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BELLY DANCE SPRING FESTIVAL BEIJING
Orienttanzen in China im April 2010

ein Reisebericht von Nabila

Im Theater wurden wir mit Applaus begrüßt und zum Jurorentisch direkt vor der Bühne geführt. Gute 3 Stunden tanzten nun verschiedene Gruppen und weibliche und männliche Solisten, zeigten sehr viele Fusiontänze, viele verschiedene Choreographien und die unterschiedlichsten Stilrichtungen. Chinesen haben keine Mühe, viele Stile zu mischen und harte Musikschnitte zu machen.
Der Einfluß der Bellydance Superstars ist ganz offensichtlich. Wir hatten Bewertungen in Choreographie, Musikverständnis, Tanzkunst, Rhythmus, Ausdruck und Kostüm abzugeben. Nach der Verkündung der Gewinner, die gleichzeitig Finalisten für den Abschluß-Wettbewerb waren, fuhren wir in ein Restaurant, das rund um die Uhr geöffnet hatte, und konnten endlich nachts um 23:00 Uhr unseren Riesenhunger stillen. Wir diskutierten mit Yao und Guo Wei über die Competition und die diversen Finalisten. Einige von ihnen hatten erst seit kurzer Zeit Unterricht in Bauchtanz. Eine der Teilnehmerinnen war 64 Jahre alt und tanzte seit nicht mal 2 Jahren.
Ansage der Gewinner des Contests mit Übersetzungshilfe von Sherry
4. Tag: Wir bummelten gemütlich durch die Fußgängerzone und staunten über die schier unübersichtliche Menge von Menschen. Als Europäer fielen wir hier auf! Kaum jemand versteht oder spricht ein Wort Englisch! Die Smogglocke über Peking taucht alles in ein graues Licht, es riecht nach Abgasen, und die Sonne war höchstens mal als in der Ferne leuchtender blasser Ball zu erkennen! Anschließend fuhren wir zum Studio, da Saids Workshop inzwischen zu Ende war.
5. Tag: Abends wurden wir im Hotel abgeholt, fuhren zum Theater und benoteten die Vorstellungen der Wettbewerbs-Finalisten. Am Ende des Abends traten 4 kleine Mädchen auf – im Alter zwischen 6 und 7 Jahren! Wie gut sie tanzten – synchron, mit einigen Formations- wechseln, schön im Takt und strahlend lächelnd. Wir waren total platt! Zwei der Mädchen tanzten sogar noch jeweils ein Solo und begeisterten uns nicht nur damit, daß sie sich offensichtlich mühelos die Abfolge der Choreographie merkten, sondern auch mit welcher Selbstsicherheit und Ausstrahlung sie die selbige meisterten! Bei der Bekanntgabe der Preisträger erhielten wir die ehrenvolle Aufgabe, Preise zu übergeben und über die jeweiligen Gewinner ein paar Worte zu sagen
6. Tag: Sherry holte mich mittags im Hotel ab, um zum Studio zu fahren. Mein zweiter Workshop war sehr gut besucht und machte mir großen Spaß. Alle waren mit Eifer bei der Sache, es wird hier während des Unterrichts nie geschwätzt, manche setzen sich kurz seitlich hin und schreiben schnell mit, um gleich wieder mitzutanzen. Schwierige Schrittkombinationen waren kaum ein Problem, ganz offensichtlich waren alle geübt darin, sich Kombis zu merken – sie konnten ja normalerweise nichts filmen und waren darauf angewiesen! Sherry machte ihre Sache als Dolmetscher sehr gut. Es war richtig schön, am Schluß die ganze Schleier-Choreo mit allen durchzutanzen!
die Wettbewerbs-Finalisten
7. Tag: Mein Workshop begann bereits um 9 Uhr. Wegen des starken Morgenverkehrs hieß es deshalb früh aufstehen. Zu diesem Workshop kamen ca. 30 Schülerinnen, die Step-Kombis machten allen großen Spaß! Ohne lästiges Schwätzen im Unterricht wird alles sofort umgesetzt und probiert, jede noch so kleine Bewegung wird versucht zu kopieren. Wenn eine Kombination oder Choreographie gefällt, applaudieren die Schüler/innen voller Begeisterung! Später fuhr uns ein eigener Chauffeur zur Chinesischen Mauer. Wir spazierten mit Sha bergauf an den vielen Touristenshops entlang und versuchten die lauten Zurufe der Verkäufer zu ignorieren. Anders als in Peking war hier die Gegenwart der Sonne am Tag etwas mehr spürbar.
Oben angekommen begeisterte uns der Anblick der imposanten Mauer mit ihren Wachtürmen und Versorgungshäusern. Sie windet sich zu beiden Seiten durch das Gebirge, rauf und runter wie eine Schlange. Während Sha uns von den verschiedenen Dynastien erzählte, während derer dieses Bauwerk errichtet worden war, spazierten wir die Mauer entlang, stiegen steile Treppen hinunter und genossen immer wieder die Aussicht.
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Fotos © Andreas Natter

Grafik und Layout:
Konstanze Winkler