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BEIDERSEITS DER GRENZE –
DIE STARS DES KHALIDA&MILKA-FESTIVALS

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Karten und Info unter: http://www.khalida.biz/bauchtanz/events.html
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ETWAS RICHTIG INTERNATIONALES STEHT BEVOR!

Interview mit der Veranstalterin und Tänzerin Khalida

von Marcel Bieger

Erzähle uns doch bitte etwas über deine Karriere

Ich habe vor etwa sieben Jahren damit begonnen, Unterricht im Orientalischen Tanz zu nehmen. Davor hatte ich mich bereits im Jazz Dance und Ballett getummelt. Nach anderthalb Jahren OT-Ausbildung, forderten mich Myriam und Yamila, zwei meiner Lehrerinnen in Holland auf, darüber hinaus einen dreijährigen Kurs für Berufstänzerinnen und/oder Lehrerinnen zu absolvieren Die Anlagen dazu seien vorhanden, und der Kurs würde meine Ausbildung wesentlich beschleunigen. Anfang 2007 war ich damit fertig, und dann habe ich mich bei verschiedenen Wettbewerben angemeldet, um herauszufinden, was meine Stärke/Schwäche waren, um Bühnenerfahrung zu gewinnen, und um weiter an mir zu arbeiten.

Ob man nun auf einem der vorderen oder auf einem der hinteren Plätze landet, man erhält bei einem solchen Wettbewerb viele Hinweise und Ratschläge, und man lernt durch die Vorbereitung und Erfahrung unheimlich viel. Beim zweiten Wettbewerb, den ich besuchte, landete ich auf Platz Eins. Das war bei Leyla Jouvanas und Rolands Orientalischem Tanz-Festival, bei ihrem ersten „Belly Dancer of the World“ Contest, 2007 in Duisburg. Danach habe ich eine ganze Reihe Workshops belegt, nicht nur in meiner Heimat Belgien oder in meiner zweiten Heimat Deutschland, sondern auch anderswo, wie zum Beispiel in Großbritannien, Holland, Frankreich und Israel. Ich bin ebenso auf Festivals gefahren, um dort weiterzulernen, aufzutreten und mir international einen Namen zu verschaffen. Letztes Jahr (2009) habe ich in England beim Isis Awards – International Belly Dance Congress den zweiten Platz gemacht. Seitdem reise ich kreuz und quer durch Europa, und im Mai 2010 bin ich sogar zum ersten Mal in den USA aufgetreten (mit live Musik von House of Tarab!) und habe dort in Seattle bei Elisa Gamal Workshops/Kurse abgehalten. Ich habe viel bei der Kanadierin Aziza gelernt, und sie hat mich überredet, doch in den USA an einem Wettbewerb teilzunehmen. Eine Woche später bin ich dann nach San Francisco weitergeflogen und bin bis ins Finale der „Belly Dance of the year“ gekommen, den Aziza 2004 gewonnen hat.
Hast du Aziza auf einem Festival von Leyla kennengelernt?

Richtig. Und das ist schon eine ganze Weile her. Damals war ich noch nicht lange in der Ausbildung zu Orienttänzerin, und ich besuchte meinen allerersten Workshop. Das war in Aachen, Leyla gab dort ihren Kurs „1001 Shimmies“. Dort lagen auch Prospekte, Handzettel und so weiter von ihrem Orientalischen Festival aus. Ich war damals schon ein großer Fan von Aziza (ich schaute mir gern ihre Video-Clips an), und als Leyla mir verriet, daß die kanadische Künstlerin auf ihr Festival käme, stand für mich fest, dorthin zu gehen. Das muß 2004 oder 2005 gewesen sein. Seitdem besuche ich Leylas Festivals regelmäßig.

Und dieses Jahr veranstaltest du dein erstes eigenes Festival, zusammen mit der holländischen Tänzerin Milka.

Ja, wir wollen ein richtiges Festival auf den Weg bringen, mit Hafla, professionellen Tänzern und Nachwuchs-Stars, dazu gibt es Workshops in Würselen und eine Party in Heerlen. Die Idee dazu ist uns eigentlich durch Zufall gekommen. Milka und ich traten bei einer Bauchtanz-Party von Aisa Lafour auf (die 2008 bei Leylas Wettbewerb auf den 1. Platz gelandet ist) die so toll organisiert war, daß es uns inspirierte, auch selber zusammen ein eigenes kleines Festival auf die Beine zu stellen. Danach sind wir von Amsterdam nach Hause gefahren, und in diesen drei Stunden haben wir alles in den Grundzügen festgelegt. (lacht) Wir wußten bereits, welche Kurse wir geben wollten und wen wir einladen würden. Wir müßten uns also nur noch nach einem geeigneten Ort umschauen, ein bisschen e-mailen, und dann wäre alles geritzt. (lacht)

Es ist nicht gerade alltäglich, wenn sich eine Tribal Fusion- und eine OT-Tänzerin zusammentun.

Milka und ich kennen uns schon sehr lange. Außerdem grenzen sich diese beiden Tanz „Fraktionen“ in Holland nicht so stark voneinander ab. In der Regel pendeln hier die Tänzer zwischen beiden hin und her. Amirah und Milka, die gemeinsam das Fusion-Duo „Kokoro“ bilden, tanzen auch OT und unterrichten klassischen Bauchtanz. Unsere Hafla fußt auf der Idee, daß Tribal Fusion und klassischer OT gut zusammengehen können.

Habt ihr denn alle Tänzerinnen zusammenbekommen, die ihr damals während der Heimfahrt auf eure Liste gesetzt habt?

Fast alle. Leider sind einige zu dem Termin anderweitig verpflichtet. Aber es soll ja nicht bei diesem einen Festival bleiben, wir denken schon über eine Fortsetzung im nächsten Jahr nach. Die meisten Künstler, die wir gefragt haben, haben aber spontan ja gesagt, und deswegen wurde unser Auftrittsplan rasch voll. Wir mußten sogar einigen Tänzern absagen, weil sie sich zu spät gemeldet hatten. Aber wir haben sie sicherheitshalber auf die Liste fürs nächste Jahr gesetzt.

Soll das nächste Hafla wieder im Juni stattfinden?

Ich halte den Juni für einen günstigen Zeitpunkt, zumindest für uns. Im Sommer laufen die meisten Tanzklassen aus, und dann hat man erstmal nicht so viel zu tun. Im Frühjahr, im April und im Mai, findet überall was statt, und da wäre es nicht so klug, noch ein Festival ins Leben zu rufen. Wenn unser Hafla ein Erfolg wird, machen wir das vielleicht noch öfter, sogar zweimal im Jahr. Zum Beispiel einmal im Sommer und einmal im Winter. Aber das ist natürlich noch Zukunftsmusik.

Euer Festival findet zu beiden Seiten der Grenze statt, die Workshops im deutschen Würselen und die Show im holländischen Heerlen.

Richtig, wir verteilen das Festival auf beide Länder, aber beide Orte liegen nur zwanzig Minuten auseinander. Wir wollten die Vorteile beider Länder für uns nutzen. Ganz davon abgesehen ist das hier eine dicht besiedelte Region. Nun, in Deutschland laufen bereits einige sehr gute langjährige Festivals, während man im Moment in Holland mit Workshops, Stilen und Veranstaltungen herumexperimentiert. Wenn wir also ein Festival in beiden Ländern stattfinden lassen, fällt es Holländern und Belgiern auch leichter, sich mal in Deutschland umzuschauen. Und die Deutschen bietet sich eine einfache Gelegenheit, ein Hafla in Holland zu erleben, sie müssen dazu nur nach Heerlen kommen. Im Grunde genommen versuchen wir also, eine Brücke zwischen den Ländern zu bauen.

Warum braucht ein Festival zu beiden Seiten der Grenze Workshops?

Milka und ich waren uns von Anfang an über einen Punkt einig. Für uns war es stets wichtig, mit den vielen verschiedenen Lehrern zu tanzen, von denen wir im Lauf der Jahre gelernt haben. Und das mag sich jetzt eigenartig anhören, obwohl unsere Stile so unterschiedlich sind, finden wir uns doch beide immer wieder auf denselben Veranstaltungen/Workshops wieder. Unser Tanzstudium setzt sich aus klassischem Tanz und Tribal Fusion zusammen. Und beide nutzen wir das gemeinsam Gelernte auf verschiedene Weise für unseren eigenen Tanz.

Deshalb haben wir beschlossen, den Teilnehmern unseres ersten eigenen Festivals die Möglichkeit zu bieten,  mit den Lehrern zu tanzen und ebenso viel Spaß zu haben. Und die Kurse, die wir anbieten, sollen ebenso den Tänzerinnen beider Richtungen etwas bringen, gleich ob Tribal Fusion oder klassischem OT. Deswegen gibt es eine bunte Mischung: Etwas Tribal Fusion, ein bißchen Vintage, ein bisschen Technik, ein bisschen Kombinationen und ein bisschen Choreographie. Wir erhoffen uns dabei natürlich, daß die Tänzerinnen verschiedener Stile neugierig werden und auch einmal etwas anderes bei sich einbauen möchten.

Was die Sprache angeht, so sind wir da recht flexibel. Wir haben Tagungsstätten in zwei Ländern, und wir haben Künstler, Besucher und sogar Händler aus mindestens drei Ländern. Deswegen haben wir beschlossen, als Geschäftssprache Englisch zu nehmen.

Aber bei Problemen können wir auch einspringen, denn Milka spricht Holländisch und ich inzwischen auch ein wenig Deutsch. Das Wochenende vom 12.-13. Juni steht jetzt unmittelbar bevor, und wir sind natürlich schon ziemlich aufgeregt, wie sich das alles entwickeln wird … Hoffen wir, dass uns etwas richtig Internationales bevorsteht! Ich bin bester Dinge, dass die Veranstaltung eine Fortsetzung erleben wird und wir uns bald alle wiedersehen. Solche Festivals schweißen die ganze Gemeinschaft nur noch fester zusammen.

12. und 13. Juni in Heerlen und Würselen
TEIL 3