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Zum wiederholten Mal hatte „Hagalla“ das Vergnügen, Romy Mimus auf die Reise schicken zu können. Der Star von den „Bellydance Superstars“ und dem „Ensemble Rakas“ tanzt nicht nur herausragend, sondern versteht sich auch darauf, klar und unterhaltsam zu schreiben. Diesmal war sie zu Gast bei der niederländischen Vorzeige-Bauchtänzerin Aisa Lafour, die seit einigen Jahren in ihrer Heimatstadt Amsterdam das Festival „Orientalicious“ durchführt. Der Gala-Show darf man mit Fug und Recht gehobenes Niveau bescheinigen, und genau über die berichtet Romy nun:
Fotos: Mike Godlieb (www.mikedesign.nl)
Grafik/WebDesign: Konstanze Winkler
"SICHTLICH FREUDE AM TANZEN"

„Orientalicious 2014“
bei Aisa Lafour in Amsterdam

von Romy Mimus

Wieder einmal war ich als „Hagallady“ unterwegs, um mir ein weiteres tolles Festival anzusehen. Orientalicious 2014 präsentiert von Aisa Lafour, eine mittlerweile weitbekannte Größe  der orientalischen Szene. Also schnell mal nach Amsterdam rübergefahren - was sind schon 700km für ein Wochenende voller Tanzeindrücke. Von der Freitags- Opening Party, über die Samstagabend Gala, einem Basar, live Musik, Buffet, Modenschau  und dem täglichem Workshop-Programm bis Sonntag war immer was geboten.  Am Samstagnachmittag also angekommen durfte ich erst einmal das schöne Wetter in Amsterdam genießen, bevor das Abendprogramm startete.

Aisa Lafour
Deyy el Amar
Shahrazad
Isis (Mexiko)
Eglal (Tschechien)
Sumaya (Weißrussland) & Osama Mimi Farag (Ägypten)
Leandro Ferreyra (Argentinien)
Badra Falak (Niederlande)
Mena Leila
MariA (England)
Nwarin Gad (Ägypten) & Aisa Lafour
Suraiya Ibrahim (Polen)
Eglal
Deyy el Amar
MariA
Shahrazad
Nwarin Gad (Ägypten)
Isis & Leandro Ferreyra
Aisa Lafour
Suraiya Ibrahim (Polen)
Osama Mimi Farag (Ägypten)
Die Gewinner der Corendon Airlines Flugtickets
Finale
Homepages:
www.orientalicious.nl
www.aisalafour.com
www.romy-dance.com
Um 19:00 Uhr begann das Vorprogramm mit leckerem türkischem Buffet. Zur Unterhaltung der Gäste gab es wirklich tolle Live-Musik von „Arabnights“ und schließlich noch eine Modenshow verschiedener Designer. Wirklich sehr unterhaltsam und einstimmend auf den restlichen Abend.
20:30 Uhr, die Türen öffnen sich, für die abendliche Gala-Show der Stars. Gleich zu Beginn bekam jeder Zuschauer einen Nummernzettel - was da wohl noch auf uns zukommen mochte? Die abgestuften Reihen des kleinen Theatersaals waren voll. und die tief liegende Bühne sah toll aus.
Als Eröffnungsstück durften wir gleich das Ensemble von Aisa Lafour erleben. Die Gruppe Deyy el Amar, in pinkfarbenen Kostümen, konnten mit guten Platz-Management und vielen goldenen Isis-Flügeln gleich ihr Publikum begeistern und wurden bald von Aisa Lafour selbst begleitet. Gemeinsam tanzten sie die ausgesprochen ansprechende Choreographie, mit tollen Wechseln, Kombinationen und Formationen.
Aisa tauscht ihren Platz mit ihrer Partnerin Mena Leila, welche im nächsten Teil den Mittelpunkt der fließenden Choreo bildet. Zum flotten Dabke-Part sind sie alle gemeinsam auf der Bühne und heizen dem Publikum ein und zum großen Finale sind noch einmal alle mit Isis-Flügeln auf der Bühne. Ein eindrucksvolles Opening, trotz kleiner Unstimmigkeiten, das die Erwartungen hoch setzt.  

Um als Zuschauer nicht den Überblick zu verlieren, gab es als Einstieg in die Show ein kleines Beamer-Video, das sehr schön animiert, noch einmal die Eckdaten des Festivals und die zu erwartenden Künstler präsentierte.

Isis, die erste Künstlerin (Mexiko) überzeugt sofort mit ihrer leidenschaftlichen Ausstrahlung und ihrem feurigen Tanz. Das Publikum ist gleich Feuer und Flamme. Ihr ausgefallenes Kostüm in Schwarz mit einem sehr engen Glockenrock lässt mich zunächst staunen, daß es ihr so einfach zu fallen scheint, darin zu tanzen. Die ausgefallenen Drehungen in ihrer Choreographie rechtfertigen - durch dessen tollen Effekt -  diesen Rock aber sofort.
Als nächstes kommt Shahrazad (Deutschland) auf die Bühne, ein persönliches Highlight für mich. Sie überzeugt mich einfach immer wieder mit ihren kreativen Ideen und deren starker Umsetzung. Zu zauberhafter Musik beginnt ihr „Sundance“ zunächst vor allem mit viel Gesichtsausdruck und Handspiel. Shahrazad erzählt eine Geschichte, die jeden sofort in ihren Bann zieht. Sie beginnt sich zu drehen und das absolut raffinierte Kostüm aus mehreren Rockschichten hat so viel Effekt, daß es nur zum Staunen ist. Eine sehr gelungene Performance.

Eglal (Tschechien) verzaubert mit Seiden-Flügeln, die sie gekonnt einsetzt und wie eine Waldelfe über die Bühne gleitet. Wunderschön anzusehen.
Das erste Duett zeigen uns Sumaya (Weißrussland) und Osama Mimi Farag (Ägypten). Eine lustige Shaabi-Darbietung, die das Publikum mitreißt.
Badra Falak (Niederlande) schwebt auf die Bühne, verhüllt in weißen Seidenschleiern und überzeugt mit ihrem romantischen Lyrical.

Als nächstes betritt Leandro Ferreyra (Argentinien), mit dramatischem Aufgang im Lichtkegel die Bühne. Das Kostüm ist beeindruckend - die Maske - die Krone. Kriegerisch, stark wird man sofort an eine Filmszene erinnert. Dann der plötzliche Bruch. Die Maske wird abgelegt, und Leandro wickelt das Publikum um den Finger mit seinem flotten Bollywood-Stück, der charmanten Ausstrahlung und der sichtlichen Freude am Tanzen.
Leidenschaftlichen Wechsel zwischen Drama und Freude, Offenheit und tiefer Versunkenheit, dürfen wir mit Mena Leila (Niederlande) erleben.

MariA (England) zeigt uns mit „Moleo Doras“ eine ganz andere Seite des Tanzes. Steppen in Perfektion bei unglaublichem Tempo, trifft sie jeden Ton. Als Accessoire hat sie Holzklötze an Seilen, die sie ähnlich einem Voi, in tollen Kombinationen mit einbindet und die zusätzlich zu ihren Stepp-Schritten musikalisch, jedes Mal wenn sie den Boden berühren,  zu der Performance beitragen. Optisch und akustisch ein Erlebnis.
Das zweite Duo zeigen uns Nwarin Gad (Ägypten) und Aisa Lafour. Sehr charmant und mit vielen schauspielerischen, witzigen Elementen tanzen sie eine feurige und leidenschaftliche Liebesgeschichte im Latin Fever.
Suraiya Ibrahim (Polen), was für eine Frau. Baladi, wie man sich ihn nur wünschen kann. Absolut gekonnt spielt sie mit ihrem Publikum und weiß ihre Reize einzusetzen. Problemlos brachte sie das Publikum zum Beben und sorgte, mit ihrem abschließenden, fetzigen Tabla-Solo für ausgelassene Stimmung in der anschließenden Pause.
Zur Eröffnung des zweiten Showblocks durften wir noch einmal eine tolle Choreographie des Ensembles Deyy el Amar bewundern. Raks Sharki in blauen Kostümen und mit weißen Seidenschleiern, Tabla-Solo und ein schönes Finale.

Das Solo von Sumaya (Weißrussland) begann mit sanftem, fröhlichem Kaleegy in tollem Kostüm und  endete in sehr feurigem und weiblichem Iraki-Stil mit vielen Haarakzenten.

MariA zeigte in ihrem zweiten Auftritt einen dramatischen Flamenco, der sehr an Contemporary erinnerte.
Noch einmal durften wir Eglal erleben, die in raffiniertem, rückenfreiem Spitzenkleid einen Modern Akkordeon Baladi sehr gekonnt darbot und ihr Publikum begeisterte.

Tango Duett mit Isis und Leandro Ferreyra: Dramatisch, mit viel Schauspiel, gewagtem Outfit und wenigen orientalischen Elementen,  zeigen sie uns ihr Temperament.

Theatralisch schreitet Nwarin Gad (Ägypten) zunächst mit Leuchtkugeln über die Bühne. Der lange Spannungsbogen endet in einer Darbietung seiner ausgezeichneten Ballett-Technik und vielen eindrucksvollen Sprüngen und Bewegungen
Mit überdimensionalen Isis-Wings, aus meterweise fließendem Stoff versetzt uns Shahrazad wieder einmal in Trance. Ihr „Moondance“ läßt niemanden unberührt und verzaubert auf seine ganz eigene Art. Toll!
Suraiya Ibrahim interpretiert Tarab zu wunderschöner Musik und mit viel Ausstrahlung. Sie ist vollkommen eins mit ihrem Tanz.

Trommel-Solo mit
Aisa Lafour in fantastischem, farbenfrohem Kostüm. Wie eine Amazone zeigt sie uns viele raffinierte, anspruchsvolle Akzente und Kombinationen und faszinierte mit ihrem akzentreichen Tabla-Solo.
Zum Abschluß der abendlichen Gala-Show zeigte uns Osama Mimi Farag (Ägypten) gekonnt einen typischen Tanura-Tanz mit allem, was dazu gehört und mit unter 5 Minuten auch erfrischend kurz gehalten.
Am Ende dieser wirklich sehenswerten Show wurde auch noch das Geheimnis um die vergebenen Nummernzettel gelüftet. Corendon  Airlines, Sponsor des Orientalicious Festivals, stellte 3 Flugtickets mit unterschiedlichen Zielen als Publikumspreise zur Verfügung. Eines ging an einen ausgelosten Zuschauer, mit den anderen beiden wurden jeweils bestangezogenste Dame und Herr unter den Zuschauern gekürt. Eine sehr schöne Idee, um das Publikum zu schicker Abendgarderobe zu ermutigen (Man war natürlich vorher informiert).

Ein paar sehr nette Gespräche noch, mit vielen verschiedenen alten und neuen Bekanntschaften geführt, und schon hieß es wieder: Autobahn Richtung „Couch in meinem Wohnzimmer“,  um nach einem tollen Wochenende auf dem Orientalicious-Festival 2014 die Füße hochzulegen, sich zu erinnern und auf folgende Begegnungen und Erlebnisse zu freuen.
Nach einem typischen, spätabendlichen Ausklingenlassen des Erlebten mit den Künstlern der Show, freute ich mich trotz kurzer Nacht bereits auf den morgendlichen Workshop. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten, fand der Schüssel zur Schule letztendlich auch seinen Weg zu uns, die Musikanlage spielte Musik ab, die Workshop-Räume waren richtig verteilt, und wir konnten die verbliebene Zeit noch gut nutzen.