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Bianca „Cinnamon Star“ Stücker zum ersten Auftritt
der „Violet Tribe“

Gespräch mit Marcel Bieger

WIR HABEN MEHRERE DIMENSIONEN
Ihr habt gerade eure Welturaufführung hinter euch, in der ihr nicht nur euch selbst als tanzende Musikgruppe, sondern auch eure CD öffentlich einem Publikum vorgestellt habt.

Ja, ursprünglich sollte das in Duisburg im „Pulp“ staffinden, im Rahmen einer Gothic-Veranstaltung, aber die wurde 10 Tage vorher völlig überraschend abgesagt.

Unser nächster Auftritt ist aber schon im Rahmen des WGT (Wave Gotik Treffen) im Leipziger Schauspielhaus, das wäre uns als Einstand dann doch ein Nummer zu groß gewesen. Wir wollten vorher gern vor Publikum „üben“ und haben uns deswegen rasch, innerhalb von 2-3 Tagen, eine Ausweichmöglichkeit zum „Pulp“ gesucht. Ursprünglich angedacht als so etwas wie ein Testdurchlauf-vor-Freunden-und-Bekannten, wurde es dann allerdings doch etwas „Öffentliches“. Zum Glück ist bis auf kleinere Pannen nichts Schlimmes passiert (lacht).
Wie viele waren denn da?

Der Veranstaltungsort ist ein kleines Atelier, in das eigentlich nur 40 Leute passen, aber an der Abendkasse waren es auf einmal 70; wir haben zum Schluss noch vergünstigte Stehplätze angeboten. Wir wollten es ja eigentlich klein halten, weil der Auftritt nur ein Test-Rahmen sein sollte, waren aber natürlich trotzdem froh, daß wir den Termin in der Kürze der Zeit noch haben bekannt machen können.

Ihr habt eure ganze CD gespielt?

Ja, das war ein anderthalbstündiges Konzert, mit Glitzer- und Seifenblasenpusten, Ansagen, Pause und Mitmacheinheit (lacht). Das Schwierigste war, die Reihenfolge der Stücke festzulegen: Alle alle spielen, singen oder tanzen in wechselnder Besetzung oder ziehen sich gerade um - es steckt also ein ganz ausgeklügeltes System dahinter. Während unserer Vorbereitungen haben wir festgelegt, wer wann wo was macht. Es gibt Solo- und Duo-Choreographien, und beim Steampunk-Lied tanzen sogar fast alle.

Die meisten Kostümwechsel hatte Svahara zu absolvieren, aber die anderen sind auch nicht viel besser dran (lacht). So kam ständig die Frage auf: Können wir dieses Lied nach jenem spielen, und schon gab es Protest, nein, das geht nicht, weil … Es hat ziemlich lange gedauert, bis wir eine funktionierende Playlist zusammengebaut hatten.

Wer spielte was?

Oliver spielt hauptsächlich Gitarre, Chalumeaux (eine Art Klarinette) und Schalmei, Arzo Baß, und alle machen Percussion und Zimbeln. Ich singe, oft auch dreistimmig mit Svahara und Annun zusammen, das funktioniert sehr gut. Lily und ich wechseln uns am Hackbrett ab, und ich spiele Baß, wenn Arzo tanzt, und alles, was so anfällt (lacht). Bei Mariam liegt der Schwerpunkt eher auf dem tänzerischen, bei mir auf dem musikalischen Anteil, aber insgesamt sind die „Aufgaben“ recht ausgeglichen verteilt.

Und das hat alles reibungslos geklappt?

(lacht) Das war eben das Schwierige. Der Wechsel zwischen den Liedern, die Übergänge. Da muß man sich eben genau merken, wann stellt wer welches Mikrophon aus dem Weg, wer nimmt welches Instrument und wer muß sich jetzt noch ein Tuch umwickeln? In Hamm hatten wir in der Mitte Programms eine Pause, aber von jetzt an haben wir nur noch Termine, bei denen wir durchspielen müssen. Wir haben bei unserer „Premiere“ „Bone Cracker“ als instrumentale Zugabe gespielt; das ist normalerweise als Feuer-Show geplant, aber dort konnten wir das natürlich nicht machen.

Gut geklappt hat auch der lehrreiche Teil (lacht), vor dem Steamlied hat Svahara den Gästen die Puppenchoreo, die auch im Video vorkommt, beigebracht, und es haben tatsächlich die meisten mitgemacht.

Svahara brachte dem Publikum den Puppen - Tanz bei
Wichtig finde ich auch die Auswahl der Texte, die ja schon für sich genommen eine kleine Kuriositätensammlung sind. So haben wir zum Beispiel „Against Constancy“ – „Gegen die Beständigkeit“ – von John Wilmot, dem berüchtigten, satirisch und mit großer Begeisterung anstößig dichtenden Earl of Rochester vertont, ein Text, der nur zur Treue rät, wenn es wirklich GAR nicht anders geht (lacht). Visuell haben wir das Ganze mit Federfächern in Bonbonfarben umgesetzt, barockes Rebellentum trifft hier also auf Burlesqueanleihen.Dadurch, dass wir verschiedene Ausdrucksmittel kombinieren können – unsere eigene Musik, Tanz und Texte – erhält das Programm eine zusätzliche Dimension, die über das „nur“ Sichtbare hinausgeht.
Fotos: Detlev Janßen
http://www.myspace.com/violettribe
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Die YouTube-Videos des ersten gemeinsamen Auftritts des Violet Tribes:
Hurriya
Lamma bada yatathanna
The Steam Song
Against Constancy