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VOM KONGO ZUM INTERNATIONALEN STAR

Interview mit Salwa

von Marcel Bieger

Auf Leylas Festival finden sich die unterschiedlichsten Tänzer-Persönlichkeiten aus aller Welt ein. Und so leicht kann einen da nur noch wenig überraschen – außer vielleicht eine afrikanischstämmige Tänzerin, die seit einiger Zeit in Brüssel lebt und sich dort zum international gefeierten Bauchtanz-Star hochgearbeitet hat. Also ganz klar eine Person, die uns interessiert. Sie hat uns schriftlich auf unsere Fragen geantwortet, und wir sind schon sehr neugierig, sie in bei Leylas 18. Orientalischem Festival persönlich kennenzulernen und natürlich tanzen zu sehen.
Zu meiner Karriere

Ich bin in Kinshasa, der Hauptstadt von Zaire (heißt heute Demokratische Republik Kongo) aufgewachsen, wo der Tanz zum täglichen Leben gehört. Deswegen ist der Tanz auch seit meinen frühen Kindheitstagen Bestandteil meines Daseins.

Nach meiner Ankunft in Brüssel bin ich sofort in Salsa-, Flamenco- und Hip Hop-Unterricht gegangen. Aber dann habe ich herausgefunden, daß der Orientalische Tanz meine wahre Liebe ist. Diese Leidenschaft war so groß, daß ich meinen Beruf als Flugzeug-Ingenieurin aufgegeben und alle meine Energie darauf verwandt habe, professionelle Tänzerin zu werden.

Als Perfektionistin, die ständig dazulernen will, habe ich Anfang der 90er Jahre in Brüssel eine gründliche und intensive Ausbildung bei Gudrun Mahlberg absolviert. Darüber hinaus habe ich jede Gelegenheit wahrgenommen, mich bei orientalischen Tanzlehrern weiterzubilden. In dem Streben, meine Tanzkünste immer weiter zu vervollkommnen, habe ich eine ganze Reihe neuer Tänze und Techniken erlernt wie die Derwisch-Drehtanz, Gypsy, indische Tänze, klassisches Ballett, Joga, American Tribal Style und Tribal Fusion.
Dank dieser vielfältigen Anregungen konnte ich meinen eigenen Orientalischen Tanzstil entwickeln. Er ist heute mein Markenzeichen und wird als solches überall erkannt und geschätzt. Daher werde ich immer wieder zu Festivals von Rang eingeladen, vor allem internationalen Nahost-Festivals und soll dort auch Kurse über meinen Tanzstil abhalten. Ich trete aber auch bei Privatveranstaltungen in Belgien auf, und ich tanze ebenso im Ausland (Spanien, Portugal, Frankreich, den Niederlanden, Luxemburg, Deutschland, Italien, Kenia, Thailand und Israel). Meine Workshop-Kurse richten sich sowohl an Anfänger wie auch an Fortgeschrittene.
Meine Vielseitigkeit und Erfahrung gestattet mir Auftritte und Shows mit einer ausgefeilten Mischung aus verschienen Tanzstilen und –künsten vorzuführen. Meine letzte solche Schöpfung, „Plume et Poil“ („Feder und Fell“) hatte 2009 auf
dem Raqs Congress Premiere. Farida Fahmy hat zu diese Aufführung gesagt: „Seit langem hat mir keine Tanz-Show mehr solches Vergnügen bereitet. Es beeindruckt mich wirklich, wie du gleichzeitig eine so aufwändige Show organisieren und auch noch in ihr auftreten kannst!“

Ich lade oft Tanzlehrer-Kollegen nach Brüssel ein, um dort Workshops zu geben und aufzutreten. Außerdem organisiere ich eines der größten Festivals in Europa- den „Raqs Congress of Brussels“, zu dem ich bereits zehn der besten Lehrer aller Herren Länder und Schwerpunkte eingeladen habe, wie auch internationale Gäste aus aller Welt: Randa Kamel, Soraya aus Kairo, Mohamed Kazafi, The Uzume, Yasmina aus Kairo, Tito, Fathiem, Farida Fahmy, Nour, Jill Parker, Queen Harish, Shahrazad, Sema Yildiz, Amir Thaleb, Tamalyn Dallal, Ariellah; Leyla und Roland Jouvana, um nur einige zu nennen. Die letzte Ausgabe dieser Show-Reihe fand im März 2010 statt.

Im September 2007 habe ich beim “1st contest of the 1st International Congress in UK” gewonnen, und in der Jury saßen: Jim Boz, Samasen, Yasmina of Cairo, Shafeek Ibrahim, Fahtiem, Sara Abou Farhat und Josephine Wise.
2006 habe ich an einem internationalen Vortanzen für den berühmten kanadischen Zirkus „Cirque du Soleil“ teilgenommen, und am Ende war ich Mitglied im Tanz-Ensemble der Truppe und sollte für die nächsten Aufführungen Tanznummern schreiben.

Ich bin in etlichen Video-Clips zu sehen und war in vielen TV-Shows hier im belgischen Staatsfernsehen RTBF zu Gast. Ich habe mein eigenes Tanzstudio in Brüssel und unterrichte dort OT und Tribal. In meinem Studio kann man auch andere Stile lernen, von den Standard-Tänzen bis zu Folklore, wie zum Beispiel Bollywood, African, Salsa, Tango, Yoga, Ballet, Hip Hop, Ragga, Jazz, Ballet, Flamenco, Brasilianisch.

Vor einigen Jahren bin ich bei Leyla in der Nachmittags-Gala aufgetreten. Leyla hat mich auch zu Lehrstunden in ihrem Studio eingeladen und zu Auftritten bei ihren Studio-Festen. Vor ein paar Jahren bin ich auch mal bei Beata & Horacio aufgetreten.

Ich bin bei den beiden letzten großen Festivals in Holland aufgetreten, dem „Baladi-Festival“ und dem „Orientalicious“ in Amsterdam. Man hat mich zu der Show „Pulsation“ nach Paris eingeladen, zu Auftritt und Workshop nach Portugal, nach Israel (Orit Matsfir und Asi Haskal), nach Spanien und Thailand. Und auf Privatveranstaltungen habe ich schon in Deutschland, Luxemburg, Italien, Kenia, der Schweiz, Frankreich und Österreich getanzt.

Zur Situation des Bauchtanzes in Belgien

Ich glaube, der Standard des Bauchtanzes in Belgien steigt langsam an. Allmählich werden einige unserer Tänzerinnen ins Ausland eingeladen und haben dort eine Menge zu bieten. Das freut mich sehr, denn wir hinken etwas hinter her, vor allem hinter Deutschland und Frankreich, wo die Entwicklung schon viel weiter ist als bei uns. Ich freue mich, zu den Tänzerinnen zu gehören, die solche Einladungen erhalten, und im Ausland den Standard des belgischen Bauchtanzes vorführen können. Und ich bin Leyla Jouvana sehr dankbar, die von meinem Können überzeugt ist und mir deswegen die Gelegenheit gibt, das bei ihrem Riesen-Festival unter Beweis zu stellen. Und ich bedanke mich bei „Hagalla“ dafür, Interesse für mich aufgebracht zu haben. Ich hoffe, ihr alle habt irren Spaß beim Festival.

Meine Darbietungen und Workshops in Duisburg

Ich trage einen Solotanz vor, bei dem mein ganz eigener und besonderer Stil zur Geltung kommt. Ich habe meine Nummer noch nicht bis ins letzte Detail festgelegt, aber in ihr werden viele verschiedene Stile und Einflüsse zu erkennen sein. Natürlich ist klassischer OT dabei, aber es gibt auch viele andere Dinge.

Mein Workshop hat Arm- und Handhaltung zum Thema. Wir erarbeiten verschiedene Positionen und Möglichkeiten, Arme und Hände zu bewegen. Und wir üben elegante Übergänge. Außerdem wie man die Arme im Fließen lässt, während man mit dem Körper Techniken und scharfe Bewegungen vollführt. Dazu Arm-Layering in – je nach Musik – unterschiedlicher Geschwindigkeit. Dieser Kurs ist sehr intensiv, aber es gibt viele Materialien, anhand derer man das alles zuhause nacharbeiten kann.

Salwas Workshop: "Raks Sharki Combos with Arms & Postures" findet statt am Sa., 27.11., von 11.20-13.20 Uhr
nähere Informationen unter
www.leyla-jouvana.de
2008 hat man mich als Solo-Tänzerin zum letzten Nancy Ajram-Konzert in Belgien eingeladen, das in einem der größten Konzertsäle Belgiens, dem Brüsseler „Foret National“ abgehalten wurde. Und ich war Gast-Star bei der ersten Bellydance Superstar Tournee durch Europa 2005. Jillina hatte mich dazu eingeladen.
Photos: Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Salwa
Grafik und Layout: KonstanzeWinkler