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Photos: 1 und 2 (Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Rania Dimaria), 3 © Konstanze Wnkler
Wenn auf den weltbekannten Festivals die Stars auftreten, deren Namen jede(r) Tanzbegeisterte im Schlaf aufsagen kann, wird oft vergessen, daß die auch mal klein angefangen haben. Und meist stammen sie aus Tanzschulen in der Provinz. „Hagalla“ wirft gern Blicke in kleinere Orte und trifft dort oft auf Perlen, die uns immer wieder bestätigen, daß diese Horte des Tanzes gleichzeitig das Salz der Tanz-Erde sind. Eine dieser Perlen ist ohne Zweifel „Rania Orientalische Tanzkunst“ in Nümbrecht bei Waldbröl im Bergischen Land. Sie veranstaltet schon seit Jahren ihre Show „Der Zauber des Orientalischen Tanzes“, und die sollte man sich ansehen, um die Wurzeln der Tanz-Szene in diesem Lande zu erkennen. Lest, was Rania zu sagen hat.
Wie kommt man vom Jazz-Tanz mit dem Orientalischen Tanz in Berührung, und vor allem, was bewegt einen, dann ganz zum OT überzuwechseln? Oder betreibst du auch noch andere Stilrichtungen?

Ich bin von klein auf ein sport- und bewegungsbegeisterter Mensch gewesen. Viele Sportarten habe ich intensiv ausgeübt, wie zum Beispiel Wettkampfschwimmen, Wasserskirennen oder Kraftsport. Eine Freundin hat mich dann zum Jazz mitgenommen, und ich war begeistert von der Kombination Tanzen und Denken. Wieder andere Bekannte haben mich dann zum Orientalischen Tanz eingeladen, und hier bin ich dann so richtig infiziert worden. Dort habe ich begriffen, daß ich mich nun der weiblichen Seite in mir widmen sollte, die bis dahin völlig zu kurz gekommen war. Nach 3 Jahren hat mich mein Weg zu Shahrazad nach Köln geführt, und dort bin ich 13 Jahre lang in allen Facetten des Orientalischen Tanzes, Orientalischer Folkore und nepalesischen Tänzen im Rahmen der Tara-Show meiner Meisterin ausgebildet worden. 

Normalerweise widmet frau sich entweder dem OT oder dem Tribal, du pflegst aber beides. Magst du uns das erklären?

1998 hat Shahrazad den Tribal von einer Amerikareise mitgebracht, das war meine ersten Berührungspunkt mit diesem neuen Stil. Es ist mir am Anfang wirklich schwer gefallen, mich dieser Tanzart zuzuwenden, denn immer wieder kam die orientalische Diva in mir durch und schimpfte fürchterlich über diese unglaubliche Bodenhaftung beim Tribal. Als ich dann aber irgendwann im Kopf für mich klar hatte, daß es sich hier um zwei orientalische Tanzstil-Arten handelt, die man doch problemlos nebeneinander bestehen lassen kann, war der Knoten geplatzt. Ich tanze und unterrichte beide Stilarten mit großer Leidenschaft, genauso wie orientalische Folkore in meine Tänze mit einfließt, und es entstehen tolle Mischformen. Allerdings schlägt mein Herz für den ATS-Style aus Amerika, diese fließende Energie entspricht meiner eigenen. Fusion, Urban und die vielen anderen Facetten finde ich hochinteressant, und ich beobachte die Entwicklung gerne, sie erschließen sich mir aber weniger.
Erzähle uns bitte etwas über deinen Tribal-Stamm
"Allat Dalanda".

Mein eigener Stamm sind die „Akram as Akthars“, die von mir unterrichtet werden und in dem ich auch mittanze. Beim Tribe „Allat Dalanda“ dagegen bringt sich jeder ein, ob nun bei den Bewegungen, der Musik, den Kostümen oder den Themen. Deswegen ist das, was das Publikum zu sehen bekommt, immer ein Gemeinschaftswerk. Wir bestehen seid 2000 (also wohl einer der ältesten Tribal-Stämme Deutschlands) und sind in wechselnder Besetzung bis heute aktiv. Ich bin Stammes-Mama und Gründungsmitglied.


Wie ist die Bauchtanz-Situation in Waldbröl oder überhaupt im Bergischen Land
(dürfen wir "Provinz" sagen)?

Ihr dürft getrost Provinz sagen, denn das sind wir, und dennoch tut sich einiges hier in Sachen Orientalischer Tanz. In unmittelbarer oder fernerer Nachbarschaft tanzen und unterrichten Munira in Wiehl und Asja in Eitorf/Hachenburg, und in Hennef gibt es sogar gleich 3 aktive Kolleginnen.
Ende Oktober veranstaltest du die Show "Der Zauber des Orientalischen Tanzes". Du hast schon eine ganze Menge Tanz-Shows durchgeführt, was ist das Besondere an "Der Zauber des OT"?

Der Grundgedanke, der hinter der Show steckt, ist, meinen Schülerinnen eine Plattform zum Auftritt zu bieten. Erst war der Rahmen eher klein und gemütlich, doch schnell sollte er größer werden, da sich ja auch die Schülerinnen immer weiter entwickelten und Schleier, Isis-Flügel und Co. zum Einsatz kommen mußten. So eine Show ist immer auch ein Anreiz und ein Ziel für die Schülerinnen, das Erlernte darzubieten. Für mich war aber auch von Anfang an klar, daß ich Gasttänzerinnen einladen wollte, die unser Programm mit Ihren eigenen Kreationen, Persönlichkeiten und Tanzstilen bereichern sollten. Durch meine lange Zeit in Köln habe ich noch viele Verbindungen zu den dortigen Kolleginnen, und so gelingt es uns immer wieder, abwechslungsreiche und hochkarätige Programme zusammenzustellen und für Kurzweil zu sorgen. Unsere Intension ist es eine anspruchsvolle Show zu bieten, aber dabei immer auch unseren eher familiären Charakter zu bewahren. 

Was erwartet uns auf der diesjährigen Veranstaltung?

Es erwartet euch wieder ein bunter Tanzreigen mit Doppel-, Dreifach-, Fächerschleiern und Isis-Flügeln. Wir entführen Euch mit Bollywood nach Indien.  Wir nehmen Euch mit zu Alice im Wunderland. Wir tribaln, was das Zeug hält und mischen hier mit Zigeunertanz, Modern und Fusion. Unsere Jazz-Mädels werden uns wieder erfreuen. Ja, und natürlich tanzen wir orientalisch und bieten auch hier alle Facetten von klassisch über Balady bis hin zu Mischungen mit Tango und Jazz. Über 40 Künstlerinnen werden euch den Zauber des Orientalischen Tanzes spüren lassen.

Ganz liebe Grüße,
Rania

Homepage Rania und Infos zur Show unter:
www.rania-orienttanzkunst.de/aktuelles/
Grafik/WebDesign: Konstanze Winkler
Allat Dalanda
"ABWECHSLUNGSREICHE KURZWEIL"
Interview mit Rania

- von Marcel Bieger