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Melanie Dellenbach alias Rubenesque ist Tribal Tänzerin aus der Schweiz. Neben Tribal Fusion tanzt sie auch begeistert ATS. Rechtzeitig zum Tribal Fest in Sebastopol reiste sie in die USA und wird dort für ein Jahr in der Nähe von San Francisco leben und tanzen. Laufend wird uns Melanie von ihren Erlebnissen rund um den Tribal Tanz berichten. Hier beginnt sie mit dem wohl größten Bauchtanz-Festival in der Schweiz, der 6. Oriswiss 2012

GRÜEZI AN DER ORISWISS

Beobachtungen auf der 6. Oriswiss

von Melanie Dellenbach

Photos © Urs Ackermann
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Galashow

Obwohl die Show bald starten sollte, war die Halle nur etwa zur Hälfte besetzt und die vielen leere Reihen ließen den Saal riesig erscheinen. Überpünktlich begrüßte uns Leyla Nahrawess und stellte sich und Nahila als die Veranstalterinnen dem Publikum vor.

Vor Beginn der Galashow wurden zwei Tänzerinnen geehrt, welche sich um den Orientalischen Tanz in der Schweiz verdient gemacht haben: Meissoun und Assale Ibrahim bekamen beide eine Urkunde überreicht und hielten oscarreife Dankesreden.
Die Galashow startete mit der Tribal-Fusion Gruppe Mandala, welche uns 2 Choreografien zeigte. Die Stärke der Gruppe besteht in ihrer Größe, und es sah toll aus, als die 7 Frauen zusammen mit ihrer Leiterin Naheema synchron tanzten. Als erstes zeigte die Gruppe eine Choreografie zum Lied „Dope Crunk“ von Beats Antique. Die gleiche Performance hatte ich bereits 2010 auf einer anderen Veranstaltung gesehen und war daher enttäuscht, nichts Neues präsentiert zu bekommen. Als zweites wurde uns eine neue Choreografie im typischen Stil der Leiterin Naheema gezeigt. Die Gruppe tanzte mit Augenbinden aus Spitze und das schlichte Kostüm paßte sehr gut zur Darbietung. Ein schöner Auftritt zu einem schönen Lied.
Lya, welche bereits beim Rahmenprogramm sehr gut gefallen hatte, zeigte dem Publikum erneut einen tollen Kerzenleuchter-Tanz (Shamadan), dieses mal zu einem schnellen Lied. Der Bodenteil war wieder sehr schön und wurde mit tollen Bauchwellen abgerundet. - Das Seidenstrassen-Ensemble präsentierte uns einen fröhlichen Buchara-Tanz. Die Tänzerinnen wirbelten über die Bühne, tanzten im Kreis und sprühten vor Freude in ihren farbigen Kostümen. Ein toller Auftritt in einem für mich ganz neuen Tanz.

Naheema startete ihre Zeitgenössisch-Tribal Choreografie mit einem sehr schönen Bodenteil. Zu dem schwermütigen, rockigen Lied tanzte Naheema sehr kraftvoll und mit viel Ausdruck. Im zweiten Tanz, einem Tribal-Fusion Stück zu elektronischer Musik zeigte sie uns schöne Isolationen und tolle Locks.

Die Gruppe Al Azahaar, eine Aufführungsgruppe des Zeot geführt von Alia, zeigte uns ein Tango Arabe. Die jungen Frauen trugen schöne rote Kostüme. Der hübschen Nummer fehlte leider etwas die Spannung und Dramatik des Tangos. - Yalia, welche wir im ersten Teil bereits sahen, verführte uns mit einem neckischen Baladi. Sie zeigte uns tolle Shimmis und Isolationen, und der Spaß, den sie dabei hatte, war spürbar. Durch mehr Abwechslung hat dieser Tanz besser gefallen als der im ersten Teil.
Vier Tänzerinnen aus 4 verschiedenen Stilrichtungen zu einem Tanz vereint, ob das gut geht? Nicht nur eine gute, sondern eine phantastische Vorstellung hat das Quartett, bestehend aus Viviane Gerhard (Tribal-Fusion), Mirimah (Indian-Fusion), Lya (klassisch orientalisch) und Nicole McLaren (Drehtanz), hingelegt. Nach einem Schleier-Intro zeigte jede der Tänzerinnen eine kurze Sequenz in ihrem eigenen Stil und wurde währenddessen von der Gruppe umrahmt. Diese Soloteile wechselten sich mit tollen Gruppennummern mit schönen Formationen ab. Der phantastische Auftritt und die stimmige Choreografie wurden zu Recht mit sehr viel Applaus belohnt.
Als Duo zeigten uns Shantay und Nicole McLaren Kampfkunst Tribal Fusion. Die Mischung aus Karate und Tribal Fusion war sehr interessant und die beiden zeigten uns einen temporeichen Tanz mit viel Energie. Das Duo hat gut gefallen, und man spürte, daß das Ganze noch weiter zu perfektionieren sein könnte. Ein schlichteres Kostüm hätte mir zu diesem Tanz besser gefallen.
- Schemzedah präsentierte uns in einem wunderschönen Kostüm einen Säbeltanz. Tolle Drehungen, bei welchen der Säbel auf einer Schulter balanciert wurde, und Shimmis mit dem Säbel auf dem Kopf haben begeistert. Der tolle Bodenteil mit Backbend, Spagat und tollen Bauchwellen haben die tolle Aufführung abgerundet.

Nour al Leyla, eine Gruppe unter der Führung von Leyla Nahrawess zeigte uns einen Raks Sharki. Leyla Nahrawess gab uns selber die Ehre, denn sie mußte ein Mitglied der Gruppe vertreten. Der fröhliche Tanz mit schönen Shimmis ist ausgezeichnet angenommen worden. Leider konnte man die hinteren zwei Frauen nicht gut sehen, und ein Teil der Tänzerinnen hatte leider das Lächeln etwas vergessen. - Nahila, die Veranstalterin, zeigte uns einen fröhlichen Raks Sharki und überzeugte mit toller Ausstrahlung und schöner Performance.

Als letzte Darbietung begeisterte Nicole McLaren das Publikum mit ihrem Drehtanz. Die wunderschönen Drehungen, das tolle Kostüm, die Musik, all das machte sprachlos und sorgte für riesige Begeisterung beim Publikum. Für die meisten ganz klar der Höhepunkt der Show. - Mit einem Finale, bei welchem leider viele Tänzerinnen nicht mehr anwesend waren, ging die Oriswiss 2012 zu Ende. Voraussichtlich findet die nächste Oriswiss 2014 statt.

Dort sehen wir uns, oder?
Homepages:
www.oriswiss.ch
Melanie Dellenbach: www.rubenesque.ch
Nicole McLaren
Shantay & Nicole McLaren
Nahila
Dancers of Seraphim
Sina zeigte uns einen Baladi mit vielen und schönen schnellen Parts und toller Ausstrahlung. Leider waren durch das etwas zu weite Kostüm und die weiten Ärmel einige Isolationen nicht gut sichtbar. - Elenna verführte die Zuschauer mit einem Federfächertanz. Die Ausstrahlung der Tänzerin, die tollen Drehungen und das schöne Lied machten das Ganze zu einer wunderschönen Darbietung.

Yalia aus Wien präsentierte uns einen Raks Sharki und zeigte uns schöne Bauchwellen und Shimmis. Trotz ihrer tollen Ausstrahlung hat Yalia durch den etwas zu langen Vortrag ein wenig die Aufmerksamkeit des Publikums verloren. - Die Gruppe Murjanah zeigte uns unter der Führung von Mirimah eine Indian-Fusion. Sehr synchron tanzten sie eine tolle und abwechslungsreiche Gruppen-Choreografie in wunderschönen Kostümen. Die Performance kannte man bereits aus You tube und hätte lieber etwas Neues von der Gruppe gesehen.

Shaddai aus Augsburg zeigte uns vor der Pause ein hübsches Tribal-Fusion-Solo zu einem Tango-Lied. Die schönen Tango-Elemente und tolle Brust-Achten sind mir aufgefallen. Als 2. Teil zeigte sie ein schönes stimmiges Trommelsolo, welches besser gefallen hat als der erste Teil.

Nach der Pause präsentierten uns die Dancers of Seraphim unter der Leitung von Miriam Sutter einen Oriental-Fantasy-Tanz. Der Tanz der 6 Frauen sprühte vor Lebensfreude, und mit ihrer witzigen Art und den schauspielernden Elementen bezauberten sie das Publikum. Die Tänzerinnen spielten miteinander auf der Bühne, wirbelten ihre tollen Röcke, und man wäre am Liebsten auf die Bühne gesprungen und hätte mitgetanzt. Die fantastische Performance wurde mit großem Applaus des Publikums belohnt.
v.l.n.r.: Lya, Mirimah, Viviane und Nicole
Elenna