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Schmuck, DIY
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Wir haben eben gesehen, dass du so wunderschöne Ornamente an deinem Gürtel hast.

„Das sind Schmuckplättchen, vermutlich aus Afghanistan. Vielleicht hat man da mal Sattelzeug mit geschmückt. Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, daß afghanische Frauen oder auch turkmenische Frauen – da gibt es ja auch diese ganz schweren wunderschönen Halsketten – diese als Anhänger oder so benutzt haben könnten. Aber ich packe das dann an die Hüfte, um so auch die Hüftknochen ein bisschen zu betonen, das erzeugt eben einen Blickpunkt. Wenn man sich damit bewegt, gucken die Leute halt hin. Schmuck kaufe ich meistens bei Shaila, aber dann gibt es ja noch ebay, oder man rennt über Trödelmärkte. Und irgendwann hat irgend jemand dann so ein Stück, und man denkt „Ach, guck, das hättest du jetzt vielleicht nicht bei ebay gefunden, aber ausgerechnet hier fällt es dir vor die Füße.“

Die Gürtelornamente sind aus Afghanistan...
..und hier das komplette Kostüm

Was trägst du da für Ohrringe? Sind das wirkliche Expander?

„Ja, die kann man zum Weiten und Dehnen nehmen, oder wenn man schon eine gewisse Weite hat, sie auch als ganz normalen Schmuck tragen. Ich habe 9.5 mm Weite, und weiter will ich sie jetzt auch nicht haben. Ich habe auch Tunnel, wo ich dann andere schöne Silberohrringe reinhängen kann. Hornschmuck mit Intarsien gefällt mir ganz gut. Ich habe wirklich mit Expandern gearbeitet, so Schritt für Schritt.“

Dein Kopfschmuck ist auch afghanisch, nicht wahr?

„Ja, der war blank, ich habe halt Stoff drunter genäht, sonst verhaken sich meine Haare in diesen feinen Ösen,  sonst würde ich mir jedes Mal die Haare ausrupfen. Dann habe ich mir noch ein Band drangenäht, das binde ich mir im Nacken zu, stecke Haarnadeln rein, und dann ist es fest.“

Gehst du mit einem festen Plan an die Erstellung eines Kostüms?

„Nein, das entwickelt sich. Ich muß ja festellen, wie dieses auf jenes wirkt und umgekehrt. Gestern abend, bei dem Stück mit dem Sonnenschirm, habe ich einen Rock mit verschiedenen Bahnen angehabt, mit Volants. Zuerst hatte ich ganz alte, fast trashig aussehende Schmuckreste versetzt dran genäht, und irgendwann habe ich gedacht, nein, da fehlt noch was. Und dann habe ich Straß-Steine genommen. Es gibt Straß-Steinchen, mit denen kann man Ketten herstellen oder an Stoff nähen. Die habe ich dann auch noch auf dem Rock angebracht. Wenn ich das Stück dann sehe, weiß ich genau, das ist es! Das Gewand, das ich heute trage, ist von ShaliSari. Wie auch die Hose, die ich jetzt anhabe. Ich habe immer nach einer Hose mit Rüschen am Bein gesucht, und dann habe ich die bei denen gesehen und sie gleich angeschrieben mit der dringenden Bitte ‚Reserviert die bloß!’

Ich wollte sie unbedingt haben und hatte Glück, weil es die letzte war. Die Risse da habe ich selber gemacht, ich hatte da mal eine Netzstrumpfhose drunter getragen, damit es ein bisschen trashy aussieht. Ich dachte mir, prima, die paßt ja auch noch zu anderen Teilen. Ich kombiniere nämlich auch gerne, es bleibt nicht immer bei ein und demselben Kostüm, ich wechsle auch mal, und seien es nur Gürtel oder BH. Hauptsache, ich kann flexibel mischen.“

www.henneth-annun.de

bilder © Marcel Bieger
und Art of Kara/Sonja Schatz
www.art-of-kara.de

der Volant-Rock mit den Strasssteinchen