Startseite/Aktuelles
zurück zu ma kuck'n
Shir o Shakar, die im letzten Jahr zum großen Erfolg des 1 Tribal-Abends im Verlauf der Orientale des Düsseldorfer Tanzhauses erheblich beigetragen haben, treten auch in diesem Jahr wieder bei diesem Festival auf. Sie haben eigens dafür ein neues Programm entwickelt, das sie bereits zweimal, sozusagen als Probelauf, einem Publikum vorgeführt haben. Wir hatten Gelegenheit, uns das anzuschauen, und waren begeistert. Deswegen haben wir diesen Stamm gebeten, uns etwas über das neue Programm zu erzählen.
Euer neues Programm, es sind ja drei Stücke, verblüfft von Anfang an; um es kurz zum machen, ich kenne keine deutsche Gruppe, die „Unmata“ und „Urban Tribal“ so gut in ihren eigenen Stil verarbeiten kann. Von euch haben wir schon einiges erlebt, deshalb die Frage, ist der neue Stil jetzt nur ein Versuch, oder wollt ihr ganz darauf einsteigen?

Wir wollen in gar keine Richtung, wir machen eigentlich immer das, worauf wir gerade Lust haben. Das kann etwas indisch Inspiriertes sein, das kann mal Flamenco Fusion sein. Und jetzt hatten wir einfach mal Lust, ein bißchen was Moderneres zu machen. Deshalb haben wir bei einer Freundin Unterricht genommen, die Modern und Kontakt-Improvisation lehrt. Da ging es u.a. neben dem Tanz, auch um Abläufe, die innerhalb der Gruppe passieren, und das war super interessant und hat uns sehr viel Spaß gemacht.

Aber zum neuen Programm: Zuerst war das Thema präsent. Meist haben wir zuerst die Musik, aber diesmal ging es ein wenig anders zu. Wir hatten uns vorgenommen, ein Programm zu schaffen, das unter einem bestimmten Thema steht. Dieses Thema heißt: „El Sueno – der Traum“, beziehungsweise Traum als Inspiration. Der Titel „Der Traum“ gefiel uns aber nicht so gut, und deswegen haben wir den französischen und dann den spanischen geprüft – und für letzteren haben wir uns schließlich entschieden.
Als nächstes stand die Überlegung an, was können wir denn zum Thema Traum machen, und dann kamen ganz viele Ideen – Tücher einsetzen, zum Beispiel, und so haben wir ganz lange Tücher eingebaut, die eben besonders auf großen Bühnen wirken. Dann stand auch die Suche nach der passenden Musik an. Im Endergebnis beginnen wir mit einem relativ langsamen Stück. Das ist die Einschlafphase (dormirse) – deswegen auch die langen Tücher.
Das zweite Stück ist dann ziemlich modern und Fusion-lastig, da es unter dem Motto Alptraum steht (la pesadilla). Und wie im richtigen Leben kommt als drittes das Erwachen (despertarse), das sich nicht nur durch den Bewußtseinszustand abhebt. Die ersten Stücke sind choreographiert, aber der dritte Teil unseres Programms zeichnet sich durch Improvisation aus. Bei uns endet fast alles immer im improvisierten Gruppentanz, im Tribal. Und so haben wir es auch hier beim „Traum“ gehalten, er läuft im klassischen Tribal aus. Die ganze Truppe wacht auf, wir haben noch einen Hahnenschrei hineingeschnitten, und begrüßt den neuen Tag mit einem Tribal. Ja, das war so ungefähr die Idee, die hinter unserem neuen Programm stand. Wir hatten am Anfang ein Thema und haben das dann umgesetzt.
Die Kostüme sind eher zufällig in die engere Wahl gekommen, denn die hatten wir schon vorher. Die Glitzerröcke habe ich irgendwo mal gesehen und mir gedacht „Aha, die können wir bestimmt mal brauchen.“ Na gut, eigentlich waren es Kleider, die wir dann umgenäht haben. Dazu haben wir uns als Ergänzung etwas eher Schlichteres ausgesucht, schwarzer BH mit schwarzem Gürtel. Auch bei unserer Frisur haben wir uns überlegt, nicht mehr ganz so viel wie sonst, weniger ist hier mehr. So ist das alles entstanden, und es kam eins zum anderen. Aber wir haben nicht dagesessen und uns gesagt, wir wollen jetzt unbedingt Unmata oder Urban Tribal veranstalten. Allerdings ist von Heather Stants eine Kombi enthalten, da wir immer gerne zu Heathers Workshops gehen, und vor ein paar Jahren auch mal ein fantastisches Gruppencoaching mit ihr hatten.
Wir freuen uns auf jeden Fall auf die Orientale, und auf eine mit Sicherheit außergewöhnliche Tribalnight. Da wir wie im letzten Jahr wieder mit drei Programmpunkten dabei sind, sind wir schon mächtig aufgeregt und natürlich üben wir besonders fleißig

Homepage: www.shiroshakar.de

Photos, Grafik und Layout: Konstanze Winkler

EL SUENO - Traum als Inspiration
Gespräch mit
Shir o Shakar
geführt von Marcel Bieger