Zurück zu Kostüme, Schmuck, DIY
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Fotos: Archiv

Mechanisch:

Mit der Zahnbürste und Zahnpasta oder Waschpaste

Diese Methode ist zwar eher zur Beseitigung von Staub und Fett geeignet, denn dunkle Verfärbungen sowie Grünspan bekommt man damit nicht gut weg, ich würde es aber immer zuerst mit der harmlosesten und einfachsten Methode ausprobieren.

Was mache ich, wenn sich die bunten Steinchen aus den Fassungen lösen?

Gebt Acht, wenn Ihr den Schmuck unter dem Wasserhahn reinigen möchtet, dass der Abfluss geschlossen ist, denn mit warmem Wasser und Bürstenschrubben sind schnell mal ein paar bunte Steinchen aus dem Schmuckstück herausgewaschen, denn diese sind oft lediglich mit Wachs in ihren Fassungen fixiert. Man kann diese Steinchen später wieder mit neuem Wachs einsetzen, oder mit Bastelkleber. Keinesfalls mit Superkleber, der macht die Oberfläche der glitzernden bunten Steinchen blind! Falls die Steinchen nach der Reinigung des Schmuckstückes in der Fassung „kippeln“ weil zu viel Klebewachs herausgewaschen wurde, dann stopfe ich einfach ein winziges Fitzelchen zusammengeknüllte Alufolie in die Fassung, drücke das Steinchen zum Anpassen hinein, anschließend nehme ich das Steinchen wieder raus, Kleber druntergeben, wieder einsetzen, fertig! Ist nicht authentisch nach Beduinenart, hält aber gut.

Das originale Klebwachs scheint wohl eine Mischung aus Bienenwachs und Baumharz zu sein. Wo man dieses herbekommt, weiß ich nicht. Selber anmischen??? Ich hab es noch nicht ausprobiert.

Nickel-Allergie:

Wer eine Nickel-Kontaktallergie hat, kann mal ausprobieren, nickelhaltigen Schmuck auf der Haut-kontaktseite mit Klarlack zu überziehen (den gibts in jedem Bastelladen, oder Ihr nehmt durchsichtigen Nagellack, das geht auch). Das hält zwar nicht ewig, aber man kann jederzeit neuen Lack auftragen, Ihr solltet nur darauf achten, dass die Oberfläche vor dem Lackieren wieder fett- und staubfrei ist. Wenn die Lackschicht zu dick wird, einfach den Schmuck mit Nagellackentferner vor dem Neuauftrag reinigen.

Eine dünne Lackschicht ist übrigens auch ein guter Schutz gegen erneutes dunkles Anlaufen der Oberflächen. Bei matten Schmuckstücken lieber auch einen matten Klarlack verwenden.

Chemisch:

Wenn ihr ganz sicher seid, dass es sich um Silberschmuck mit einem Silberanteil von 800/1000 oder höher handelt, dann könnt Ihr die angelaufenen Schmuckstücke auch in einer verdünnten Lösung aus Schwefelsäure abbeizen (eine 10 %ige Lösung, diese könnt Ihr Euch in der Apotheke anmischen lassen).  ¼ bis ½ Liter reicht aus, je nach Größe des Schmuckstückes, welches Ihr darin säubern wollt. Und bitte Vorsicht, die Säure ist zwar verdünnt, ist aber immer noch stark genug, um Löcher in Kleidungsstücke zu fressen und/oder starke Hautreizungen hervorzurufen. Deshalb die Schmuckstücke nur mit einer Pinzette, vorzugsweise aus Messing, in die Säure geben, bzw wieder herausnehmen. Um den Schmuck von der restlichen Säure zu befreien, reicht ein gründliches Abspülen unter fließendem Wasser.

Bitte legt nur Schmuck ohne gefasste Steine in die Abbeize, denn diese gehen in der Säure sonst kaputt. Entweder die Steinchen ausfassen (was oft schwierig ist), sonst lieber von dem Säurebad absehen. Bei hochwertigem Silberschmuck ohne Steine funktioniert diese Reinigungsmethode jedoch sehr gut. Zirka zehn Minuten „Badezeit“ sollten genügen. Die dunkle Patina verwandelt sich allmählich in einen weißlichen Belag, den man nach der Einwirkzeit mit einer feinen Messingdrahtbürste beseitigen kann (manchmal reicht auch hier wieder die gute, alte Zahnbürste). Nach einem Abbeizbad sieht das Schmuckstück allerdings strahlend silbrig aus, wie frisch aus dem Juwelierladen, denn mit dieser Methode beseitigt Ihr wirklich alle altersbedingte Patina.  

weitere Hausrezepte:

  • Ich habe mal gelesen, dass Backpulver als Reinigungsmittel auch gute Dienste leisten soll. Man trägt das Backpulver auf das angefeuchtete Schmuckstück auf, lässt es ein paar Minuten einwirken und schrubbt die Oberfläche anschließend mit einer Zahnbürste.

  • Man kann auch versuchen, die Schmuckstücke mittels einer Zahnbürste, frischem Zitronensaft und grobem Salz zu reinigen. Diese Methoden habe ich aber selbst auch noch nicht ausprobiert.

    Apropos Zahnreinigung: Auch Gebissreiniger-Tabletten wie Corega Tabs, Kukident, oder die preisgünstigen Discountervarianten sollen sich hervorragend zur Schmuckreinigung eignen! Einfach ein bis zwei Tabs in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser geben, Schmuck hineinlegen, 30 Minuten einwirken lassen, abspülen, fertig! Für Strassschmuck soll dieses Reinigungsverfahren sogar besonders gute Erfolge erzielen.

  • Es gibt noch eine althergebrachte „Silberbad“-Methode: Eine Schüssel mit Alufolie auskleiden, den Schmuck auf die Folie in die Schüssel legen und das Ganze mit heißem Salzwasser aufgießen. Die Enden der Alufolie wie zu einem lockeren Päckchen über den Schmuck klappen und das Ganze 24 Stunden einwirken lassen.  Man kann das heiße Salzwasser zwischendurch erneuern, dann soll die Wirkung besser sein. Auch diese Methode habe ich noch nicht selbst ausprobiert, weil die Gefahr recht groß ist, dass sich das Wachs in den Fassungen auflöst, mit dem die Schmucksteinchen eingeklebt sind.

Mit Schmirgelpapier für Metalloberflächen:

Bei ganz hartnäckigen Oxidationen arbeite ich auch hin und wieder mit feinem Schmirgelpapier. Vorsicht, das kann schlimme Kratzer auf der Schmuckoberfläche verursachen, wenn man zu fest aufdrückt, oder eine zu grobe Körnung benutzt. Lieber erstmal ganz vorsichtig beginnen und zwischendurch mal innehalten und kontrollieren. Meistens benutze ich Schleifpapier für Metall mit 350er Körnung.

Mit einer Metallbürste:

Kauft Euch im Baumarkt eine weiche Messingbürste, oder ein Metallbürsten-Set. Meistens gibt es diese schon für wenig Geld an den „Grabbeltischen“ beim Ausgang. Die sehen aus wie Zahnbürsten, siehe Abb. Meistens sind in diesen Sets eine Bürste aus Messingdraht, eine mit Stahlborsten  und eine Kunststoff-bürste vertreten. Ich weiche die Schmuckteile zunächst in einer Schüssel eine Weile in lauwarmem Wasser ein und rücke ihnen dann mit etwas Handseife oder Waschpaste und zuerst der Kunststoffbürste (oder einer Zahnbürste) zuleibe.

Diese Bürsten sind am besten für Schmuckstücke mit "Tiefen" geeignet
Stahlwolle für ebene Flächen und hervorstehende Kanten benutzen
Jedes andere Metallputzmittel funktioniert natürlich auch ;)
Wenn das nicht ausreicht, mache ich mit der Messingbürste weiter, Messing ist ein relativ weiches Metall, deshalb hinterlässt eine feine Messingbürste mit weichen Borsten auch keine Kratzer. Bei den etwas groberen Bürsten aus dem Set, bin ich mit dem Schrubben etwas vorsichtiger, denn die haben recht grobe Borsten. Diese Behandlung reicht dann meistens schon aus. Wenn aber dieser hartnäckige Grünspan drauf sitzt, handelt es sich meistens um eine Legierung namens Neusilber, auch Alpaka genannt, mit ganz geringem Silberanteil (die meisten der afghanischen Schmuckstücken mit den hünschen bunten Steinchen sind übrigena aus diesem Material). Manchmal ist es deshalb nötig, eine Stahlbürste zu benutzen, da diese einen größeren Abrieb verursacht, und somit die oxidierte Schicht auf dem Schmuckstück abträgt. Und bitte Vorsicht beim Schrubben, die Drahtbürsten sehen vielleicht harmlos aus, aber man kann sich damit verdammt schnell die Haut aufritzen.
Die Bürsten sind am besten für Schmuckstücke geeignet, welche „Tiefen“ haben, also dreidimensionaler Schmuck mit gefassten Steinchen, aufgebrachten Ornamenten, oder auch für Ketten.

Tribal-Schmuck reinigen

Hier haben wir ein schwieriges Thema, denn es gibt so viele Arten von orientalischem Schmuck in mannigfaltigen Metall-Legierungen, dass es nicht so einfach ist, ein Patentrezept für die Reinigung dieser meist alten, wunderschönen Schmuckstücke auszugeben.

Zunächst möchte ich Euch allerdings empfehlen, nicht zu übertreiben mit der Reinigung der alten Stücke. Tribal-Tanz ist etwas traditionelles, althergebrachtes, und der passende Schmuck darf ruhig etwas angelaufen und antik aussehen. Manchmal reicht für eine schönere Optik der Schmuckstücke schon ein Bad in lauwarmem Wasser und die Behandlung mit einer weichen Zahnbürste, um Staub- und Dreckspuren zu eliminieren.

Ich hoffe, Ihr findet unter diesen vielen Reinigungs-Methoden immer die „Richtige“, und  wünsche Euch allen viel Erfolg beim Aufpolieren und Restaurieren Eurer Tribal-Preziosen.

Konstanze

Zu guter Letzt mal ein vorher-nachher Beispiel. Diese Ohrhänger waren von vornherein nicht sehr unansehnlich, dennoch waren sie sehr klebrig und schmutzig, und die kleinen Steinchen sah man auch kaum noch in ihren Fassungen. Die Schmuckstücke habe ich nur mit Seifenlauge, einer Zahnbürste und einer weichen Messingbürste wieder sauber bekommen. Ihr seht, die Schmuckstücke haben immernoch ihren antiken Charme, aber sie sind sauber, und die Steinchen treten wieder etwas glänzender hervor. Mehr braucht gar nicht sein.
vorher
afhghanischer Stirnschmuck
Schmuck aus Afghanistan
Dunkle Verfärbungen sind ein Zeichen von Alterung, die würde ich nicht unbedingt beseitigen. Aber manchmal entsteht durch einen hohen Kupferanteil in der Legierung ein Oxidationsprozess namens „Grünspan“, der seinem Namen alle Ehre macht, grün/blau aussieht, und  –zumindest auf Schmuckstücken-  einfach nur hässlich ist. Diesem Grünspan und auch anderen Verfärbungen könnt ihr auf mehrere Arten zu Leibe rücken:

Mit Stahlwolle oder Abrazo, bzw. Ako-Pads

Für die Reinigung ebener Flächen und hervorstehender Kanten hat sich auch Stahlwolle sehr bewährt. Diese gibt es ebenfalls im Baumarkt in verschiedenen Sorten von fein bis grob. Ich arbeite meistens mit Stahlwolle der Stärke 0 (also Null), die nimmt den dunklen Belag gut runter, hinterlässt aber keine Kratzer auf dem Schmuckstück. Die Baumarkt-Stahlwolle eignet sich zur trockenen Behandlung, die Ako-Pads (bzw. Abrazo) sind mit Seife getränkt, mit ihnen kann man die Schmuckstücke feucht reinigen.

Chemisch-mechanisch:

Gute Erfolge mit der Reinigung von afghanischem Tribalschmuck und anderen Silberschmuckstücken, könnt Ihr auch mit speziellem Silberputzmittel erreichen. Oder noch preiswerter: „SIDOL für Metall“, es darf auch irgendein anderes Anlaufschutzmittel für Silber und Ziermetalle aus dem Supermarktt sein. Das funktioniert bei dunklen Verfärbungen meist ausgezeichnet, aber leider meistens nicht bei grünlichen Verfärbungen. Einfach mal vorsichtig ausprobieren, heißt hier die Devise.

Zum Reinigen nehme ich gern Wattepads oder Wattestäbchen. Etwas von der Putzmilch auf das Stäbchen oder den Pad geben und losgeputzt. Bei hartnäckigen Stellen kann man das Putzmittel auch auf das Schmuckstück auftragen und etwas einwirken lassen, bevor man mit dem Wattepad oder einem trockenen weichen Tuch nachpoliert. Nach der Behandlung reinige ich das Schmuckstück nochmal gründlich mit Wasser und Seife, damit es nicht zu unerwünschten Kontaktallergien wegen des Silberputzmittels kommt.

nachher