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NEUE TRIBAL KRAFTQUELLE

Zum 1. Oberrheinischen Tribal Festival
15. - 17. Oktober 2010 in Offenburg

von Marcel Bieger

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Photos © Konstanze Winkler
Grafische Gestaltung Konstanze Winkler
Nach der Pause tritt das Duo Nicole & Alex vom Tribal-Vorzeigestamm „Shir o Shakar“ auf die Bühne und legt feinsten eleganten Tribal-Fusion mit Elementen aus dem klassischen OT und komplett ohne Hip-Hop hin. Martina Crowe tanzt ein trauriges Vintage-Stück zu Zigeunermusik aus den Zwanziger Jahren. Martina ging es nie so sehr um das, was später „burlesque“ heißen sollte, sondern um ein Ausloten der vielen anderen Tanz- und Pop-Musik-Stile aus dem ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts. - Die ATS-Gruppe Ma’Ansari tanzt genau das, wenn auch im Duett, nämlich Tribal aus dem Lehrbuch. Sehr schön anzuschauen und ansteckend in seiner guten Laune.
Martha Saunders, nach mehrjähriger Stippvisite in Deutschland (und mittlerweile in die USA zurückgekehrte) ATS-Ikone, tanzt diesen grundlegenden Stil allein und mit Zimbeln. Im zweiten Stück sehen wir einen tollen Bodenpart mit „Berberwalk“ und viel beeindruckender Armarbeit. Als sie sich schließlich wieder erhebt, geht es flott zur Sache.
Shir o Shakar, jetzt als Gruppe, führt ihr neuestes Opus, „El sueno“, vor (siehe Artikel eigens dazu in dieser Zeitung). Die Mischung aus Zeitgenössischem Tanz, Tribal, Orient Rock und noch einigem mehr, überzeugt in ihren drei Teilen restlos.
Deutschlands Star-Tänzerin Henneth Annun liebt eher das Weiche und Stimmungsvolle und arbeitet daher vorzugsweise mit Vintage Fusion, obwohl Hip Hop-Beigaben auch in ihr Konzept passen. Ihr zweiter Beitrag zeigt eher die (damals gewohnte) Henneth mit einem Tribal Fusion, in dem alle Stil-Register gezogen werden, sogar Ballett-Elemente. – Die Spanierin Patricia Alvarez beginnt mit einem scheinbar normalen Stocktanz, baut in den aber, durchaus logisch, Kampfkunst-Elemente ein, so daß der Hüpftanz eine ganze neue Qualität gewinnt.
Das jüngste Kind aus Dillenburg, Gabriellas Tribal Fusion Truppe Fusionea betritt nun als (damals noch) Trio die Bühne. Sie beginnen mit Tribal zu elektronisch verzerrtem Mittelalter-Rock und verändern ihren Tribal immer mehr, bis er zum Fusion wird. So gelingt ihnen das Kunststück, Tribal zu sezieren und somit aus Tribal Tribal Fusion zu entwickeln; na ja, bei der Lehrerin … Auch im zweiten Beitrag nehmen sie den Tribal auseinander und setzen ihn neu und ungewohnt wieder zusammen.
Ans Ende der Zeiten entführt uns Galathea, ins Reich der Musik, die ziemliche Ähnlichkeit mit „Apocalyptica“ hat. Mit Schutzbrille und langsamen Bewegungen erzählt sie ihre Geschichten vom Überübermorgen.
– Als letztes dann die Gruppe Zaghareet, die mit wehenden Röcken schwungvollen Zigeunertanz auf die Bühne zaubert, mit allem Drum und Dran, den streitenden Frauen am Brunnen und der anschließenden Versöhnung.

Und als wäre dieses sehenswerte Programm noch nicht genug, zeigt nach einer weiteren Pause
The Violet Tribe eine – etwas gekürzte – Fassung ihres ersten Bühnen-Programms, „Collection of Curios“. (Siehe Besprechung in dieser Zeitung).
Spät aber begeistert verlassen wir die Stätte und sind rundum froh, daß es in Deutschland so viel Schönes zu sehen gibt und vor allem, daß in Offenburg eine neue Energiequelle des Bauchtanzes im Entstehen begriffen ist. Das wollen wir weiterhaben.
Homepage: http://tribal-festival.jimdo.com/
The Violet Tribe
Galathea
Fusionea
Zaghareet
Henneth Annun
Shir o Shakar
Patricia Alvarez
Martina Crowe-Hewett
Martha Saunders
Nicole und Alex von "Shir o Shakar"
Ma'Ansari