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Ruby kommt aus Los Angeles und hat sich schon früh dem OT verschrieben. Sie hat einen Bachelor-Abschluß in Umwelt-Chemie, ist aber nie auf diesem Feld tätig geworden. Dafür liebt sie den Tanz viel zu sehr.

Daß sie lieber türkischen als ägyptischen Raks Sharki tanzt, ist uns letztes Jahr beim
18. Orientalischen Festival schon aufgefallen,
wo sie beim Contest getanzt und auf Anhieb
den 2. Platz belegt hat. In diesem Jahr kommt sie wieder und tanzt in der Gala. Wir sind sehr neugierig.
ICH LASSE MICH NICHT
VON STILNORMEN EINGRENZEN

Interview mit Ruby

von Marcel Bieger (auch Übersetzung)

Warum tanzt du türkischen Stil, wenn doch fast alle deine Kolleginnen den ägyptischen Stil bevorzugen?

Gerade weil alle anderen ägyptisch oder Tribal tanzen, habe ich mich für den türkischen Stil entschieden. Als ich den Bauchtanz für mich entdeckte, wollte ich mich von den anderen unterscheiden, und außerdem gefielen mir das Tempo, die Energie und die athletische Bewegungsform im türkischen und amerikanischen klassischen Bauchtanz. Mir sagten auch gleich die Zimbeln, die Bodenarbeit und die großen und ausgeformten Bewegungen zu, die man in anderen Stilarten nicht unbedingt findet.

Meiner Ansicht nach liegt der Hauptunterschied zwischen dem türkischen und dem ägyptischen OT in der Energie und der Motivation in der Darbietung. Es ist nicht so sehr die Musik, die beide voneinander trennt, sondern die Art der Interpretation. Ich glaube, der ägyptische Stil gibt sich introvertierter, während der türkische mehr nach außen gerichtet ist. Sicher hat auch der Einfluß der Romani (der asiatischen Zigeuner-Vorfahren) bei der unterschiedlichen Ausrichtung der Orientalischen Tänze seine Spuren hinterlassen. In Ägypten haben Ballett und moderne Stilisierung dem OT ihren Stempel aufgedrückt, wohingegen die Tänzer in der Türkei mehr von den Romani und den Volkstänzen anderer geprägt worden sind.

Da fällt mir eigentlich nur eines ein: dank meiner beruflichen Ausbildung weiß ich meinen Bauchtanz nicht nur anzunehmen, sondern auch wertzuschätzen. Ich mag Naturwissenschaften, und ich lerne auch gern, aber nichts bereitet mir mehr Vergnügen als Bauchtanz. Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann einmal das Tanzkostüm gegen Laborkittel und Schutzbrille einzutauschen.

Wirkt sich deine Ausbildung zur Umwelt-Chemikerin in irgendeiner Weise auf deinen Tanz aus?
Was werden wir in diesem Jahr von dir auf der Bühne zu sehen bekommen?

Mir ist es beim Auftritt immer darum zu tun, Freude zu vermitteln und mit meinem Publikum eine Verbindung herzustellen. Ich halte es für sehr wichtig, zusammen mit den Zuschauern eine Erfahrung in Musik und Bewegung zu erleben. Ich hoffe sehr, daß ihr so etwas von mir in diesem Jahr zu sehen bekommt. Ich bin klassische Bauchtanz-, OT- und Raks-Sharki-Tänzerin, wie auch immer man mich beschreiben will, sehe mich selbst aber in keiner dieser Schubladen. Mein ganzes Streben richtet sich darauf, mich nicht von Stilnormen eingrenzen zu lassen und im Augenblick der Darbietung ganz ich selbst zu sein.

Du bist in diesem Jahr nicht zum ersten Mal in Deutschland, was hat dich bewogen wiederzukommen?

Na, da spielen mehrere Gründe eine Rolle. Als ich im letzten Jahr nach Duisburg gekommen bin, hat das mein ganzes Leben verändert. Das Festival von Leyla und Roland ist nicht nur randvoll mit Programm, sondern auch hervorragend organisiert. Ich habe Tänzer aus der ganzen Welt kennengelernt und war unheimlich stolz und froh dazuzugehören. Als Leyla mich eingeladen hat, in diesem Jahr wiederzukommen, habe ich mich sehr gefreut und geschmeichelt gefühlt.

Was werden die Studenten bei deinen Workshops auf dem Festival von Leyla Jouvana lernen?

Meine Kurse auf dem kommenden Festival konzentrieren sich darauf, Tanz mit Kreativität und einzigartigen Bewegungen zu interessanten Rhythmen zu verknüpfen. Beide Workshops haben zum Thema, wie man Rhythmus durch Melodie ausdrücken kann. Sie führen Kombinationen mit ausdrucksstarken Bewegungen vor, welche den ganzen Körper zum Einsatz bringen.

Ruby ist zu Gast bei Leyla und Roland Jouvanas 19. Orientalischen Festival Europas, 18. - 28.11.2011 - www.leyla-Jouvana.de
Rubys Homepage: www.divinebelly.com
Ruby