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Der Showbericht:
EAST MEETS WEST AUF DEM “ZAGHAREET FEST”

Tribalbegegnung zwischen Deutschland
und der Ukraine

von Marcel Bieger

Anita Blake stammt aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew und lebt seit einigen Jahren in der Nähe von Düsseldorf und tanzt leidenschaftlich gern. Sie hat inzwischen ihre eigene Tanzschule eröffnet – „Lamia Dance Company“ (www.lamiadance.com)
Ihre jüngste Errungenschaft, im vergangenen November ist sie für zwei Wochen nach Kalifornien gereist, hat dort bei Carolina Nericcio ihren „TT“ („Teacher’s Training“) gemacht und darf sich fortan „Sister Studio“ von FCBD© nennen und ordnungsgemäß ATS© unterrichten. Respekt, sagen wir. Zur Zeit sieht man sie öfter mit einer Mittänzerin bei Shows und Festivals tribaln, das Duo nennt sich nach dem Namen des Tanz-Studios. Aber Anita beherrscht auch den klassischen orientalischen Tanz (in Osteuropa ist eine gründliche Ausbildung eben selbstverständlich).
Die Künstlerin möchte sich, eigentlich logisch, auch als Veranstalterin einen Namen machen. Dazu hat sie in diesem Jahr erst einmal Profis, Tanzfreunde und die Presse in eine Düsseldorfer Gaststätte geladen, wo die ganze Zeit getanzt und gepartyt wurde. Die Rolle der Gastgeberin tat ihr sichtlich gut, und sie hatte großen Spaß, weil ihre Kolleginnen ihr Bestes gaben und alle unentwegt auf dem Parkett waren. Dabei gab es nicht nur Tribal und Tribal Fusion zu bestaunen, sondern auch klassischen Bauchtanz und ukrainische Folklore zu bewundern. Doch der Reihe nach:
Amina eröffnet den Reigen mit einem klassischen Raks Sharki, den sie mit viel Leidenschaft und Freude darbietet. – Später sehen wir sie mit einem Pop Beledi, sie lacht viel und flirtet gern mit dem Publikum, das sich gern von ihrer Fröhlichkeit anstecken lässt.

Henneth Annun zeigt sich zunächst von ihrer lyrischen introvertierten Seite mit einem Vintage Tribal Fusion. – In ihrem zweiten Vortrag gibt sie einen lateinamerikanisch und spanische beeinflussten Tribal Fusion, unter Verwendung eines Original-Stücks von Carlos Santana.  Wer hätte gedacht, daß sich das mit orientalischer Musik unterlegt so gut anhören kann.

Mit Cristina Zegarra ist auch eine der „Jungen Wilden“ vertreten, und sie zeigt gleich, daß ganz moderner Tribal Fusion mit einem guten Schuß Hip Hop veredelt sein muß und auch etwas akrobatischer ausfallen darf. – In ihrem zweiten Beitrag paßt sie ihren Tribal Fusion Tanzstil geschmeidig einer etwas abgehackteren elektronischen Musik an.

Aus Australien ist Sara angereist (sie weilte gerade auf Urlaub in Österreich, als ihr die Anzeige von Anitas Hafla ins Auge fiel). Ihr Tanz fällt auch in die Kategorie Tribal Fusion, aber sie betont den Tribal als immerhin einem der Namensgeber dieser Stilrichtung. Schade, daß wir sie nur mit diesem einen Beitrag sehen.

Lily Qamar aus der zweiten Tribal-Fusion-Generation und Gründungsmitglied der „Violet Tribe“ erzählt mit viel Körpereinsatz ihre Geschichte im Vintage-Stil. - Im zweiten Stück bleibt sie im Thema, gibt diesmal aber den Vamp.

Arzo, ebenfalls Gründungsmitglied von „The Violet Tribe“ und deutsche Vorzeige-Gothic-Tribaltänzerin, entführt uns in die indische Abteilung des Steampunk. Dem Automatenhaften bleibt sie auch im zweiten Vortrag treu, der aber wesentlich schwermetalliger ausfällt.

Die Gastgeberin selbst bedient beide Genres. Den Beginn macht ein schwungvoller Shaabi, der die längst aufgekommene gute Laune weiterverfestigt. Anita erweist sich als perfekte Volkstänzerin. – Etwas später beweist sie dann, daß sie im Tribal Fusion mindestens ebenso gut zuhause ist. Das indische beeinflusste eher getragene Stück gibt ihr Gelegenheit, ihre ganze Körperbeweglichkeit vorzuführen.

Und damit bleibt nur noch der heimliche Stargast des Abends: Taisa Jah Surya. Taisa war die erste Ukrainerin mit „Sister School“-Status, und ihr große Liebe gehört dem Tribal. So tanzt sie uns ukrainische Folklore mit Theater und das mit ungewöhnlichen Figuren-Abfolgen und unterstützt von einem Frauenchor (von CD), der an bulgarische Chormusik erinnert, wie sie vor einigen Jahren auch bei uns bekannt geworden ist.

Taisa gehört zu den bekanntesten Tänzerinnen der Ukraine und läßt auch die Volkskunst (Musik, Gesang und Tanz) ihrer Heimat in ihren Tribal Fusion einfließen. Wie sie uns später im Gespräch erklärt, gehört sie einer Bewegung an, die ihren bekanntesten Vertreter in der Balkan-Kapelle „Dacha Bracha“ hat. Man spricht überall im Lande mit Menschen, die sich noch an dieses oder jenes Brauchtum erinnern. Auch Taisas Kostüm ist noch alten Folklore-Motiven geschneidert und bestickt.
Alles in allem haben wir einen höchst spannenden und auch ungewöhnlichen Abend erlebt. Unser Wunsch nach Fortsetzung findet Gehör, denn am

25. und 26. Mai 2013
wird es das 2. „Zaghareet Fest“ geben,


diesmal mit dem slowenischen Star
Manca Pavli, der Gastegeberin
Anita Blake, einer weiteren ukrainischen Tänzerin, Maria Fomina,
den „jungen Wilden“
Giuliana Angelini und Cristina Zegarra und der niederländischen Künstlerin Aveyanda Skye, und dazu noch etliche mehr. Näheres hier in dieser Zeitung, und, natürlich, hingehen!
Homepage Anita: www.lamiadance.com
Zaghareet Fest: www.zaghareet-fest.eu
Photos © Konstanze Winkler
Grafik und WebDesign Konstanze Winkler
Anita Blake
Taisa Jah Surya
zum Abschluß tribaln alle noch einmal fröhlich gemeinsam
Finale
Amina
Sara
Cristina Zegarra
Arzo
Lily Qamar
Henneth Annun