Startseite/Aktuelles
zurück zu ma kuck'n
Homepage: www.thehouseofmelody.com
Zoe Melody bei facebook
Zoe Melody ist zu Gast bei der 2. Oriental Fusion Gala am Fr., 24. Februar 2017, in Düsseldorf im Capitol Theater
Veranstalter: Deans Bisto, künstlerische Leitung: Manis

Es gibt noch Karten!
hier ...
Photos ©: Homeardpayette Photography, EB Photography
Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler
Zoe Melody ist Vogu(e)ing-Künstlerin, eine für uns sehr junge Tanzart aus der Abteilung Urban Styles. Der Name geht auf die weltberühmte Modezeitschrift “Vogue” zurück. Die Tänzer haben im wesentlichen die Posen der darin abgebildeten Models nachgeahmt. Daß zum Voguing aber noch alles Mögliche mehr gehört, erzählt uns Zoe gleich.
"JEDER TANZ BRINGT EINEN IN SEINER ENTWICKLUNG WEITER"
Interview mit
Zoe Melody
von Marcel Bieger
Sie hat in der letzten Sommer-Akademie von Manis Kurse in ihrem Fach gegeben und wird in wenigen Wochen mit ihrer Gruppe in der 2.Oriental Fusion-Gala von Manis auftreten.
Wie hast du zum Tanz gefunden (oder wie hat er dich gefunden), womit hast du angefangen, und wie bist du von dort zum Vogueing gelangt?

Tanzen tu ich seit ich denken kann. Angefangen habe ich vor allem bei mir zuhause für mich, im Kindergarten, auf Schulveranstaltungen in Jugendzentren und letztlich im „tanzhaus NRW“. Als ich angefangen habe Kurse zu nehmen, waren es vor allem Urban Styles wie Hip Hop, House, Locking etc. Das war in den Teenager-Jahren. Mit ca. 17/18 hab ich mich dann für Jazz interessiert und auch angefangen, Tanztheater zu spielen. 2008 bin ich auf Voguing gestoßen und war überwältigt von der Energie, der Einstellung, der Musik und den Bewegungen in diesem Tanz. Es dauerte allerdings noch ein paar Jahre, bis ich mich wirklich diesem Tanz gewidmet habe.

Du kennst dich auch in anderen Stilen aus, kannst du die für deinen Tanz verwenden, im Sinne von Fusion, oder schließen sie einander aus?

Voguing wurde, wie jeder Urbane Tanzstil (technisch) von diversen anderen Tänzen beeinflußt. Es gibt, historisch gesehen, viele Parallelen zum Popping, weil die Stile koexistent in denselben Clubs getanzt wurden und sich gegenseitig beeinflußt haben. Der Stil hat Einflüsse aus der Kampfkunst und dem Orientalischen Tanz durch viele fließende und weibliche Bewegungen, Jazz und Modern Dance sind ebenfalls seine Inspiration. Jeden Tanz, den man erlernt, bringt einen in seiner Entwicklung als Tänzer weiter und läßt einen vielfältiger und gleichzeitig origineller in seinem persönlichen Stil werden.

Du hast im letzten Interview von "unserer Gruppe" gesprochen, magst du uns die vorstellen? Und wie ist das vonstatten gegangen, als ihr den Boden für eine Vogueing-/Freestyle-Szene in Deutschland bereitet habt.

Meine Gruppe oder auch mein House nennt sich „House of Melody“. Wir haben uns 2012 zusammengefunden, zuerst nur für eine Show und später, um gemeinsam die Voguing Szene zu erkunden, den Tanz zu erlernen und zu verbreiten. Bis heute haben wir diverse Shows getanzt, in Theater-Produktionen mitgewirkt, Events veranstaltet und an Battles teilgenommen und gewonnen.

Wie stellt sich diese Szene heute dar, welche Zentren hat sie, welche Festivals/Shows/Battles oder sonstige Gelegenheiten zusammenzukommen? Ist sie eher geschlossen oder für andere Stile/Einflüsse offen?

Die Europäische Voguing Szene ist in den letzten 8 Jahren buchstäblich explodiert. In den USA existiert der Tanz schon seit den 60er/70er Jahren und hat sich auch dort ständig gewandelt, in Europa konnten sich der Tanz und die Kultur allerdings erst in den letzten Jahren durchsetzen. Da der Tanz und die Ballroom-Szene an die afroamerikanische und Latino Gay-Community geknüpft ist und ein Ausdruck ihrer Geschichte ist, ist Voguing in Europa definitiv etwas anderes als im originalen New York City.

Die Pariser Voguing Szene oder Ballroom Scene, ist wohl die authentischste der Originalen Szene in NYC. Dort finden fast wöchentlich Balls und Functions statt (Balls und Functions sind die Wettbewerbe in denen Voguing in diversen Kategorien ausgetragen wird, hier treten die Vogue Houses gegeneinander an). Zudem haben Deutschland, Holland, Schweden, Rußland, Japan, China und Taiwan ebenfalls eine Voguing Szene entwickelt, die aufgrund der Landes-Kultur und der Mentalität alle etwas unterschiedlich Voguing tanzen. Im allgemeinen ist die europäische Voguing Community, weil noch so jung, eher exklusiv und sehr darauf bedacht, Tradition zu wahren, wobei eine Entwicklung in die ein oder andere Richtung unvermeidlich ist.

Wir hier in Deutschland versuchen es sehr offen für jeden zu halten und neue Konzepte zu entwickeln die einfach die Kreativität anregen und die Entwicklung der Kunst fördern soll.
Welche Stile umfaßt das Vogueing, und wo wird die Reise in den nächsten Jahren hingehen?

Voguing kann in diverse Stile und Kategorien unterteilt werden. Angefangen hat alles mit Runway und Posing. Daraus entstand der erste Tanzstil Old Way, eher maskulin in seiner Bewegung und sehr powervoll. Man hat Elemente aus den Kampfkünsten und dem Popping benutzt. Daraus haben sich in zwei verschiedene Richtungen neue Stile entwickelt: Vogue Fem, was sich wie das weibliche Pendant zu Old Way gestaltet, und New Way als eine schnellere und athletischere Variante des Old Way.

Voguing, sein Tanz und seine Kultur sind unglaublich komplex, und auch wenn ich mich seit Jahren intensiv mit diesem Tanzstil befasse, lerne ich immer noch etwas dazu.

Du hast im letzten Interview gesagt, daß das Vogueing eher als andere urbane Stile feminine Elemente aufweise, könntest du das genauer erklären?

Grade Vogue Fem ist von den Drag Queens, Transwomen und biologischen Frauen getanzt worden. Beim Voguing geht es vor allem darum, sich zu präsentieren, bei Vogue Fem geht es darum seine Weiblichkeit zu präsentieren, heißt, alles was als weibliches Attribut gilt, ins Licht zu rücken. Man hat viele weiche elegante flüssige Bewegungen, vieles, was sinnlich ist, dennoch wird in diesem Stil gebattled was an sich ja eher männlich ist.

Was wirst du uns auf der Gala auf der Bühne zeigen? Bist du schon einmal auf einer Tribal-Veranstaltung aufgetreten, und was versprichst du dir von der Manis-Show?

Ich bin noch nie auf einer Tribal Veranstaltung aufgetreten, allerdings bin ich sehr froh, dabeisein zu dürfen. Gerade durch die sinnlichen Isolationsbewegungen, die Eleganz und das fast Mystische im Tribal finde ich diesen Tanz persönlich sehr spannend. Ich hoffe darauf, viel Inspiration zu erhalten und selbst zu inspirieren.

Wie sehen deine eigenen Pläne für die Zukunft aus?

Reisen, mich weiterbilden, weitergeben, was ich gelernt und erfahren habe, und als Künstlerin wachsen. Ich bin keine große Planerin, es kommt eh alles, wie es kommen soll.

Liebe Grüße, und ich freue mich darauf, euch alle kennenzulernen,
Zoe-Marie