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Photos © Konstanze Winkler
Grafische Gestaltung: Konstanze Winkler
"OHNE SCHAUSPIEL KEINE SHOW!"

Interview mit Nadia Nikishenko

von Marcel Bieger (auch Übersetzung)

Im ersten geht es um ein friedlich lebendes Bauernmädchen, deren Leben völlig auf den Kopf gestellt wird, als die Revolution in ihr Dorf kommt. Das Stück zeigt aber auch die zwei Seiten einer Frau auf – sie kann lieb und fröhlich sein, aber auch voller Feuer und gefährlich sein.

Das andere Stück trägt den Titel „Antonius und Cleopatra“, Darin erzähle ich nicht die Beziehungsgeschichte des Paares nach, sondern stelle die wesentlichen Eigenschaften der beiden dar: Antonius ist der Krieger, und Königin Cleopatra die Verführerin.

Wie gewohnt wird das Publikum auch in diesem Jahr erleben, wie ich eine Vielzahl von Accessoires zum Einsatz bringe, um die Geschichten noch realistischer zu gestalten. Ich glaube, beide Darbietungen werden euch toll gefallen.

Und was wirst du uns in deinen Kursen beibringen?

Ich bin sehr froh über die Möglichkeit, meine Tanzkunst mit Schülerinnen in Westeuropa zu teilen. Die Workshops, die ich auf Leyla Jouvanas Festival gebe, basieren auf den Fusion-Tänzen, die ich im letzten Jahr in Duisburg auf die Bühne gebracht habe – antike ägyptische Fantasy und den teuflischen indischen Brahmanen. Das Publikum war von diesen Darbietungen so begeistert (Nadia hat sie auch in anderen europäischen Städten aufführen müssen, Anm. d. Red.), daß ich mir gesagt habe, natürlich mußt du darüber einen Workshop machen.

Schauspielkunst beim Tanz gehört zu den wichtigsten Inhalten meiner Kurse, und deswegen üben und praktizieren wir das auch. Ohne Schauspiel keine Show! Danach kommt die Technik, die zweitwichtigste Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Darbietung. Kurz gesagt, es gibt eine Menge beizubringen und einzuüben.

Und jedes Mal gab es neue exotische Speisen. Die meisten davon waren einfach köstlich, aber einige haben nicht den Geschmack von allen getroffen. Sei’s drum, wir hatten immer mehrere Gerichte zur Auswahl.

Nadias Homepage: www.nadia-dance.com
Termine und Workshops

18. - 28.11 2011 - 19. Orient. Festival Europas www.leyla-jouvana.de

Workshops

Sa., 26.11.2011, 09:00 -11:00 Uhr
Nadia Nikishenko (RUS) - Pharaonic Fantasy Show

Nadia´s einzigartige und außergewöhnliche Pharao-Fusion Technik. Hier lernt Ihr fließende Bewegungen „Liquid-Body" Technik mit unerwarteten Stops, Drehungen und bemerkenswerten Posen zu verbinden. Fühlt Euch als Königin im Alten Ägypten, und bereichert Eurer Repertoire mit königlich anmutenden Bewegungen gewürzt mit femininer Sinnlichkeit.

So., 27.11. 2011, 11:20 - 13:50 Uhr
Nadia Nikishenko - Arabic Indian Cocktail Choreo

Hier lernt Ihr, Eure individuelle Tanz-Story auszudrücken mit Hilfe Eurer Bellydance-Erfahrungen & einer exotisch Indischen Choreographie. Durchbrecht die Grenzen und Standards des Orient. Tanzes und verbindet ihn mit Indischem Tanz a la Nadia. Spaßfaktor garantiert!

Letztes Jahr auf dem 18. Orientalischen Festival von Leyla Jouvana und Roland haben wir sie zum ersten Mal gesehen und waren begeistert von der russischen Tänzerin Nadia Nikishenko. Wie spielerisch sie mit den traditionellen Stilen umgeht, wie viel neue Ideen sie einbringt und was für traumhaft exotische Kostüme sie trägt. Damals haben wir sie gleich zum Interview gebeten und uns verabredet, ein neues Interview zu führen, sobald sie wieder nach Deutschland kommt. In diesem Jahr kommt sie wieder, genauer zum 19. Orientalischen Festival, und hier ist das Interview:
Was werden wir in diesem Jahr von dir auf dem Orientalischen Festival in Duisburg zu sehen bekommen?

In diesem Jahr komme ich mit zwei Oriental Fusion Stücken auf die Bühne. Fusionen habe ich immer schon gern getanzt, und deswegen möchte ich meinem westeuropäischen Publikum die besten neuen Entwicklungen vorführen.

Im letzten Interview hast du erzählt, daß du allerlei vorhast, was hat das zurückliegende Jahr dir gebracht?

Oh, da gab es ein paar sehr aufregende Dinge. Ich war in Amsterdam, für mich eine der schönsten Städte der Welt. Ich hätte mir gern mehr angeschaut, aber dafür blieb viel zu wenig Zeit. Doch das, was ich gesehen habe, hat mir wunderbar gefallen. Ich glaube, da könnte ich es aushalten. Ich bin in der Show von Aisa Lafour (Orientalicious 2, Bericht in Kürze in dieser Zeitung) aufgetreten, und ich mag sie sehr, es ist sehr angenehm, mit ihr zusammenzuarbeiten. Ich hoffe, eines Tages nach Amsterdam zurückkehren zu können.

Mindestens ebenso phantastisch war die Reise nach Peking. Die kam genau zu der Zeit, als mein Mann und ich nach Moskau umgezogen sind. Ich durfte mir also den Kopf zerbrechen, welche Workshops ich in China geben, welche Tänze ich zeigen wollte wie auch, was in welchen Umzugskarton gehört. Meine Mutter war mir eine unentbehrliche Hilfe. Sie hat sich um meine Auftrittskostüme gekümmert und viel beim Umzug mitgeholfen. Aber insgesamt war es doch sehr streßig!

Dafür war das Pekinger Festival dann aber einmalig. Wir waren eine gemischte Gesellschaft von Tanzlehrern aus den unterschiedlichsten Ländern, und wir haben viel miteinander gelacht und uns auch sonst gut verstanden, weil wir uns fast alle von anderen Veranstaltungen kannten. Zu den größten Abenteuern in China gehört die dortige Küche. Yao, einer der Veranstalter des Festivals (und zu der Zeit Manager von Guo Wei) hat uns jeden Tag in ein anderes Restaurant ausgeführt.
Ein ganz besonderes Erlebnis war auch die „China Bellydance Championship“ (chinesische Bauchtanz-Meisterschaft), bei der wir in der Jury gesessen haben. Das war hochinteressant. China hat wirklich tolle Tänzer aufzuweisen und kann darauf sehr stolz sein. In China habe ich so viele Eindrücke gesammelt, daß ich Stunden darüber erzählen könnte. Deswegen nur so viel: Jedes Mal, wenn mir die Reise nach Peking in den Sinn kommt, geht es mir gleich wieder gut. Ich hoffe, das war nicht mein einziger Besuch dort!

Wie fühlt man sich, wenn man im Vorjahr noch am Wettbewerb teilgenommen hat und in diesem Jahr in der Gala tanzt?

In diesem Jahr wird mir die Ehre zuteil, als einer der Stargäste bei Leyla Jouvanas und Rolands Festival auf der Gala-Show in Duisburg auftreten zu dürfen. Und ich bin jetzt schon, da ich mich darauf vorbereite, ganz schön aufgeregt. Leyla ist ein wahrer Profi, sowohl als Tänzerin wie auch als Festival-Ausrichterin. Ich bin davon überzeugt, daß ihr Festival immer zu den wichtigsten Europas gehören wird. Es genießt einen fabelhaften Ruf und ist auf der ganzen Welt bekannt. Tänzer finden hier phantastische Möglich- keiten vor. Ich werde Leyla immer dafür dankbar sein, mich nach Duisburg eingeladen zu haben, denn ohne das Festival in Duisburg wäre ich nie in Westeuropa bekannt geworden. Und ich weiß, daß ich nicht die Einzige bin, die dieser Veranstaltung viel zu verdanken hat. Aus der ganzen Welt strömen jedes Jahr Menschen nach Duisburg, um auf vielfältige Weise ihren Tanzhorizont zu erweitern, durch Workshops, durch den Wettbewerb „Bellydancer of the World“, durch die Shows und auf den Parties.

Deswegen möchte ich hier die Gelegenheit nutzen und alle auffordern, zum 19. Orientalischen Festival von Europa nach Duisburg zu kommen. Ich weiß, es gibt sehr viele Bauchtanz-Veranstaltungen, so viele, daß man manchmal überlegen muß, wo man am ehesten hin möchte. Deswegen vertraut mir und meinen Erfahrungen, das Duisburger Festival ist es wirklich wert. Immerhin findet es schon zum 19. Mal statt, und Qualität setzt sich eben durch!