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Wer schon einige Male das Tribal Festival in Hannover besucht hat, dem wird Dud Muurmand aufgefallen sein, die dort gern solo, mit Partnerin oder mit einer ihrer Gruppen auftritt. Die dänische Künstlerin ist ungemein vielseitig und hat schon Experimentalfilme im Internet gedreht („Hagalla“ hat darüber berichtet). Vor allem aber veranstaltet sie in ihrer Heimat, der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, im halbjährlichen Turnus Festivals oder andere-Tribal-Ereignisse. Ihr Wirken strahlt auf ganz Skandinavien aus, was sich nicht zuletzt an ihrer dänisch-schwedischen Gruppe Sakura zeigt. Die bekannte Schweizerische Tänzerin Amanda Märkli war im vergangenen November in Kopenhagen und beschreibt uns im folgenden Bericht, was sie dort geboten bekommen hat.
TRAUERSCHWAN

Tribal Café VIII „Special Edition“,
24.-25. November 2012 im dänischen Kopenhagen

von Amanda Märkli

Vergangenen November lud Dud Muurmand zur vielversprechenden „Special Edition“ der Tribal Café Edition VIII in ihr Studio ein. Die Show am Samstagabend lockte auch dementsprechend viele Tänzerinnen, Freunde, Bekannte und Wundernasen an; immerhin wurde ein sehr internationales Programm und eine vielversprechende Überraschung mit dem mysteriösen Namen „After Night Fall“ angekündigt. Diese Ausgabe des Tribal Cafés sollte schließlich nicht ohne Grund als „Special Edition“ gelten.

1. Showblock

Die Show eröffnete die dänisch/schwedische Gruppe Sakura Tribal Troupe mit einem fröhlich koketten Spiel aus ATS®- und Swing-Elementen. Die geballte Ladung gute Laune steckte förmlich an! - Gefolgt wurde dieser starke Auftakt von Anastasia Artiushenko aus der Ukraine und reichlich vintage Flair. Sie verzauberte das Publikum mit hinreißend eleganten Linien und sanften Akzenten.

Nilaya aus England tanzte eine rasante Choreo zu indischen Klängen und schweren Beats und beeindruckte mit starken Isolationen. - An ATS® Elemente und rassige Shimmys zu Heavy Metal von Iron Maiden wagte sich Mahina, ebenfalls aus England. Mit gekonntem Zusammenspiel aus Power und Kontrolle bringt sie die Gitarrenriffs zum Ausdruck.

Im völligen Gegensatz stand das darauffolgende Stück, getanzt von der schwedischen Tänzerin Golnosh. Mit einem märchenhaften Schleier-Intro und charmanter Ruhe zog sie das Publikum in ihren Bann, gefolgt von einem Trommelsolo mit Präzision in Höchstform und einem rasanten Finale. - Mit einem Modern Fusion Stück in schlichter Eleganz folgte die Schwedin Linda. Nur vereinzelt hat sie Akzente eingebaut, dies jedoch um so wirkungsvoller.
Kurz vor dem Finale des ersten Teils eroberte die deutsche Gruppe Shir o Shakar die Bühne mit einem fröhlichen Indian Fusion, raffinierten Formationen und insgesamt grossartiger Gruppendynamik. Der Star des Abends dieses Tribal Cafes, Samantha Emanuel aus England, schloß den ersten Teil der Abendshow mit einem traurig anmutigen Stück zu einer Klavierballade. Wie man es von Samantha kennt, arbeitete sie mit klaren Linien, klassischen Posen und gefühlvoller Eleganz.
2. Showblock

Den zweiten Teil der Show eröffnete die schwedische Gruppe Carnelian Tribal mit einem klassischen ATS® Stück. - Als Vertretung der Schweiz tanzte Amanda. Zu weichen Beats und sanften Klängen hat sie mit intensiven Armbewegungen, Ruhe und erdigen Hüftbewegungen bezaubert.

Zu den klaren Klängen einer Violine tanzte die Schwedin Klara Broden ein wunderschön anmutiges und sanftes Tribal Fusion Solo.

- Ausdrucksstark und mit einer Mischung aus puppenhafter Zärtlichkeit und morbider Düsterheit hat
Iskendra aus Schweden das Publikum gefesselt. Ihre Akzente und Locks waren wortwörtlich atemberaubend.

Düster ging es weiter, mit Dark Rose aus Dänemark und ihrem Dark Fusion, einem frechen Ausdruck und packenden slow motion Elementen.

- Erfrischend, dynamisch, kreativ und kontrastreich sind Assoziationen, die
Helene aus Schweden mit ihrem Tribal Fusion Solo hervorgerufen hat. Sie zeigte uns eine spannende Choreographie von klein und sanft bis hin zu aufbrausend und wild!
Als nächstes durften wir einen Gast aus Übersee begrüßen, Jeka aus Venezuela. Sie geizte nicht mit ihrem südländischen Charme und brachte das Studio zum Kochen mit heißem Hüftschwung, viel Bewegung und einem sehr femininen und selbstsicheren Ausdruck.
Den Abschluss dieses Showblocks machten Alex & Nicole von der deutschen Gruppe Shir o Shakar mit einem Duo. Ein fröhliches Balkan Fusion Stück mit viel Shimmies, ATS® und tollen Solo-Einlagen haben das Publikum mitgerissen.
3. Showblock

Im letzten Showblock folgte die lange und angekündigte Überraschung dieser „Special Edition“ des Tribal Cafes, mit dem geheimnisvollen Titel „After Night Fall“. Die Moderatorin des Abends, oder viel eher die „Geschichtenerzählerin“ Arsenica Lace, entführte in eine Welt der Märchen, des Grusels und der Geheimnisse. Das Projekt involvierte neben Dud Muurmand selbst, die das Projekt der getanzten Märchen leitete, auch den Stargast Samantha Emanuel und zahlreiche Tänzerinnen, die wir größtenteils zuvor schon in der Show als Solo-Künstlerinnen sehen durften. Das Publikum durfte sich auf folgende Einzelakte freuen:

-      „The Queen & The Roses“ inspiriert von einem Märchen der Gebrüder Grimm und getanzt von Lisa, die das Gefühl der Zerbrechlichkeit, Traurigkeit und Glück großartig zum Ausdruck brachte.

-      „Princess & The PEA“ inspiriert vom Märchen „Die Prinzessin auf der Erbse“ des Dänen Hans Christian Andersen und bildlich getanzt von Karolina.

-      „Dance Dance Doll of Mine & Snow Queen“ vom Märchen „Die Schneekönigin“ des gleichen Autors und getanzt von der “TribalgroupONE“ als morbide Puppenparade, mit Dud und Pernilla.

-      „The Shadow“ mit Dud in der Rolle des Schattens. Ausdrucksstark, düster und gruselig, wie wir Dud kennen und lieben.

-      „The Little Matchseller“ inspiriert vom Märchen §Sterntaler“ von Hans Christian Andersen und traurig schön getanzt von Louise.

-      „Ugly Duckling“ inspririert vom bekannten Märchen des häßlichen Entleins. Getanzt wurde dieser Part von Callisto.

-      Krönender Abschluß der gruseligen Märchenreise war Samantha Emanuel mit ihrem „Black Swan“. Eine Glanzleistung an Technik, insbesondere des Balletts, und Ausdruck.

Dud hat sich ein weiteres Mal selbst übertroffen, indem sie allen beteiligten Tänzerinnen und dem ganzen Publikum eine atemberaubende Show geboten hat. Sehr international geprägt, abwechslungsreich und stimmungsvoll.

Insgesamt kann auf ein sehr erfolgreiches Festival zurückgeblickt werden, vollständig ausverkaufte Workshops mit Samantha Emanuel, der Show als Höhepunkt und dem neuartigen Projekt der getanzten Geschichten als eigenem Showteil.

Die vielen positiven Rückmeldungen sprechen für sich sowohl aus den Reihen der teilnehmenden Tänzerinnen als auch aus den Reihen des Publikums, das bei ca. 90 Personen rund zur Hälfte aus Nicht-Tänzern bestand. Auch Samantha fand nur lobende Worte für das Festival: „Brilliant, well organized, punctual, supportive environment, very down to earth, good vibes!“
Die nächsten Veranstaltungen von tribaldance.dk unter der Leitung von Dud Muurmand stehen bereits an:

Sonntag, 27. Oktober 2013: Tribal Café X Copenhagen

27. - 30. März 2014: Dark Weekend Copenhagen mit Ariellah

Homepage: www.tribaldance.dk
Sakura Tribal Troupe
Anastasia Artiushenko
Mahina
Nilaya
Golnosh
Linda
Shir o Shakar
Samantha Emanuel
Carnelian Tribal
Amanda
Klara Broden
Iskendra
Dark Rose
Helene
Jeka
Nicole & Alex
Arsenic Lace
Lisa
Karolina
TribalgroupONE
Callisto
Louise
Pernilla
Dud Muurmand
Samantha Emanuel