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Bericht zum
"Orientalischen Tanzabend"
am 21. November 2010 in Oberkirch
von Lena Oertel
Zum zweiten Mal haben sich die Tänzerinnen der Straßburger Bauchtanz-Truppe „Raqs Nefertiti“ und das Offenburger Tanzduo „Shamina“ für einen abwechslungsreichen Orientalischen Abend vereint. Der kleine Saal im „S freche Hus“ in Oberkirch ist voll und die Bühne so hautnah, daß die erste Reihe die Aufregung der Tänzerinnen mitfühlen kann.
„Raqs Nefertiti“, ist eine elsässische Bauchtanztruppe, geleitet von Yasmina (Marie-José Muller), die seit 1982 leidenschaftliche Tänzerin ist und seit 1987 im Straßburg begeistert Bauchtanz unterrichtet. Die Tänzerinnen - Chantal, Laura, Laurence, Négar und Valérie - tanzen seit vier bis  sechs Jahren und stehen in dieser Kombination zum ersten Mal auf der Bühne. Man sieht sofort, daß sich die Tänzerinnen gut verstehen und gemeinsam viel Energie, Schweiß und Zeit investiert haben. Marie-Josés Choreographien zeichnen sich vor allem durch elegante Kombinationen geometrischer Figuren aus, bei denen die Tänzerinnen der „Raqs Nefertiti“-Truppe geschmeidig von einem Motiv in das nächste gleiten. Das Gesamtbild ist harmonisch, entspannend und elegant.

Kräftig aufgewirbelt wurde das Programm von den beiden Tänzerinnen des Tanzduos „Shamina“ - Latifa und Ayana. Die beiden Offenburgerinnen tanzen seit 6 Jahren zusammen und bauen viel Abwechslung und Spaß in ihr Tanz-Repertoire ein. Die Kombination der beiden Truppen führte zu einem abwechslungs- reichen, äußerst gelungenem Programm bei dem Eleganz, Witz und Feuer angenehm ausgeglichen waren. Das erste und letzte Stück haben beide Truppen zusammen vorgeführt.

Die elsässische Bauchtanztruppe "Raqs Nefertiti", gemeinsam mit Tanzduo "Shamina"
Insgesamt 17 Tänze wurden dem Zuschauer präsentiert. Begonnen hat der Tanzabend mit einem Wirbel aus Schleiern und bunten Farben, der den Zuschauer auf Anhieb mitreißt; ein gelungenes Debut für den Orientalischen Tanzabend. Es ging weiter mit einer Eigenkreation der Französinnen Valérie, Laura und Chantal, die mit Witz, Charme und Hüfte verzauberten. „Raqs Néfertiti“ gelang ebenfalls ein sauber ausgeführter Zimbeltanz, bei dem Zimbel, Musik und Tanz geschmackvoll aufeinander abgestimmt worden sind. Sehr gelungen auch ein atemberaubend elegantes Schleier-Solo von Chantal, die hier zum ersten Mal alleine auf der Bühne stand. Négar präsentierte traditionellen und modernen persischen Tanz, der sich durch Gestik, Blick und Kopfbewegungen von den stark hüftbetonten ägyptischen Tänzen unterscheidet. Doch die Französinnen können auch so richtig loslegen und beenden den ersten Teil mit einem Feuer aus klassischen ägyptischen Trommel-Rhythmen.
Regelmäßig wirbelte das Tanzduo „Shamina“ den Raum mit pfeffrigen Rhythmen aus aller Welt auf: darunter feuriger Samba-Oriental, Bollywood und Zigeunermusik vom Balkan. Das Repertoire der Offenburgerinnen kennt so wenig Grenzen wie der „Schengenraum“! Man sieht deutlich, wieviel Spaß und Leidenschaft die beiden Tänzerinnen mit auf die Bühne bringen und diese auch mit dem Zuschauer teilen möchten; was ihnen ohne Zweifel gelungen ist! Beendet wurde die Vorstellung mit einer „Créative“: einer Choreographie, die Marie-Josés profundes Können für abwechslungsreiche, geometrische Wechselmotive noch einmal deutlich gemacht hat und zeigt, daß der Tanz keine sprachlichen Grenzen kennt. (http://raqsnefertiti.blogspot.com)

Die Autorin tanzt im Stamm „Devadasi Caravan“, ist Deutsche, lebt aber in Frankreich.

Photo unten: Raqs Nefertiti, Duo Shamina & Yasmina (Marie-José Muller)
Photos © Mechri Miloud
DEUTSCH-FRANZÖSISCHE FREUNDSCHAFT