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Latifah Abdel macht sich schon seit einiger Zeit als Tänzerin einen Namen. Sie beherrscht die klassische wie die Tribal-Fusion-Abteilung, flirtet gern mit dem Gothic, absolivert zur Zeit eine „jomdance“-Ausbildung und … ja, und jetzt veranstaltet sie auch noch ihr eigenes Festival. Wir meinen, das macht sie sehr gut. Immerhin öffnete sie im letzten Jahr bereits zum zweiten Male die Pforten zum „Oriental Varieté“ und setzt sich in diesem Jahr mit dem dritten Teil ihrer Show-Biennale 2017 auseinander. Heilig’s Blechle, da kommen wir wieder hin!
TRIBAL, FUSION UND OT
beim ORIENTAL VARIETÉ

Karlsruhe, 26. September 2015

Showbericht von Marcel Bieger

Wir betreten ein griechisches Restaurant, gehen nach hinten durch und gelangen in einen geräumigen hellen Saal mit einer Bühne am Kopfende. Zum zweiten Mal findet hier das „Oriental Varieté“ statt, und wir sind zum ersten Mal gekommen, uns das anzuschauen. Die Show heißt nicht umsonst „Varieté“, denn uns erwartet keine Themen-Veranstaltung, sondern eine bunte Mischung aus allem. Wir sind gespannt.

Den Reigen eröffnet Tahira, eine Schülerin von Veranstalterin Latifah Abdel. Sie tanzen uns einen Raks Sharki mit Trommelsolo in der Mitte, nach einer Choreographie von Said el Amir.

Als nächstes Una Shamaa, Wahl-Dresdnerin aus Brasilien, mit einem „Funky Fusion“, besser einer Mischung aus Heavy Metal, spanischen Klängen und viel Drama.

Das Duo Mara & Mascha tanzt einen fröhlichen und lustigen Pop-OT, und es fällt auf, wie herrlich synchron diese beiden Schülerinnen schon sind und wie gut sie aufeinander eingehen.

Devadasi Caravan folgt mit einem ihrer üblichen Lehrbuch-ATS Darbietungen.

Ayana beschert uns mit Hingabe einen Baladi zu einem klassischen orientalischen Stück; sie vervollständigt mit Bravour die OT-Flanke des heutigen Abends.

Sarina & Fee, das sind Melli Sarina und eine ihrer Schülerinnen im Duo. Sie lassen es so richtig krachen und sind wunderbar synchron, bei allem von Hip Hop bis Reggaeton.

Und jetzt endlich die Gastgeberin selbst, Latifah Abdel, die ihre Vielseitigkeit mit einem Flamenco beweist. Mit viel Leidenschaft erzählt sie eine dramatische Geschichte.

Aus Italien ist Violet Scrap angereist. Zu elektronischer Musik gibt sie eine automatische Puppe; wird die Musik weicher, geschieht dies auch mit ihren Bewegungen und umgekehrt.

Aus Offenbach erscheint Djamila und hat einen Raks Sharki mit Trommelsolo im Gepäck. Sie interpretiert ausgezeichnet, was sie bei ihrem Lehrmeister Said el Amir gelernt hat, und beim Trommelsolo geht sie aus sich heraus, wie man das nur selten zu sehen bekommt.

Zu denen, die in einigen Jahren den deutschen Tribal Fusion bestimmen werden, gehört ohne Zweifel Samira Saabet, die den zweiten Teil mit einem sehr düsteren Stück eröffnet. Stimmige Walzer-Elemente betonen die dramatische Geschichte.

Latifah Abdel kommt uns jetzt komisch und verrucht. Im ersten Teil fegt sie schlampig, aber urkomisch als Putzfrau die Bühne, danach kleidet sie sich blitzschnell um und zeigt uns zu Joe Cocker’s „You Can Leave Your Hat On“ einen sehr gewagten Striptease.

Jara Maya versteht sich auf besonders flotten Raks Sharki, hier zu Balkan-Begleitung, und auf Trommelsolo von ebensolcher Güte. Sehr stimmungsvoll!

Les Fleurs Tribales sind Latifahs Tribal-Gruppe und wir sehen heute zwei von ihnen, die mit viel Fröhlichkeit zur Sache gehen. Geboten wird eine zum Leben erweckte Puppe, die alle Bewegungen nachahmt, und bald tanzen die Mädels einen lustigen Orient-Rock.

Und damit schalten wir wieder um auf den OT, Mavie präsentiert uns mit viel Lebensfreude einen sehr lebendigen Khaleegy, weiter so!

Anja Madlener überrascht mit einem konsequenten Trommelsolo, in dem sie nur auf der Stelle tanzt und die Tanzbewegungen fast ausschließlich über Hüfte und Bauch ausübt.

Hüftgold führen uns einen Balkan-Tribal als Gruppen-Choreographie vor, und das Augenzwinkern hat ihnen gewiß Lehrerin Mayyadah beigebracht.

Zurück zum klassischen Tanz, Feyuna verwöhnen uns mit dem klassischsten der Klassiker, dem Raks Sharki.

Auf dem Weg nach ganz oben ist Tribal Fusion-Tänzerin Massa. Sie reichert ihre Darbietung mit Ballett-Einlagen an und läßt auch sonst viel Modern einfließen; vorbildlich.

Iman wurde im Libanon geboren, und wenn sie die klassischen Tänze, hier einen Raks Sharki, vorführt, spürt man, wie so etwas im Nahen Osten getanzt wird.

Djamila hat „American Vintage“ dabei, sie tanzt so, wie das vor vielen Jahrzehnten in den VSA üblich war, Bauchtanz mit viel Glamour und Show

Als letzte sehen wir noch einmal den Gast aus Italien, Violet Scrap, zunächst mit einem langsamen Hip Hop Fusion („Steppin Out“), danach ein etwas flotteres Hip Hop-Stück mit viel Soul.

Eine schöne Show geht mit dem immer wieder beliebten Finale zu Ende, zurück bleibt eine strahlende Veranstalterin und ein Publikum, das das nächste Mal garantiert wieder dabei sein wird, auch wenn das dritte Oriental Varieté erst 2017 stattfindet. Glücklicher Südwesten, wo immer mehr Show und Festival abgeht.

Homepage:
www.latifah-abdel.de

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Grafik/WebDesign & Fotos: Konstanze Winkler
ORIENTAL VARIETÉ III
findet statt am
16./17. September 2017