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18. - 19. Juni 2011
von Lenka Adamkova (Afsana)
übersetzt von Marcel Bieger

Das Tribal Fusion Fest Brno (Brünn) blickt auf eine längere Tradition zurück und wurde bereits 2007 zum ersten Mal durchgeführt, um den Bauchtanz in seiner ganzen Vielfalt zu zeigen und sich von der damals vorherrschenden Raks-Sharki-Szene abzusetzen. Zu jener Zeit standen die Mitglieder der Gruppe „El Raks Sael“ dahinter, namentlich Anna Ronovska. Sie alle haben bei Bri Hurley gelernt, die den Tribal vor 10 Jahren nach Tschechien gebracht hatte. Seit damals hat Bri viele Tänzer unterrichtet, buchstäblich jede Lehrerin hierzulande war bei ihr.

6. TRIBAL FUSION fest Brno (Tschechien)
Photos mit freundlicher Genehmigung von Lenka Adamkova
Grafik und Layout:
Konstanze Winkler
Heute, 2011, wird das Festival von einer neuen Tänzerin organisiert – Afsana. Sie sagt: „Ich bin sehr froh, diese Chance zu erhalten. Anna, die Gründerin des Festivals, fand immer weniger Zeit und bat mich schließlich, an ihre Stelle zu treten. Mich erwarten viel Arbeit und noch mehr Verantwortung, aber wenigstens muß ich nicht bei Null anfangen. Ich kann meine eigenen Vorstellungen in eine bereits bestehende, funktionierende und allgemein bekannte Veranstaltung einbringen. Das ist ein Riesenvorteil. Anna und Bri haben mir eine Menge Ratschläge gegeben, und ich habe eine weitere Tänzerin aus Brno gewinnen können, Byakko, die mir bei allem helfen will.

        Jedes Festival steht unter einem anderen Motto. In diesem Jahr habe ich mich für „Gemeinsamkeit der Gemeinden“ entschieden. Abgesehen von Brno haben wir erfolgreiche Szenen in Wien und Bratislava (Preßburg). Da diese drei Städte so nahe beieinander liegen, sollten wir doch die Gelegenheit nutzen, uns stärker zusammenzuschließen und eine regelmäßige Zusammenarbeit zu vereinbaren. Deswegen habe ich mir zum Ziel gesetzt, diese drei ‚Gemeinden’ zusammenzubringen.

Das Festival verfolgt deswegen auch die Absicht, anerkannte Tänzerinnen aus der Slowakei, aus Österreich und aus Tschechien auf die Bühne zu bringen und Workshops abhalten zu lassen. Ich bin überglücklich, daß so viele ausländische Superstars den Weg zu uns finden, aber manchmal scheinen wir zu vergessen, daß wir auch bei uns gleich um die Ecke hervorragende Tänzerinnen haben, von denen wir noch einiges lernen können.
Um aus diesem Zustand hinauszufinden, haben wir uns fürs TTFB etwas Besonderes einfallen lassen: Einen Workshop mit sechs verschiedenen Dozentinnen aus vier Ländern. Jede Dozentin erhält 30 Minuten, um darin das Beste aus ihrem Repertoire vorzuführen. Dieser Kurs scheint sehr gut anzukommen, denn er ist bereits vollkommen ausgebucht. Ich würde mir wünschen, daß auch andere Dozentinnen in anderen Ländern diese Idee aufgreifen, um ihre heimischen Kolleginnen zu unterstützen.
Bei unserem Motto ‚Gemeinsamkeit’ geht es aber nicht nur darum, die Zusammenarbeit zwischen den Profis zu verbessern, sondern auch die zwischen den Studentinnen. Um Raum für Diskussionen zu schaffen, haben wir einen Lehr-Block mit vier Vorträgen über Themen aus der Welt des Tribal eingerichtet. Jeder ist herzlich eingeladen, an den Diskussionen teilzunehmen. Sie kosten keine Gebühren, und auch kein bestimmter Grad von Vorkenntnissen ist vorgeschrieben.

Besonders möchte ich noch die Aufmerksamkeit auf den Workshop ‚Flamenco For Fusion Dancers’ lenken, bei dem es um Arm- und Handbewegungen geht, in dem über Körperhaltung gesprochen wird, bei dem es um Musik und Kultur geht – und wo keine Schuhe getragen werden dürfen. Ein paar Plätze dort sind noch frei, und für eine englische Übersetzung ist auch gesorgt.

Dank dieser Auswahl kann ich die Show dynamischer und künstlerisch geschlossener organisieren. Weniger Tänzer bedeutet auch, ihnen mehr Raum zu lassen, ihr gesamtes künstlerisches Vermögen zu zeigen. Natürlich muß dabei auf der anderen Seite in kauf genommen werden, daß eine Menge guter und phantasievoller Tänzer in diesem Jahr nicht dabeisein können, weil ja eben nur eine begrenzte Menge auf die Bühne darf. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, daß das Publikum diese Maßnahme begrüßen wird, kann es so doch den Abwechslungsreichtum und das hohe Niveau unserer Show besser genießen.“
Die Dozentinnen (von links oben nach rechts unten) Michaela (Nakari), Martina Viewegová, Afsana, Lady Stania, Doro (Nakari), Bri Hurley, Denisa, Alexandra und Dominika (Rustiqua)
Das Tribal Fusion Fest Brno unterscheidet sich aber noch in einer weiteren Hinsicht von anderen Tribal-Veranstaltungen. Bei uns wird nicht jede genommen, die gern auf die Bühne will.
Auftretende Künstler:

Afsana

Alexandra (Rahat Lukum)

E.R.S.

Bri Hurley

Byakko

Libuše Bachratá

Lucilla

Marta Bedriová

Martin Tomaško (drummer)

Martina Viewegová

Míša Blažíková

Nakari

No Feet (street dance)

Rustiqua

Siderea (UV show)

Stáňa a Irena

Bri Hurley
El Raks Sael
Byakko
Libuše Bachratá
Weitere Informationen unter: www.tribalfusionfest.com

Facebook: Tribal Fusion Fest Brno

Email: tribalfusionfest@gmail.com

Lenka "Afsana" Adamkova
Brno darf also als Mekka des Tribal sowohl für Tschechinnen als auch für Slowakinnen bezeichnet werden.