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Freitag, den 15. Februar, 20 Uhr
DIE REISE DER KARAWANE

Am 15. Februar ist es wieder so weit, die „Reise der Karawane“ wird fortgesetzt.
Dort zeigen, wie bekannt, die Projektgruppen von einer der besten deutschen Choreografinnen, Manis, was sie in den zurückliegenden Monaten gelernt haben. Im September vergangenen Jahres hatte Manis 20jähriges Jubiläum ihrer Projektgruppen, in diesem Jahr dürfen wir also gespannt sein, was sie sich dafür ausgedacht hat. Wie es hinter den Kulissen zugeht, erzählen
fünf Projektgruppen-Tänzerinnen, wie sie dazugestoßen sind und warum sie immer wieder
dorthin gehen …
Die "Reise der Karawane"
Projektgruppe Ingolstadt
Projektgruppe Düsseldorf
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www.manis-tanz.de
Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler

Sie ist definitiv eine von uns …"

Interview mit Manis’ PROJEKTGRUPPE DÜSSELDORF

- von Marcel Bieger

Die Damen stellen sich vor …

Ich heiße Sophia, und ich komme aus Madagaskar. Seit 2010 tanze ich hier im „tanzhaus nrw“, und vorher habe ich noch nie eine Tanzausbildung gemacht, obwohl Tanzen immer mein Traum gewesen ist. Bei uns ist es schwierig, eine Tanzausbildung zu bekommen, weil sie viel zu teuer ist. Doch lebe ich nun seit einiger Zeit in Deutschland und habe eines Tages das Tanzhaus entdeckt. Ich tanze hier Tribal, Salsa und andere Stile. Seit letztem Jahr bin ich in der Projektgruppe von Manis, will das auch erst einmal nur für ein Jahr machen. Ich habe so viele Kinder, um die ich mich kümmern muß. Wenn die groß sind, kann ich mir vorstellen, auch länger mitzumachen. Beim Projektabend „Die Reise der Karawane“ tanze ich sowohl mit der Gruppe, als auch ein Solo, einen madagassischen Volkstanz, einen Faritany. Das Wort bedeutet Provinz, und wir haben auf Madagaskar viele Provinzen, und ich habe eine davon ausgewählt. Ich trage auch traditionelle Tracht. Dazu gehört ein Tuch, und an der Art, wie man es zubindet, erkennt man, aus welcher Provinz die Trägerin stammt. Auch die Zöpfe verraten die Herkunft, wenn man zum Beispiel zwei Zöpfe wie „Pippi Langstrumpf“ geflochten hat, kommt man aus der Hauptstadt Antananarivo. So wie ich, deswegen trage ich auch bei der Aufführung diese Zöpfe.

Ich heiße Mitra, und ich bin ganz neu im „tanzhaus nrw“. Vorher habe ich nicht getanzt, und eigentlich war es ein Zufall, daß ich in der Projektgruppe gelandet bin. Eines Tages bin ich nämlich einfach ins Tanzhaus gegangen und habe gesagt, ich möchte gern orientalischen Tanz lernen. Man hat mir empfohlen, mal ein Wochenende zuzugucken, und da bin ich dann im Projekt-Wochenende gelandet. Da bin ich dann auch gern geblieben, auch wenn am Anfang nicht alle davon überzeugt waren, daß ich es schaffen würde.

(„Sie ist ein Naturtalent und tanzt einfach super“, werfen die anderen ein.)

Na ja, ich komme aus dem Iran, und der fällt ja auch noch in das Bauchtanz-Gebiet. Mitra ist der Name des Sonnengottes, und so tanze ich eigentlich alles gern, bei Manis aber am liebsten. Beim Projektabend am 15. Februar tanze ich auch ein Solo, ein persisches Stück. Ansonsten tanze ich im Tanzhaus Salsa, ich habe auch mal Bollywood gemacht, aber wieder aufgehört, und Hip Hop mache ich auch noch gern
.
Ich heiße Beate und mache nun mein sechstes Projekt bei Manis. Natürlich folge ich Manis auch immer auf den Tanzreisen (lacht). Dieses Jahr geht es nach Tunesien, und Ende vom Jahr fahre ich mit nach Marrakesch in Marokko. Danach muß ich – aus privaten Gründen – erst einmal mit den Tanzreisen pausieren, aber ich werde auch beim nächsten Projekt mitmachen, und ich tanze in Manis’ Mittwochs-Kurs mit..

Wenn man meine ersten Tanzversuche mit dem vergleicht, wie ich heute tanze, kann man, glaube ich, sagen, daß ich einen großen Sprung gemacht habe. Ich bin sehr stolz darauf, daß meine Bewegungen viel fließender geworden sind. Das verdanke ich Manis, denn sie ist eine der wenigen Lehrerinnen, die darauf achten, daß man sich vernünftig hält, daß man die Schultern zurücknimmt. Mein Manko, und da ermahnt Manis mich immer wieder; denn nur so kann man anfangen sich zu entwickeln.

Ich heiße Claudia und bin im siebenten Jahr bei den Projektgruppen dabei, aber noch nicht die dienstälteste, die ist, glaube ich, im elften Jahr. Ich habe 2003 mit dem Tanzen begonnen, bis meine Lehrerin aufgehört hat und ich mir was Neues suchen musste. Ich bin da etwas wählerisch, wenn ich schon mein Geld in ein Tanzstudio trage, dann will ich dafür auch was haben. In meiner Heimatstadt Wuppertal bin ich nicht mehr fündig geworden und habe es deshalb einmal hier im „tanzhaus nrw“ probiert. So bin ich auch an Manis’ Projektgruppe gelangt, habe auch ein Schnupper-Wochenende gemacht und mir überlegt, ob ich dabeibleiben soll. Die Bewegungen kannte ich zwar alle, aber nicht, daß man sie mit so affenartiger Geschwindigkeit tanzen kann. Doch dann hat der Kampfgeist sich durchgesetzt, und ich habe mir gesagt, das schaffst du schon. Ich bin dann auch in den Mittwochskurs bei Manis, weil der Unterricht von ihr sich schon deutlich von dem bei anderen Lehrerinnen unterscheidet. Einmal dabei, kann man nicht mehr davon lassen.

Ich heiße Petra, mein Künstlername lautet A-ischa, wie in dem Schlager. 2995 habe ich in Frankfurt meine künstlerische Ausbildung gemacht. 2007 habe ich Manis dann auf einer Veranstaltung in Steimel kennengelernt, es hat sofort zwischen uns gefunkt, wir passten wie der sprichwörtliche Arsch auf Eimer. Ich bin jetzt also sechs Jahre im Tanzhaus dabei. Meine eigentliche Richtung ist aber der Bollywood, den liebe ich ganz und gar, weil ich mich in ihm ausleben kann. In diesem Jahr machen wir (ihr Mann Georg und sie) unsere erste gemeinsame Tanzreise auf die tunesische Insel Djerba. Ich gebe Kurse in meiner Heimatstadt Witten, ich bin öfters auf Manis’ Weihnachtsfeiern zu sehen, und ich tanze in diesem Jahr auf der „Open Stage“.

Ich heiße Georg, bin der  und gebe bei der „Reise der Karawane“ den Geschichtenerzähler. Antonia, die das letztes Jahr gemacht hat, ist ausgefallen, und da habe ich das eben übernommen. Ich lese also die Geschichte vor, die Sandra wieder verfasst hat, und ich habe heute meine erste Leseprobe gegeben.

(„Macht er toll!“ werfen die anderen ein.)

Das steht da ich Hochdeutsch, aber wegen der Geschichte muß ich es in Plattdüütsch sprechen, näch.

Warum kommt ihr Dienstälteren immer wieder zu den Projektgruppen?

Aicha: Wegen der anderen Frauen, von denen ich fast alle sehr, sehr mag und mit denen ich gern zusammen tanze. Und dann freue ich mich natürlich immer auf Manis’ Choreographien, weil die so abwechslungsreich sind. Sie ist eben eine unglaublich gute Choreographin. Sie ist auf dem Boden geblieben und bildet sich nicht wie andere Frauen auf ihr Können etwas ein. Manis hat immer ein offenes Ohr für einen, und mit ihr kann man über alles reden. Sie bestärkt einen, wenn man nicht auf Anhieb gleich alles kann.

Beate: Ich finde das Schöne bei Manis ist, daß man sich auch mit privaten Dingen an sie wenden kann. Was uns hier alle miteinander verbindet, endet nicht an den Wänden des Tanzhauses, sondern geht darüber hinaus.

Ich habe schon einmal gesundheitliche Probleme, und Manis ruft dann immer an, auch bei mir zuhause, und erkundigt sich nach meinem Befinden und gibt Ratschläge. Ich komme auch gern immer wieder hierher zu den Projekten, weil ich mit den Frauen Freundschaften geschlossen habe. Wenn es mal Differenzen untereinander gibt, rufen wir Gesprächsrunden ein, und Manis versucht, dann alle wieder runter auf den Teppich zu ziehen. Aber nicht nur dort spüre ich die Energie, die Manis ausstrahlt.

Claudia: Ich komme gerne hierher, weil ich gerne tanze, um das mal ganz grundsätzlich zu sagen. Manis ist eine Lehrerin, die viel aus einem herausholt, die die Stärken und Schwächen von uns erkennt, und man kann viel voneinander lernen. Wir treffen uns ja immer wochenends zu den Projekten, und die sich für mich, wenn auch körperlich anstrengend, immer so etwas wie ein Kurzurlaub. Der ganze Alltag bleibt außen vor, und ich muß mir um nichts anderes Sorgen machen, als jetzt links herum drehen, oder rechts herum. Bei Manis geht es sehr bodenständig zu, und man hat bei ihr auch nie den Eindruck, daß es ihr nur ums Finanzielle geht, wie bei einigen anderen. Manis sieht sich als Teil der Gruppe und steht nicht vorneweg. Sie ist definitiv eines von uns. Genau so wie sie mit ihrer Showgruppe SINAM tanzt, immer als Bestandteil des Ensembles. So etwas ist mir noch nie woanders untergekommen, daß die Chefin oder Choreographin einer Gruppe nicht im Mittelpunkt stehen muß. Manis ist da ganz bescheiden, und hin und wieder unterläuft sogar ihr beim Tanz ein Fehler. Aber auch das macht sie ja sympathisch, und deswegen gehen wir gerne immer wieder hin.

Beate: Manis ist mit ihren Choreographien so einfallsreich, daß mein Fan-Club für die Projekt-Shows immer größer wird. Angefangen von der ältesten, meiner Mutter, mit fast 80 Jahren, und der jüngsten, meiner jüngsten Tochter mit 22 Jahren. Dazwischen kommen Schulkameraden von meinen Töchtern, die mal mitgekommen und seitdem immer wieder dabei sind. Sie begeistern sich, das sei alles so phantastisch, so abwechslungsreich, einfach nur klasse.

Wir haben gehört, was die drei „gestandenen“ Projekttänzerinnen gesagt haben, habt ihr beiden davon auch schon etwas bemerkt?

Sophia: Seitdem ich Manis kennengelernt habe, gehe ich gern in ihren Unterricht. Sie macht so viele verschiedene Dinge, daß es mir einfach nur Spaß macht. Was ich aber richtig gern bei ihr mag, sie hat so viel Geduld mit allen. Wir würden da sicher manchmal ausflippen und alles hinschmeißen wollen, aber Manis nicht. Sie nimmt das alles mit Ruhe.

Mitra: Was ich über meine noch kurze Zeit mit Manis sagen kann, ist folgendes: Sie stellt sich wirklich nicht in den Vordergrund. Sie lässt nie die Lehrerin raushängen und wird auch nie laut oder schreit ‚Ihr müsst das jetzt machen!’ Manis nimmt auch Gedanken aus der Gruppe auf, hört zu und ändert Sachen, wenn die Frauen etwas anders sehen. Und eines will ich hier auch sagen, am Anfang hatte ich ein paar Probleme, in die Gruppe hineinzufinden, und ich habe das Manis erzählt. Da hat sie die ganze Gruppe um sich versammelt und das zur Sprache gebracht. Alle haben ihre Meinung gesagt, und seitdem klappt auch alles. Das fand ich wirklich klasse von ihr. Sie geht auf alles ein und hilft, wo sie kann. Für Anfänger sind manche Stücke eben schwierig, und sie bringt uns das alles schrittweise bei. Da kann man nur von lernen.

Mittwochsgruppe Manis
Wir haben jetzt sehr viel über Manis und ihren Unterricht erfahren, kommen wir doch zum Höhepunkt des Projektes, der Show „Die Reise der Karawane“. Was bedeutet sie für euch?

Petra: „Die Reise der Karawane“ bedeutet für mich, daß die zehn Monate, die wir geprobt haben, einen Abschluß und Höhepunkt haben. Darauf kann man stolz sein, man hat zehn Monate hart daran gearbeitet, und das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinn des Wortes sehen lassen. Man hat was geleistet, man freut sich drauf, und ausgerechnet an dem Abend läuft es dann auch irgendwie immer alles am besten. Manis sagt immer schon gleich zu Anfang, es hat noch nie eine Aufführung gegeben, die schief gelaufen ist. Sicher, bei mancher Generalprobe haben wir uns gesagt, O Gott, O Gott, das gibt eine einzige Katastrophe, aber dann geht das Licht an, wir betreten die Bühne, und alles läuft wunderbar.

Beate: Ja, ich glaube, das wesentliche ist, daß man sagen kann, man ist stolz drauf. Ich bin stolz, wenn meine Kinder zu mir sagen, wie toll das gewesen ist. Meine zweite Tochter und ihr Mann sind ein wenig kritisch, aber wenn die schon sagen, wir kommen auf jeden Fall, weil wir die Show so klasse finden, dann heißt das doch schon was. Mögen wir uns auch von Jahr zu Jahr noch so verbessern, kleinere Fehler unterlaufen einem immer. Dennoch sagt uns Manis anschließend immer, ihr habt super getanzt. Auch wenn Manis das schon seit so vielen Jahren macht, ist sie doch immer noch immer supernervös. Erst recht, wenn sie selbst mittanzt. Und daß ist doch eigentlich schön, daß sie das nicht verloren hat. Sie ist Mensch, Freundin und Mitstreiterin, mehr kann man doch nicht verlangen.

Sophia: So eine wie Manis gibt es in der Tanzszene kein zweites Mal.

Petra: Ich darf wohl sagen, daß wir gute Freunde geworden sind, und darauf bin ich ziemlich stolz. So etwas ist nicht selbstverständlich, andere Lehrerinnen lassen niemanden an sich herankommen. Manis hat mich als Lehrerin ziemlich weit gebracht, sonst wäre ich immer noch da, wo ich vor einigen Jahren gestanden habe. Sie sagt einem, geh mal da mit, tritt mal da auf, doch, das kannst du. Ich möchte sie als Freundin nicht verlieren.

Claudia: Wir haben ja schon so viele ihrer Choreographien aufgeführt, und die sind immer wieder neu und ähneln sich kaum. Sie kommt einfach in den Unterricht und lebt uns die neue Choreographie vor.

Mitra: Ich bin jetzt schon aufgeregt. Heute habe ich die Bühne zum ersten Mal gesehen, und als ich mein Solo getanzt habe, hat mir das Herz bis zum Hals geschlagen (lacht) Ich weiß gar nicht, wie das noch am Tag der Aufführung werden soll. Die anderen Mädels sagen mir bestimmt noch, du machst uns ganz kirre (lacht). Aber im ernst, für mich ist der 15. Februar der Abschluß des ganzen Trainings, und das war stellenweise richtig anstrengend, zumindest für mich als Anfängerin. Wenn ein Trainings-Wochenende vorüber ist, ist es damit ja noch längst nicht vorbei. Ich habe dann zuhause die Stöcke und die Isis-Flügel genommen und geübt, geübt und geübt. Von den Stöcken habe ich Blasen an den Fingern bekommen, und nach den Isis-Flügeln konnte ich die Arme nicht mehr heben. Am Anfang war das mehr, mittlerweile muß ich weniger trainieren, weil ich ja die Choreographie „drin“ habe. Als ich damals gehört habe, daß wir mit dem Stücke auftreten sollen, habe ich nur noch gedacht, ich muß hier raus! (Alle lachen).

Petra: Das war bei mir auch, beim allerersten Mal, als es hieß wir müssen damit auftreten.

(„Ich auch!“, „Ich auch!“ ertönt es von allen Seiten, und „Ich wollte doch nur ein bisschen üben, aber nicht auftreten!“)

Beate zu mir: „Du wirst begeistert sein von den Solos.“

Ich komme nicht nur natürlich, sondern auch gerne.

Sophia: Ich habe die „Reise der Karawane“ jetzt zweimal gesehen, und das hat mir beide Male sehr gut gefallen. In Gedanken habe ich mir immer gesagt, ach, einmal eine von diesen Tänzerinnen sein. Ich habe die Manis dann einmal drauf angesprochen, und sie hat geantwortet: Aber natürlich, du kannst sehr gerne mitmachen. Zu Beginn war das dann für mich doch alles etwas schwierig, weil ich ja Anfängerin bin. Meine Kinder waren manchmal richtig sauer auf mich, weil ich nur getanzt habe, im Unterricht und auch noch zuhause. Sie haben mir daraufhin einen Spitznamen gegeben „die kleine Raupe Nimmersatt“ (alle lachen). Dennoch freue ich mich sehr auf unsere „Reise der Karawane“, denn dann haben wir es geschafft.

Möchte noch jemand ein Schlußwort sprechen?

Beate: Ich möchte, daß Manis uns noch ganz, ganz lange erhalten bleibt. Wenn ein Projekt abgeschlossen ist und wir Pause haben, fiebere ich schon der Zeit entgegen, wenn es wieder losgeht. Und dann müsste ich schon den Kopf unter dem Arm haben, um nicht hinzugehen. Meine ganzen privaten Termine sind so gelegt, daß ich auf jeden Fall zur Manis fahren kann. Wenn es auf Tanzreise geht, nehme ich möglichst viele Stunden auf Manis-Workshops, weil sie mir genau das vermittelt, was ich begreifen und umsetzen kann.

Petra: Die Woche, bevor es losgeht, wird immer etwas hektischer und kribbeliger. Am Tag selber, bevor es losgeht, bilden wir alle, also auch die Gasttänzerinnen einen großen Kreis, und dann findet Manis ein paar passende Worte.


Wir machen alle die Augen zu, und ich kriege jetzt schon wieder Gänsehaut. Sie ermutigt uns alle, lässt uns den Himmel sehen und sagt, auch wenn kleine Fehler passieren, es sind keine wirklichen Fehler, denn wir sind keine Profis. Das, was wir auf der Bühne umsetzen, ist einfach nur grandios. Die Energie fließt dann durch den ganzen Kreis, geht durch jeden einzelnen Körper, und wir halten uns die ganze Zeit an der Hand. Dann gibt es unter den Frauen auf keine Rivalität mehr.

Claudia: Ich finde an ihrer Ansprache besonders toll, wenn sie sagt, die Zuschauer müssen nur erkennen, daß ihr Spaß daran habt, egal ob ihr Fehler macht oder nicht, habt erkennbar Spaß daran, dann kommt es auch gut an.

Beate: Was ich bei Manis noch toll finde, ist, daß jede von uns von der „Karawane“ eine CD von den Tänzen und eine DVD mit Bildern erhält. Das ist so klasse. Das hat man wirklich was zur Erinnerung. Ich habe mal die ganz alten rausgekramt, auch wenn man die teilweise gar nicht mehr sehen mag. Ich habe da noch ziemlich abgehackt getanzt. Aber, ganz wichtig, man lernt bei Manis, sich selbst zu lieben. Sie sagt, gerade im Orientalischen Tanz muß man sich so akzeptieren, wie man ist, und das finde ich an ihr so klasse. Manis achtet immer darauf, daß wir richtig ästhetisch auf die Bühne kommen. Daß wir vernünftig rüberkommen und nicht so wie manche andere mit ihrem gewöhnlichen Bauchtanz.

Claudia: Ich war mal mit einer Freundin zu einem Geburtstag, wo wir eine Tango-Nummer tanzen wollten. Vor uns waren zwei andere Gruppen dran, und dann kamen wir. Wir sind ganz in Schwarz und Gold aufgetreten, und als wir fertig waren, hatten wir einen Fan-Club von älteren Damen, die meinten, das wäre so elegant gewesen. Das war nach einer Choreo von Manis gewesen, und die Leute waren hin und weg davon, weniger dagegen von unseren Vorgängern, was ja nun schon einiges über das aussagt, was man bei Manis lernt.

Petra: Ja, weil es so ästhetisch ist.

Beate: Eines muß ich unbedingt noch über Manis erwähnen: Meine Tochter hat vor zwei Jahren geheiratet, und Manis ist dorthin gekommen und hat für meine Tochter und meinen Schwiegersohn wunderschön getanzt. Die beiden sprechen heute noch davon, wie toll da gewesen ist.

Petra: Damit man einen richtigen Eindruck gewinnt, bei uns wird viel mehr gelacht als gezickt.

Beate: Ich bin der Pausen-Clown, und ich sage immer, meine Falten kommen vom Lachen.

Petra: Der richtige dumme Spruch zur rechten Zeit nimmt viel Schärfe heraus.

Sophia: Auf der Bühne muß man auch immer lachen.

Beate: Wir grinsen uns ja auch beim Tanzen immer an. Wenn eine schwierigere Stelle kommt, die bei der Aufführung dann doch klappt, ist das schon Grund genug, sich anzugrinsen.

Petra: (lacht): Manchmal ist das aber fehl am Platz, zum Beispiel beim Säbeltanz.

Claudia: Säbel mit Grinsen geht gar nicht.

Beate: Noch eins über Manis: Wenn beim Training eine von uns fehlt, macht sie ganz selbstverständlich den Lückenbüßer. Deswegen hat sie von uns zum Abschluß auch ein Buch geschenkt bekommen mit dem schönen Titel: Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?

(Manis kommt hinzu und wird gefragt, warum sie immer weitermache.) Ganz einfach, weil ich viele talentierte Frauen habe, die sich gern von mir quälen lassen und gerne Choreographien lernen. Mein Steckenpferd ist eben, Choreographien zu entwickeln, und wenn ich dann hinterher das Ergebnis sehe, weiß ich, daß ich das immer weiter machen möchte. So lange das noch aus mir raussprudelt, kann ich auch weitermachen. Erst wenn mir Gedanken kommen wie, was mache ich bloß mit denen, was fange ich mit denen an, höre ich auf.

Hast du auch vor einem Projektabend noch Lampenfieber?

Aber immer. Noch mehr als meine Frauen.

DIE REISE DER KARAWANE, Fr., 15. Februar 2013, 20:00 Uhr, tanzhaus nrw

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