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Eine der wunderbarsten und wichtigsten Tänzerinnen der Niederlande ist die in Niederländisch Guayana (heute Surinam) geborene Aisa Lafour. Nachdem sie überall auf der Welt mit ihrer besonderen Mischung aus klassischem Raks Sharki und latein- amerikanischen Rhythmen zahllose Erfolge feiern konnte, hat sie 2010 ihre eigene Show-Reihe in ihrer Heimatstadt Amsterdam begonnen, deren vierte Auflage gerade vom Stapel gelaufen ist.
Fotos: André Elbing (www.andre-elbing.de) Fotos Open Stage, Fotos Show
Grafik/WebDesign: Konstanze Winkler
SO TANZEN UNSERE NACHBARN – NIEDERLANDE

4. Orientalicious Show
in Amsterdam
22. Juni 2013

von Sylvia Sophia Assmann

Eröffnet wird das bereits vierte Orientalicious-Festival mit einer, in den Party-Bereich eines syrischen Restaurants verlegten, Offenen Bühne  mit einem recht durchwachsenen Programm.:
Die „Shimmy Shake Talentenjacht“, organisiert von „LiteSide“, ist Bestandteil des Orientalicious Festivals in Amsterdam. Der Titel ist Programm: es geht um die „Jagd“
nach neuen Tanztalenten aus allen Bereichen des Tanzes.

An drei Tagen im Mai gab es „Selectiedagen“ in Hengelo, Rotterdam und Amsterdam. Die dort ausgewählten Tänzerinnen wurden dann zum „Talentendag“, der Shimmy Shake Talent Matinee, eingeladen.

Vorweg sei erwähnt, dass es sich z. T. um Tänzerinnen ohne Auftrittserfahrung handelte und sie aus allen Sparten des Tanzes kommen. Gail Pilgrim, „Directeur Shimmy Shake en LiteSide“, eröffnet die Matinee und ermuntert das Publikum seine Begeisterung mittels Applaus kräftig kund zu tun.

Den Anfang macht Norina Tosi, die ihren ersten Bühnenauftritt mit einer romantisch-verträumten Choreographie gut meistert. - Sichtbar Bühnenerfahrung bringt Stefanie van der Zwaal mit, als sie mit Zeitgenössischem Tanz die Zuschauer Kraft und Liebe spüren läßt.
Ein ausbaufähiges Trommelsolo präsentiert Iris Engeln.

- Vier Frauen vereinen sich zu
Asrais. Asrais experimentiert mit vielen Stilen und man erkennt die Bühnenerfahrung.
Minimalistische Kostüme sind oft bei brasilianischen Tänzen zu sehen. So auch bei Mijntje Vreeswijk, die mit Ausdrucksstärke hervorsticht.
Ein wenig eigenartig der Schwerttanz von Helen Saida, da nicht klar ist, ob die Choreographie „humoresque“ ist oder nur so wahrgenommen werden kann.
Zwei Tänzerinnen, Jacqueline und Laila, und zwei Tanzstile, orientalisch und moderner Jazz-Tanz, verbinden sich in der nächsten Darbietung.

- Die wohl hervorstechendste Darbietung zeigt Neko Vleer. Erklärbar ist dies durch ihr Studium der bildenden Künste in Den Haag. Sie zeigt einen asiatisch geprägten emotionalen Tanz, der vom Publikum auch mit dementsprechend viel Applaus honoriert wird.

„Fusion met Spaanse dans“ ist der Titel von Jacqueline van Kuilenberg. - Persönlichen Tanz- und Kostümstil erleben wir bei Triskel Lady, die großen Eindruck hinterläßt.
-Verblüffende Effekte erzielt Janneke Staat mit ihren Buugengs oder S-Staves genannte Jonglage- instrumenten. Sie beherrscht die Handhabung der
S-Stöcke hervorragend.

Koh-I-Noor tanzt sich mit „Aladin Meets Broadway“ in die Herzen der Zuschauer. - Den letzten Tanz mit Fächerschleier und mitreißenden Sambarhythmen präsentiert die Mirage Dansgroup.

Zusammenfassend eine äußerst sehenswerte Matinee mit vielversprechenden Künstlern und neuen Ideen!
Wir sind gespannt auf die Shimmy Shake Talent Matinee 2014!

Norina Tosi
Triskel Lady
Stefanie van der Zwaal
Asrais
Mijntje Vreeswijk
Neko Vleer
Janneke Staat
Mirage Dansgroup
DIE FESTIVAL-GALA

Samstagabend: Mit einem beeindruckenden Eröffnungstanz wird das Publikum im ausverkauften „blauwe zaal“ im „De Meerwart Amsterdam“ willkommen geheißen. Das Ensemble Deyy el Amar (Niederlande) unter der Leitung von Aisa Lafour reißt das Publikum mit Bildern von wogenden Wellen sofort mit sich. - Den Schwung dieser Wogen übernimmt Omar Jamil (Syrien/Deutschland) und präsentiert einen mitreißenden Beduinentanz, während dem er zwei schmale Schwerter mit akrobatischer Geschicklichkeit und in Kampfesstimmung herumwirbelt. Ein Beduine, der seine Geschicklichkeit im Umgang mit seinen Waffen präsentiert.

Ein wenig ruhiger wird es beim wunderbar gefühlvollen Baladi von Tato & Iris, die als Duett ein stimmiges und harmonisches Bild erzeugen. - Würde Samia Gamal wiedergeboren worden sein, wäre sie Katalin Schäfer (Ungarn), die mit ihrem „Tribut to Samia Gamal“ diesen verspielt romantischen Tanzstil mit vielerlei Shimmy-Spielereien zum Besten gibt. Wie wandlungsfähig Katalin Schäfer ist beweist sie auch mit ihrer eigenen, sehr weiblichen Design-Linie und mit ihrem zweiten Tanz. Doch davon später mehr.

Jamilah (Polen) tanzt ein raumgreifendes Stück vom Om Kalthoum und ein Trommel-Solo mit perfekt isolierten Bewegungen auf jedes „Dum“ und „Tak“ und einem tollen Spannungsaufbau. - Wenn Eliana (Rußland/Deutschland) angekündigt wird, erwartet das Publikum immer ein besonderer Leckerbissen. Mit der Musik verschmelzend, präsent und elegant wie eh und je, präsentiert Eliana „Diva Tribal Dance“ und zeigt darin zwei unterschiedliche Diven in einer Frau.

Modern oriental geprägt das zarte Duo von Novia Zia (Niederlande).  - Flamenco ausdrucksstark zu präsentieren ist für manch junge Tänzerin gewagt, denn dieser Tanz lebt von der persönlichen Stärke und Ausdruckskraft der Tänzerin. Loretta (Niederlande), eine begnadete Nachwuchstänzerin, schafft diese Hürde mit Leichtigkeit.
Von der Stärke des Flamencos, aber nicht weniger dramatisch, geht es mit Selma (Türkei/Deutschland) und ihrer Oriental Fantasy mit Isis Wings weiter. Entpuppen, verbergen, geboren werden, auferstehen, das sind die Gefühle die Selma im Zuschauer auslöst.
- Schlangengleich geschmeidig und jugendlich-weiblich der besonderen Art, so könnte man den Tanzstil und die Ausstrahlung von Nika Mlakar (Slowenien) in ihrem klassischen Tanz und auch bei der hingebungsvollen Tango Fusion bezeichnen.

Magdy el Leisy rockt Folklore. Sollte irgend jemand auf die Idee kommen, Folklore sei langweilig und nur für alte Leute, hat er Magdy el Leisy (Ägypten/ Deutschland) noch nicht Saidi tanzen sehen. In unzähligen Varianten bringt er seine Stöcke zum Tanzen, dazu zahllose Drehungen auf einem Bein, selbige garniert mit „Posings“, damit reißt er das Publikum von den Sitzen. - Sinn und Inhalt der Oriental Martial Arts Fusion der Godinnen (Niederlande) zu entschlüsseln, die sich mit Doppelschwertern und Fächerschleier begegnen, erweist sich als schwierige Aufgabe.

Aus dem nach der Pause geschlossenen Vorhang taucht ein behandschuhter Arm auf. Danach erscheint ein Bein und schließlich die ganze Frau: Katalin Schäfer präsentiert eine fesselnde „burlesque“ Fusion, in der sie sich elegant entkleidet und wiederum nicht entkleidet ist und dann ein Trommelsolo zum Besten zu geben. Eines der Highlights der Gala. - Stimme und Musik von Om Kalthoum auf ganz hervorragende Art sichtbar zu machen, gelingt danach Aisa Lafour (Niederlande) mit ihrem Solo.
Stopps und Stillstand verbunden mit wenigen Schritten und Bewegungen zeigen die beiden Tänzer von Tugra (Türkei/Niederlande) bei ihrem „Turkish Bandits Dance Zeybek“. - Wie aus einem Guss der zweite Auftritt Elianas in dieser Gala: Musik, Tanz, Kostüm, Ausdruck. Eliana bietet Perfektion und Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht.
Gänsehaut verursacht die Kombination aus Tanz und Gesang: Mena Leila (Niederlande) und die Sopranistin Liesbeth verbinden Lyrical Dance mit Turkish Opera. Die wunderbare Stimme von Liesbeth erfüllt neben dem „blauwe zaal“ auch alle Herzen der Zuschauer, was am Applaus zu erkennen ist. - Syrische Folklore, eine Spezialität von Omar Jamil, entführt die Zuschauer in dessen Heimatland: man „sieht“ förmlich die Wüste, wenn er tanzt.
Was bekommt man wenn man zwei Spitzentänzer und zwei, eigentlich sehr unterschiedliche Tanzstile in einer Choreographie vereint? Eine Oriental Ballet-Choreographie, getanzt in Harmonie, Einheit und Perfektion von Aisa Lafour und Magdy el Leisy!

Es ist ein wunderbarer Abend mit herausragenden Tänzern und Künstlerinnen, einem abwechslungsreichen Programm mit viel klassisch orientalischen Tänzen gewesen! Große Anerkennung an das Organisations- team Aisa Lafour, Mena Leila und Jerney de Bie!

„Orientalicious was delicious!“

Deyy el Amar
Omar Jamil
Tato und Iris
Eliana
Katalin Schäfer
Jamilah
Duo Nova Zia
Selma
Loretta
Nika Mlakar
Katalin Schäfer
Magdy el Leisy
Die "Godinnen"
Aisa Lafour
Tugra
Eliana
Sopranistin Liesbeth
Mena Leila
Omar Jamil
Aisa Lafour & Magdy el Leisy
Homepage: www.orientalicious.nl