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Schmuck, DIY
Interview mit
zu ihren Balkan-Kostümen
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...Je größer die Auftritte werden – und wir kriegen mittlerweile ja auch gute Gagen – desto weniger kann man mit Kaufhausperlen und so weiter kommen. Wenn ich einen großen Auftritt habe, dann möchte ich auch etwas Großes bieten. Ich kaufe mir jetzt mehr echten Schmuck und immer weniger unechten.

Wir waren heute in dem Second-Hand-Laden hier auf dem Hof und haben haufenweise Tücher gekauft, weil die so günstig waren. - Man muss immer die Augen offen haben. - Das waren so Oma-Tücher. - Ja, ganz viele und da dachte ich: Oh prima, die kann ich zerschneiden, für einen Kopfschmuck oder was auch immer. - Wir gehen ja auch mit dem festen Vorsatz einkaufen, was lässt sich alles verwursten? - (Patricia) Man will eigentlich was ganz anderes einkaufen und stößt dann auf etwas, bei dem man denkt, das wäre doch was für dies und jenes. Wenn ich mir etwas nähe, habe ich allerdings immer schon eine ziemlich genaue Vorstellung, wie es am Ende aussehen soll. Nicht bis ins Detail, aber einen Gesamteindruck, so etwas wie eine geometrische Form. Und dann grüble ich darüber nach, welche Details sind notwendig, um diesen Gesamteindruck zu wecken. Jedes Kostüm entsteht bei mir so: Erst der Gesamteindruck und dann das Klamüsern, wie erreiche ich diese Wirkung? Ich ändere dann auch ganz viel, da wird jede Menge wieder herunter gerupft und nochmal genäht. Ich ziehe mir die halbfertigen Sachen auch an und photographiere mich darin, dann schaue ich mir die Bilder an, denn das sieht immer anders aus, als wenn man in den Spiegel guckt. Liebe zum Detail ist schön und gut, aber wenn man weit von der Bühne weg ist, braucht man den Gesamteindruck. (Wird von den anderen bestätigt.) Man sieht etwas von nahem, und von weitem wirkt das zum Beispiel wie Hörnchen oder so.

perlatentia im Balkan-Outfit
Alexandra
Jasmin und die große Wiebke
(kl. Wiebke) Ich habe eine Deko-Puppe und wenn ich zum Beispiel einen BH genäht habe, lege ich ihn der Puppe an. Dann gehe ich aus dem Zimmer, gehe wieder hinein und denke: Oh! Weil das dann aus der Entfernung immer anders aussieht als von nahem. -



(Patricia) Es war bei mir letztes Jahr oder so, dass ich aufgehört habe, Kaufhaus-Sachen zu kaufen. Ich bin ganz weg von diesem Plastik-Zeug, bei dem man denkt: Ach, das geht doch auch...

Wie kommt ein Stück bei Euch zustande? Erst ist da ein Lied, dafür entwickelt ihr eine Choreo und zum Schluss kommt das Kostüm. Oder habt ihr eine andere Reihenfolge?

(Patricia) Musik ist bei mir das erste, immer. Und erst dann kommen Kostüme und Tanz irgendwie gleichzeitig. (Zustimmung von den anderen.) Die Musik ist eigentlich immer ausschlaggebend. Wir sagen auch nicht, unser nächstes Stück ist zum Beispiel zu Balkan-Musik. Sondern da stoßen wir auf ein Stück, das uns gefällt, das uns inspiriert und wozu wir tanzen wollen. Dann fangen wir an zu überlegen, was erfordert diese Musik, welchen Stil.

(Elena) Meine Kostüme entstehen hauptsächlich aus meiner Shopping-Sucht heraus. Ich sehe ganz viele tolle Sachen, die ich mir eigentlich nicht leisten kann, aber dann trotzdem kaufe. (Patricia) Für die Steuer gebe ich an, dass ich die alle für meine Arbeit brauche. (Alle lachen.) (Elena) Irgendwann habe ich dann einen riesigen Haufen von Sachen beisammen und fange an zu basteln. Und hoffe, dass was Gescheites dabei heraus kommt.

Eben habt ihr gesagt, am Anfang steht die Musik, die euch gefällt und inspiriert. Ihr schneidet aber auch Stücke zusammen.

Ja, wenn wir uns nicht entscheiden können. - Oder die Stücke zu lang sind. - (Patricia) Wir überlegen ja immer weit im voraus, was wir in den nächsten Monaten tanzen wollen. Für ein neues Stück brauchen wir bestimmt zwei bis drei Monate, wenn es gut werden soll. Und wenn etwas richtig Gutes herauskommen soll, dauert es noch länger. Wir arbeiten und feilen an jedem Detail. Natürlich arbeiten wir auch parallel an mehreren Sachen und dann schaut man hierhin und dorthin, was passt zusammen, was läßt sich zusammen tanzen, was muss man in unterschiedlichen Kostümen tanzen? Je nach Anlass und Gelegenheit suchen wir dann aus, was wir tanzen, was wir anziehen, und manchmal gibt es natürlich auch Kompromisse. Kostüm A passt auch zu dem Stück B und so weiter. Aber im großen und ganzen versuchen wir schon, das themenmäßig anzugehen.

(Imme) Wir versuchen auch, darauf zu achten, Stücke nicht zu lang werden zu lassen. Uns persönlich stört es ja auch, wenn Tänzerinnen ein Stück bis zum Allerletzten ausreizen, obwohl da nichts mehr passiert und sie auch nichts mehr mitzuteilen hat. Wir wollen nicht, dass ein Zuschauer denkt: Wenn sie vor drei Minuten aufgehört hätten, hätte ich es toll gefunden, aber jetzt nerven sie. - Wenn ich von der Bühne gehe, möchte ich, dass der Zuschauer denkt, davon hätte ich aber gern noch mehr gesehen. Und diese Leute kommen dann nochmal zu uns in die Show.