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Interview mit der bekannten
österreichischen Tänzerin
Nabila

von Marcel Bieger

Zum ersten Mal tanzen gesehen haben wir sie vor wenigen Jahren in Linz bei der Veranstaltungsreihe ODDA (Oriental Dance Days Austria). Damals ist sie uns schon selbst in dem sehr guten Gesamtprogramm aufgefallen. In diesem Frühjahr haben wir sie wieder erlebt, diesmal bei Bellydance Evolution der Tanzgeschichten-Tournee von Jillina. Dort hat Nabila im europäischen Ensemble getanzt. Überflüssig zu erwähnen, daß bei BDE nur europäische Spitzentänzerinnen aufgetreten sind Und noch ein wenig später haben wir dann mit Staunen festgestellt, daß diese Frau nicht nur toll tanzen kann, und eine eigene Tanzschule hat, sondern sogar ihr eigenes Festival organisiert, „Tanz-Kult“ (www.tanz-kult.at), im Dreiländereck Bregenz am Bodensee, wo Deutschland, die Schweiz und Österreich aneinanderstoßen. Hier treffen sich dann nicht nur Menschen verschiedener Nationen, sondern auch Tänzer verschiedener Stilrichtungen. Da möchte man doch mehr wissen.

BAUCHTANZ TRIFFT TANGO
Wie ist dir die Idee zu deinem Festival gekommen?

Ich habe so etwas schon einmal in kleinerem Rahmen durchgeführt, nicht bei mir in der Tanzschule (www.yasalaam.at), sondern in einem großen Theater. Eigentlich hatten wir da drei Shows, und jede davon hatte circa 600 Besucher. Das war an sich schon toll, aber da haben im Prinzip nur meine Schülerinnengruppen getanzt, und meine damalige Showgruppe, die Ya Salaam Dancers. Man hat mich in der Folge mehrfach angesprochen, wann ich denn mal wieder etwas veranstalte. Ich wollte eigentlich nicht, weil das mit soviel Arbeit verbunden ist. Aber nachdem ich nun mit Jillina sehr guten Kontakt habe und mit ihr unterwegs war, unter anderem mit der „Bellydance Evolution Theatre Show“, habe ich mir gesagt: diese Frau muß ich einfach einmal nach Österreich bringen und sie in einer Show tanzen lassen. Durch mehrere Gespräche bin ich dann darauf gekommen, daß die Leute nicht nur Bauchtanz, sondern mehrere Tanzstile sehen möchten, hier in Österreich ist das jedenfalls so. Deswegen habe ich die kommende Veranstaltung auch mit anderen Genres bestückt.
Zum Beispiel habe ich ein ganz tolles Tango-Pärchen eingeladen. Dann gibt es noch Hip Hop zu sehen und eine Flamenco-Gruppe. Somit erwartet uns ein bunt gemischtes Programm mit Jillina als Stargast. Aber damit nicht genug: es kommen auch drei Tänzerinnen, die wie ich bei Bellydance Evolution mitgetanzt haben: aus Tschechien die Eglal, aus Italien Sarah Shahine und Nelly aus Griechenland. Mit dabei ist außerdem Said el Amir, innovativer Lehrer und Gründer der jomdance-Ausbildung. Unterstützt wird alles von Tiziano Ronchetti, einem Live-Trommler aus der Schweiz – er war ebenfalls bei BDE mit auf der Bühne, ist aber eigentlich „mein“ Trommler. Wir haben schon so viele Shows zusammen gemacht, wir sind auch schon auf kleineren Feiern gemeinsam aufgetreten. Er war allerdings, was BDE betrifft, nur in Hannover mit dabei, in Ungarn hat die dortige Veranstalterin einen eigenen, einen ungarischen Trommler engagiert.
Jillina
Tangissimo
Jaleo
Tiziano Ronchetti und Nabila
Eglal
Sarah Shahine
Nelly
Die einzelnen Tanzrichtungen werden in der Show in verschiedenen Programmpunkten präsentiert, beim gemeinsamen Finale werden die Besonderheiten nochmals hervorgehoben, da stehen dann alle Mitwirkenden des Abends auf der Bühne und gestalten einen gemeinsamen Abschluss. Na gut, so ganz lupenrein bleibt es nicht, auch schon während der einzelnen Darbietungen kommt es zu Verschmelzungen, beim Bauchtanz zum Beispiel gibt es auch Elemente des Tango, um nur etwas zu nennen.
Die Show führt nicht nur die Stile zusammen, sondern auch die Länder: Bregenz liegt am österreichischen Bodensee, und dort genau zwischen Schweiz und Deutschland.

Ich glaube und hoffe, daß es bei der Show zu einer länderübergreifenden Begegnung kommt. Ich habe schon viele Anfragen, vor allem aus der Schweiz, aber auch aus Deutschland. Sowohl was die Show wie auch was die Workshops angeht. Ich gehe also von einer grenzüberschreitenden Geschichte aus. Der süddeutsche Raum und die umliegende, naturgemäß die deutschsprachige, Schweiz zeigen das größte Interesse. Und Österreich ist selbstverständlich auch dabei. Der von uns gemietete Saal im Bregenzer Festspielhaus hat 1055 Sitzplätze und davon waren bereits im Juli drei Viertel verkauft. Wenn das so weitergeht, bekommen wir das Haus voll.
Wie viele Karten mußt du ungefähr absetzen, um auf null zu kommen?

(lacht) Alle! Das Festspielhaus Bregenz hat die größte Seebühne der Welt. Im Haus selbst befinden sich zwei große Säle. Der eine davon ist die Werkstattbühne, und dort wird die Show stattfinden. Da gibt es keinen Seeblick wie auf der Seebühne, aber die ist eine Freilichtbühne, und das wäre mir angesichts des unsteten Sommers doch zu heikel gewesen. Ansonsten läßt das Haus aber nichts zu wünschen übrig. Modernste Technik, Einrichtung vom Feinsten. Allein schon das Ambiente lohnt den Besuch.

War es schwierig, an diesen Saal zu kommen?
Eigentlich nicht, man ist dort sehr offen für besondere und nicht alltägliche kulturelle Anlässe. Aber auch anderes. Neben Konzerten, Tagungen, Ausstellunge, Messen finden hier auch Mißwahlen statt, meist in der Werkstattbühne. Ich habe eine Infomappe erstellt, in dem mein Konzept vorgestellt und etwas über die auftretenden Künstler gesagt wurde, und das ist im Haus sehr gut angekommen.

Das einzige Problem: man muss sehr früh den Termin reservieren – mindestens ein Jahr im Voraus!

Wie sind die Unterbringungsmöglichkeiten?

Sehr gut, in Bregenz gibt es viele Hotels und Pensionen, ebenso in meiner nur wenige Kilometer entfernten Heimatstadt Dornbirn. Parkplätze sind rings um das Festspielhaus ausreichend vorhanden. Direkt am Haus kann man nicht parken, das liegt am See, wo sich die Uferpromenade befindet.

Nabilas Homepage: www.nabila-bellydance.com
Fotos: 1, 3, 4 ,5, 9, 10 © Nabila; 2, 6, 7, 8, © Konstanze Winkler
Grafik und Layout:
Konstanze Winkler
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Die größte Seebühne der Welt - Festspielhaus Bregenz.
Nabilas TanzKult wird allerdings im einen der beiden Sääle im Haus stattfinden