noch lange nicht zu Ende, denn nun dürfen alle tanzen, und wer nicht gerade dringend etwas zu bereden hat, tut das auch. Schließlich haben wir einen wunderbaren Abend erlebt (und erleben ihn auch weiterhin), und man wünscht sich, daß diese Milka & Khalida Show der Beginn einer langen Reihe von ähnlichen Veranstaltungen gewesen ist.

Die Idee ist gut, der Ort günstig gewählt und die Show genau so, wie man sich das wünscht. Dieses Konzept sollte unbedingt weiter verfolgt werden, auch wenn diese Hotel-Bar dann bald zu klein dafür werden dürfte. Aber im Dreiländereck gibt es ja noch andere romantische Orte.

        Glückwunsch und Küsse, Milka und Khalida!!!

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Fotos, Grafik und Layout: Konstanze Winkler