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BELLY DANCE SPRING FESTIVAL BEIJING
Orienttanzen in China im April 2010

ein Reisebericht von Nabila

Im Sommer 2009 lernte ich den chinesischen Orienttanz-Star Guo Wei beim Ahlan Wa Sahlan Festival in Kairo kennen. Er lud mich ein, in Peking 2010 bei seinem großen Festival zu unterrichten und aufzutreten. Später im Herbst erfuhr ich dann von Said el Amir, daß er eben- falls eine Einladung von Guo Wei erhalten habe.
Nach einer langen Reise von Zürich nach Beijing wurden mein Mann Andreas und ich am Flughafen von einer jungen Chinesin abgeholt, einer Mitarbeiterin von Yao, dem Manager des chinesischen Tanz-Stars und Organisator des Belly dance Clubs und der Belly dance-Festivals in Beijing.

Schnell einchecken, Koffer auspacken, kurz frisch machen und schon wurden wir von Yang, einem weiteren Mitarbeiter von Yao, im VW Käfer abgeholt. Er brachte uns in ein sehr gutes Fischrestaurant, wo Yao bereits auf uns wartete. Der Manager bestellte viele verschiedene Gerichte, und mit Hilfe von Yang, der sehr gut Englisch spricht, war bald ein inten-sives Gespräch über die weltweite Bauchtanzszene im Gange.

2. Tag: Das erste Frühstück in Beijing war ein Erlebnis – kaum eines der vielen warmen und kalten Gerichte am Buffet war uns bekannt. Nach dem Frühstück kam wieder eine junge Studentin, Sha, die als unsere Reiseführerin fungierte und mit uns per Taxi (kostet hier fast nichts) zur Verbotenen Stadt fuhr.
Sha führte uns anschließend in ein großes Einkaufs-Zentrum neben der ersten Fußgängerzone Beijings, wo wir in einem Szezchuan Restaurant gut speisten und uns gegenseitig viele Fragen über unsere Heimatländer, Sitten und Gebräuche stellten. Vieles ist in China deutlich billiger als bei uns, aber z.B. Handys kosten gleich viel.
Wir spazierten über den Platz des himmlischen Friedens zum Haupteingang über eine der fünf Brücken in die Jahrhunderte alte Stadt. Die umgebenden Mauern sind 10 Meter hoch und fünfzehn Meter dick. Es ging durch viele riesige Höfe über viele Treppen bis zum Hauptpalast, wo sich der Wohnsitz des Kaisers und der Kaiserin befunden hatten.
In Beijing ist es im Winter sehr kalt, oft weht ein eisiger Wind. Im Sommer gibt es dagegen Temperaturen bis zu 40 Grad! Die Stadt ist schmutzig, der Verkehr enorm und beim Spazieren erschrickt man manchmal, weil Leute neben, vor oder hinter einem geräuschvoll ausspucken
die verbotene Stadt
das große Einkaufszentrum in Bejing
3. Tag: Wieder „genossen“ wir ein etwas seltsames Frühstück, gegen Mittag wurden wir abgeholt, dieses Mal von Sherry (junge chinesische Psychologiestudentin), die uns mit dem Taxi nach Soho, einem Viertel mit vielen Geschäften und Büros, brachte. Das Studio von Yao und Guo Wei befindet sich im 2. Stock eines Hochhauses. Ich wurde gleich in Yaos Büro geführt. Er hat viele Angestellte in seinem Firmensitz, die sich um sämtliche Verwaltungsangelegenheiten kümmern, welch ein Luxus! Yaos Büro war auch meine Garderobe
Zu meinem ersten Workshop hatten sich 18 Schülerinnen angemeldet –eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, daß ich in China total unbekannt bin. Ich wurde mit Applaus begrüßt und begann gleich mit meinem Warm up, das mit vielen begeisterten Rufen kommentiert wurde. Sherry fungierte als Dolmetscherin. Die Schülerinnen waren alle sehr aufmerksam bei der Sache, lernbegierig und merkten sich die Choreographie sehr schnell. Es wurden kaum Fragen gestellt, teilweise auch, weil sie sich nicht trauten. Erst in der Pause kamen ein paar ganz zaghaft zu mir um mich über gewisse Bewegungen auszufragen. Ich hatte eine schwierige Choreo gewählt, da Yao mich darauf aufmerksam gemacht hatte, daß die Chinesinnen sehr gut im Tanzen sind. Er hatte recht. Zwar tanzten sie nicht alle Bewegungen sauber, aber die Choreo konnten fast alle sehr gut mittanzen. Nach diesem tollen Unterrichtserlebnis fuhren wir zurück ins Hotel. Karen Barbee (Tänzerin aus Texas) und ihr Mann Tommy, Said el Amir, mein Mann Andreas und ich wurden dort abgeholt und zum Theater gefahren, wo der Tanzwettbewerb stattfinden würde. Der Verkehr in Beijing ist eine Katastrophe! Total verspätet kamen wir ins Theater – Yao filmte unsere Ankunft.
v.l.n.r., die Jury-Mitglieder: Karen Barbee (USA), Sherry (unsere Dolmetscherin), Andreas (Nabilas Mann),
Said el Amir, Nabila
Fotos: © Andreas Natter

Grafik und Layout:
Konstanze Winkler