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Photos © Konstanze Winkler
Grafik und Layout: Konstanze Winkler
Wer hätte gedacht, dass Kammermusik und Tribal so hübsch zueinanderpassen. Am vergangenen Wochenende gab es für ein ausgesuchtes Publikum diesen Augen- und Ohrenschmaus bei der Vorpremiere der O.P.E.N. Art Acoustic Fusion in Hannover zu genießen.

O.P.E.N. Art, das sind O.lga Fedarynchyk , P.atricia Zarnovican , E.lena Sapega  und N.astja Schkinder, die sich zusammengeschlossen haben, um zwei Kunstformen zu einem außergewöhnlichen Gesamtkonzept zu verbinden: Klassische Musik und Tribal Fusion Bellydance.

Das gut einstündige Programm beginnt mit der barocken Sonate in C-Dur von Georg Philipp Telemann. Die ersten Sätze spielen Olga auf der Querflöte und Nastja am Akkordeon, dann gesellen sich abwechselnd Patricia und Elena zu ihnen und untermalen tänzerisch meisterhaft die zarten Klänge.

Das traumhaft schöne, bewegende „Poco adagio“ aus der Sonate A-Moll von Carl Philipp Emanuel Bach (einer der Söhne des Johann Sebastian Bach) spielt Olga auf ihrer Querflöte, exakt phrasiert. Patricia tanzt dazu und interpretiert die Sonate sehr gefühlvoll. Man hätte eine Stecknadel im Raum fallen hören können, so sehr ziehen die beiden das Publikum in ihren Bann.

Als nächstes gibt es eine schöne Kombination aus Querflöte, Akkordeon und Zimbeln, diesmal ohne Tanz. Olga, Nastja, Patricia und Elena musizieren gemeinsam zum heiteren „Tamburin“ des französischen Komponisten François-Joseph Gossek.

Patricia und Elena lassen eine Tribal Style Tanz-Improvisation folgen und begleiten sich dabei selbst mit verschiedenen Zimbel-Rhythmen. Sie ernten großen Applaus dafür.

Nastja betritt nun mit ihrem Akkordeon alleine die Bühne und spielt auf zur Bulgarischen Suite des russischen Komponisten Wjatscheslaw Semjonow. Technisch hoch anspruchsvoll ist diese rassige Folklore, und Nastja hat trotzdem noch die Lockerheit, sich während ihres meisterlichen Spiels auf der Bühne schreitend fortzubewegen und mit frechen, kessen Blicken mit dem Publikum zu flirten. Auch hier gesellen sich nach einer kurzen Weile die Tänzerinnen wieder dazu. Patricia interpretiert den sehnsuchtsvoll und dramatisch klingenden 2. Satz mit viel Gefühl, und auch Elena bietet ihren Part, der jetzt wieder einer fröhlichen Zigeunerweise gleicht, mit viel Charme und Temperament dar.

(Semjonow, Bulgarische Suite bei YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=bQatkkxrst8)

Es folgt die „Fantaisie brillante sur Carmen“ des französischen Komponisten und Flötisten François Borne. Sein Arrangement von Bizets Oper Carmen spielt Olga meisterhaft und virtuos auf ihrer Querflöte. Sie wird dabei begleitet von Nastja am Akkordeon, und auch Patricia und Elena tanzen zu einigen Parts dieser Komposition. Doch Olgas Querflötensolo ist  der Höhepunkt dieser Darbietung. Mal klingt es lieblich, dann wieder spanisch-rassig, und sie zeigt ihr ganzes Können bei den wundervoll fließenden musikalischen Ornamenten, mit denen diese Carmen-Fantasie ausgeschmückt ist. Fantastisch! Sie erntet tosenden Applaus dafür.

(Borne, Carmen Fantasie bei YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=l3MEw1pDePY)
Zu Tränen gerührt hat mich das traurig-schöne „Tanti Anni Prima“(Ave Maria) des argentinischen Komponisten und Bandoneon-Spielers Astor Piazzolla. Hier mit Herzblut dargeboten von Nastja, die von Olga auf der Querflöte begleitet wird.
Eigentlich ist Piazzolla bekannt als Begründer des „Tango nuevo“, und das wird im nächsten Stück deutlich, welches er für Flöte komponiert hat, „Bordel 1900“ aus der „Histoire du Tango“. Patricia tanzt dazu einen akzentuierten Tribal Fusion mit zahlreichen Layerings.

(O.P.E.N. ART mit Piazzollas „Bordel 1900“ beim Tribal Festival in Hannover,
https://www.youtube.com/watch?v=s6I2nQVJ1cM&feature=youtu.be)
Elena interpretiert sehr einfühlend Piazzollas  „Oblivion“, einen von Nastja auf dem Akkordeon gespielten, sehnsuchtsvollen Tango.

(O.P.E.N. ART mit Piazzollas “Oblivion” beim Tribal Festival Hannover, YouTube-Video:
https://www.youtube.com/watch?v=zlILGd-q0e8)
Und zum Abschluß dieses wundervollen Abends mit Musik und Tanz, bekommen wir den jazzig angehauchten „Libertango“, ebenfalls komponiert von Astor Piazzolla, zu sehen und zu hören. Olga und Nastja spielen noch einmal virtuos auf Querflöte und Akkordeon, und Patricia und Elena tanzen einen wunderbaren Tribal Fusion Tango mit Arabesken und Drehungen dazu.
Das begeisterte Publikum will gar nicht aufhören zu applaudieren, die vier Künstlerinnen müssen mehrfach zurück auf die Bühne um sich wieder und wieder zu verbeugen. Ein schöner Abend, der bei Musik-Kennern und Tanzliebhabern, aber auch bei Nichtkennern beider Genres sehr gut angekommen ist.

Das Gute an einer VOR-Premiere ist, dass es ja auch noch eine Premiere geben wird. Und diese findet statt am 6. Februar in Hannover. Wer sich also diesen musikalisch-tänzerischen Genuss zu Gemüt führen möchte, der habe bitte keine Schwellenangst,  denn man muss kein Kenner klassischer Musik sein, um diese schöne Veranstaltung genießen zu können.
O.P.E.N. ART Acoustic Fusion
PREMIERE am Freitag. 6. Februar 2015
19:30 – 20:30 Uhr
Im Freizeitheim Linden, Windheimstr. 4, 30451 Hannover

Karten gibt es vor Ort im Freizeitheim Linden, oder direkt bei den Künstlerinnen unter openarthannover@gmail.com

OPEN ART facebook: https://www.facebook.com/openarthannover?fref=ts

Die Veranstaltung ist ebenfalls bei facebook gelistet: https://www.facebook.com/events/
705889696191499/?ref_newsfeed_story_type=regular

O.P.E.N. ART - v.l.n.r.: Olga, Patricia, Elena und Nastja
Barocke Klänge - Olga und Nastja spielen Telemann
Patricia tanzt zur Sonate in C-Dur von Georg Philipp Telemann
Elena interpretiert den 4. Satz der Telemann Sonate
Olga und Patricia mit Bachs "Poco Adagio"
gemeinsames Musizieren zum "Tamburin" von Gossek
Eine Tribal-Style Zimbel-Improvisation von Patricia und Elena
Nastja mit der Bulgarischen Suite
Zum 2. Satz der Bulgarischen Suite tanzt Patricia
... und Elena übernimmt zum 3. Satz der Bulgarischen Suite von Semjonow
Olga und Nastja spielen das Ave Maria von Piazzolla
Olgas Querflötensolo zu Bornes "Fantaisie brillante sur Carmen"
Patricia tanzt zu "Bordel 1900" von Piazzolla
Elena improvisiert zu Piazzollas "Oblivion"
"Libertango" - Astor Piazzolla
glückliche Gesichter beim Finale
ALLEGRO, CAPRICCIO, DA CAPO! – KAMMERMUSIK TRIFFT TRIBAL FUSION
Samstag, 10. Januar 2015

von Konstanze Winkler

O.P.E.N. Art Acoustic Fusion, die Vorpremiere