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Grafische Gestaltung: Konstanze Winkler
Photos ©: Titelbild, 2 und 3 K. Pisowicz, 1 Archiv, 4 André Elbing
Eine der spannendsten neuen OT-Tänzerinnen kommt aus Polen – Suraiya. Sie sorgt überall für Furore, war bereits bei Asmahan el Zeins World of Orient in diesem Jahr zu bewundern und wird im November beim
19. Orientalischen Festival von Leyla Jouvana und Roland verzaubern. Sie sitzt dort auch in der Jury zum Bellydancer of the World Wettbewerb, und das will ja auch etwas heißen. Im folgenden Interview stellt Suraiya sich und ihren übervollen Stundenplan vor:



"MIR KOMMEN DIE BESTEN IDEEN BEI WUNDERSCHÖNER MUSIK"

Interview mit Suraiya

von Marcel Bieger

Was hast du vor dem Tanzen gemacht?

Seit ich denken kann, habe ich Sport und Tanz betrieben. Körperliche Aktivitäten haben bei mir immer eine große Rolle gespielt. Neben meiner Tätigkeit als Tanzlehrerin arbeite ich auch seit 10 Jahren als Fitness-Trainerin. Ich habe viele Tanzarten ausprobiert, aber nichts hat so sehr meine Seele berührt wie der Orientalische Tanz. Er hat mein ganzes Leben verändert.

Vorher hat der Tanz in meinem Leben zwar eine große Rolle gespielt, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, so etwas beruflich zu machen. Ich habe einen Master-Abschluß in „Internationale Beziehungen und Diplomatie“, und eigentlich hätte mich eine Bürostellung erwartet. Aber meine Tanzleidenschaft und meine künstlerische Seele haben sich schließlich durchgesetzt, und so bestreite ich eben mit Tanz meinen Lebensunterhalt. Ich habe meine ganze Energie in den Orientalischen Tanz gesteckt, weil ich ihn allen anderen vorziehe. Dafür habe ich harte Arbeit, viele Reisen und Unterricht bei den besten Lehrern der Welt auf mich genommen, und jetzt bin ich glücklich, diese Entscheidung getroffen zu haben. Ein Schritt, den ich vor ein paar Jahren getan habe, hat mich zur glücklichen Frau mit einem erfüllten Leben gemacht, erstaunlich, nicht wahr? Ich liebe meinen Beruf ohne wenn und aber!
Welche Orientalischen Tänze und Stile sind dir die liebsten?

Eigentlich habe ich da keine Vorlieben. Mir sind alle Orientalischen Tänze in all ihren Spielarten willkommen. Aber wenn ich vor die Wahl gestellt würde, würde ich immer sagen, daß mir der ägyptische Baladi der allerliebste ist. Wann immer ich Baladi-Musik höre, gerate ich in eine besondere künstlerische Erregung. Ich schmelze dahin und werde ganz zu Musik.

Wie gehst du vor, wenn du an einem neuen Stück arbeitest?

Künstler können sich von allem inspirieren lassen. Ich für meine Person kann schöner Musik einfach nicht widerstehen. Wenn ich ein Stück höre, das sich geradewegs in mein

Herz schleicht, bekomme ich schon automatisch eine Vision davon, wie der dazugehörige Tanz aussehen sollte. Dann brauche ich nur die Augen zu schließen, und schon zeigen sich mir Choreographie, Kostüm, Make up und alles andere. Binnen weniger Sekunden erscheint mir alles, was ich mit der betreffenden Musik aussagen möchte. Ich erarbeite mir gern neue Stücke, weil ich spüre, daß ich dabei etwas sehr Persönliches und Gefühlsbetontes erschaffe; denn bei jeder Aufführung gebe ich so viel von mir, wie ich nur kann.
Du bist sehr beschäftigt, erzähle uns doch bitte etwas über deine Projekte „Euro Raks“ und „Egyptian Fever Festival“.

Stimmt, ich habe wirklich sehr viel zu tun, und manchmal finde ich kaum ein paar Minuten, um zu verschnaufen. Auf der anderen Seite liebe ich aber mein aktives Leben voller Reisen, neuer Menschen und neuer Orte, das ist alles noch immer ungeheuer aufregend.

In der Regel bin ich im Jahr zwanzigmal im Ausland, und dazu kommen noch die Aktivitäten in meiner Heimat Polen. Leider kann ich nicht immer nur Künstlerin sein, sondern muß mich auch als Geschäftsfrau bewähren. Denn ich veranstalte im Jahr zwei Festivals in meiner Heimatstadt Katowice (Kattowitz): Im Frühjahr den Euro Raks Congress und im Herbst das Egyptian Fever Festival. Ich sehe diese beiden als meine Kinder an, und ich lade sehr gern die besten Orientalischen Tänzer der Welt nach Polen ein, um sie mit den heimischen Künstlern bekanntzumachen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dies sei meine Lebens-Aufgabe. Zu so einem Festival gehören eine Menge Vorbereitungen: tolle Stars einladen, Workshops und Shows planen, Wettbewerbe und Offene Bühne durchführen, Händler für den Basar gewinnen und so weiter und so fort. Da freut es einen doch, daß meine Festivals nicht nur in Polen beliebt sind, denn wir bekommen auch Besucher aus dem Ausland.

Abgesehen von meinen Reisen und Festivals gilt es aber auch noch, DVDs zusammenzustellen und Zeit für weitere Projekte freizumachen. Das alles unter einen Hut zu bringen und auch noch ein Privatleben zu haben, da ist dann gar nicht mehr so einfach. Zu meinem großen Glück arbeitet mein Mann, der Ägypter Mansour, in der gleichen Branche. So können wir oft zusammen reisen und können gemeinsam unserer Liebe für den Orientalischen Tanz frönen. Er ist mir wirklich eine große Unterstützung.

Und was hat es mit deinen “Skype-Klassen” auf sich?

Das ist ein ganz tolles Projekt, und es klappt schon sehr gut. Dank der neuen Medien ist die Welt ziemlich klein geworden. Die Skype-Klassen verschaffen mir das Vergnügen, mit Schülerinnen an den entlegenen Orten der Welt in Verbindung zu treten und mit ihnen an den technischen Fragen des Orientalischen Tanzes zu arbeiten. Das macht mir wirklich eine Riesenfreude und hat noch den Nebeneffekt, daß ich viele wunderbare Frauen aus der ganzen Welt kennenlerne.

Was werden wir von dir bei Leyla zu sehen bekommen, und welche Workshops gibst du dort?

Eines möchte ich mal gleich vorausschicken, wir sind wirklich sehr gern in Deutschland tätig. Die Schülerinnen sind sehr aufmerksam, und das Publikum spendet großzügig Beifall. Zum Leyla-Festival komme ich mit Mansour, und wir geben gemeinsam Workshops. Der eine dreht sich um arabische Rhythmen, und der andere um Shimmies und die Geheimnisse des Trommelsolos. Wir beide freuen uns schon sehr auf dieses phantastische Festival und auch darauf, Schüler wiederzusehen, die wir bereits kennen, und vielen neuen zu begegnen. Eine besondere Ehre ist es mir natürlich, beim Wettbewerb „Bellydancer of the World“ in der Jury zu sitzen. Es gibt mir immer sehr viel, neue Generationen von internationalen Tänzern zu sehen und ihre neuen Ansätze und Interpretationen zu erleben. Und was die Show betrifft, so werde ich etwas tanzen, bei dem ich mein ganzes Herz und meine ganze Seele geben kann. Und um zu erfahren, was genau das sein wird, werdet ihr schon persönlich kommen und es euch live anschauen müssen.

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Homepage Suraiya: www.suraiya.pl
Suraiya bei YouTube
Suraiya zu Gast bei Leyla und Roland Jouvana: