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STEAMPUNK –
EINBLICKE IN EINE WELT, DIE ES SO EIGENTLICH NIE GAB
Im letzten Jahr sind sie, anfangs zaghaft noch, aber zunehmend häufiger, erstmalig bei Tanzveranstaltungen bemerkt worden – Steampunk-Mädels, auf der Bühne, vor der Bühne und in den Vorhallen. Was es damit auf sich hat, das hat Hagalla in mehreren Beiträgen zu ergründen versucht. Den Abschluß unserer Reihe bilden die Betrachtungen von Bernd und Ursel Meyer, die sich auf diesem Gebiete bestens auskennen und weiter unten darstellen, wo, wann und wie Steampunk noch stattfindet und funktioniert.


Teil 3: Steampunk heute

von Bernd „Camo“ Meyer
und Ursel „Naja Haje“ Meyer

Mittlerweile gibt es auch die ersten Ansätze zum sogenannten Live-Rollenspiel im Steampunk-Genre. Live-Rollenspiel ist ein Abkömmling des Tischrollenspiels, nur daß man hier nicht gemütlich um den Wohnzimmertisch herum sitzt, sondern sich in passende Kleidung wirft und die Abenteuer der fiktiven Personen selber simuliert. Verschiedene Gruppen beginnen nun damit, ein derartiges Spiel für das Steampunk-Genre zu ermöglichen (z.B. http://www.fox-cooperation.com/). Natürlich bedingt das etwas mehr Vorbereitung, denn der optische Rahmen sollte schon stimmig sein. Da aber im Gegensatz zu Tanzveranstaltungen die gesamte Umgebung frei für die Teilnehmer zu begehen ist und es keine Zuschauer gibt, die vor einer Bühne stehen ist dieser Punkt nicht ganz unwichtig.

Kommen wir nun zu der Frage: wie kann ein Steampunk-Fan seine Leidenschaft heutzutage ausleben? Die in Amerika bekannten und beliebten Steampunk-Festivals gibt es hierzulande leider nicht. Sie stellen einen bunten Jahrmarkt dar, mit "Erfindermärkten", Einkaufs-Möglichkeiten, Musik und Tanz, Vorführungen und verrückten Rennen, die mit selbstgebauten Vehikeln unternommen werden. Die Bilder, die man von diesen Veranstaltungen sieht, vermitteln vor allem eines - Lebensfreude. Der Jahrmarktscharakter scheint dabei durchaus gewollt zu sein, immerhin stimmt er ja mit dem fiktiven Vorbild überein. Strom war ein Luxus, hatte nicht die Verbreitung wie heutzutage, wenn es ihn überhaupt schon gab. Beleuchtung funktionierte mit Gas, Energie wurde mit Dampf erzeugt oder durch Muskelkraft.
Ein anschauliches Beispiel ist die bereits in Teil 1 erwähnte "Handcar Regatta"
(http://handcar-regatta.com/),



bei der selbstgebaute Fahrzeuge rein durch Muskelkraft über eine Schienenstrecke gegeneinander eingesetzt werden. Es geht hierbei aber nicht um die Geschwindigkeit alleine, es gibt durchaus mehrere Bewertungskriterien. Dazu gehören Prahlerei und die dazugehörige Show, angerichtete Verwirrung, die Laune der Juroren, das Aussehen der Konstruktion, Lächerlichkeit und wie das Machwerk einem siebenjährigen Mädchen gefällt, um nur einige zu nennen. Wie man sieht geht es hierbei um Spaß und Spiel, nicht um irgendwelche strengen Reglements oder um das Gewinnen. You tube hat viele, schöne Clips von bisherigen Handcar Regattas, die die Atmosphäre der Veranstaltung besser als alle Worte wiedergeben können:
(Klick auf die Bilder, und Du wirst zu den Videos auf YouTube weitergeleitet)
The Great Handcar Regatta Montage 2008
Santa Rosa CA Handcar Regatta
Handcar Regatta PART 1- Santa Rosa 2009
Handcar Regatta PART 2 - Santa Rosa 2009
The Great Handcar Regatta 2009
Diese Regattas verfügen über ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Musikern und Tänzern
(wie z.B.
Wildcard Bellydance bei der 2009 HandCar Regatta in Santa Rosa, Californien (Teil 1 und 2), Verkäufern, Artisten, "Museen" und natürlich stellt man seine eigenen Errungenschaften und damit sich selbst zur Schau. Man tauscht sich aus, erwirbt neue Dinge, bekommt Anregungen und genießt einfach den Tag, zusammen mit anderen Enthusiasten.
Musiker...
Wildcard Bellydance...
Wildcard Bellydance, Teil 2...
Artisten ...
.... und Museen
Weitere YouTube Links...
Daneben gibt es die sogenannten "Maker Faires"



(
http://makerfaire.com/),

im Endeffekt große Heimwerkermessen, bei denen es aber auch ruhig seltsam zugehen darf. Hier werden Erfindungen, Basteleien und Spielzeuge gezeigt, erlaubt ist, was gefällt. Auch der Stern berichtete schon von dieser Veranstaltung
http://www.stern.de/wissen/technik/maker-faire-messe-basteleien-fuer-millionen-619504.html
Hier treffen sich Leute, die etwas bauen, das man eventuell nicht unbedingt braucht (z.B. der R2D2 Builders Club), was aber nichtsdestotrotz interessant ist. Auch hier ein paar bewegte Bilder:
Maker Faire 2010
Maker Faire 2010: A celebration of geekdom
Die Festivals vereinen oftmals viele der bereits genannten Aspekte miteinander, es sind eindrucksvolle Veranstaltungen:

Die "Steampunk Worlds Fair" http://steampunkworldsfair.com/, die Ende Mai in New Jersey stattfand, hatte über die Dauer von 3 Tagen 3000 Besucher, dazu waren über 350 Darsteller, 250 Verkäufer sowie 75 Vertreter der Presse anwesend. Das ebenfalls im Juni stattfindende Steam Theater Entertainment, Art, & Music (STEAM) Festival
(
http://steamfest.blogspot.com/) in Avondale, Atlanta ist eine grandiose Mischung aus Vorträgen, Basar, Unterhaltung und Mitmach-möglichkeiten. "Gedankenleser", Diskussionen, Filme, Theatervorführungen, Wettbewerbe, all das füllt eine zweitägige Veranstaltung aus.

Noch in der Zukunft liegt der Wild Wild West Con (http://wildwildwestcon.com/),
Arizonas erste Steampunk-Veranstaltung, die für 2011 geplant ist. Das dreitägige Event wird unter anderem Auftritte bieten von Abney Park, Unextraordinary Gentlemen, The Strand und Veronique Chevalier, dazu eine Teeparty mit dem Autor O.M. Grey, Shows, Vorführungen mit der

"League of S.T.E.A.M."
http://www.leagueofsteam.com/
(sozusagen Ghostbusters auf viktorianisch, ), eine Wohltätigkeits-Modenschau, einen Händler-Pavillion, das unvermeidliche High Noon Duell, Live-Stuntshows, Cabaret-Saloon-Shows, Diskussionsrunden, Selbstbauworkshops und vieles mehr.
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