Startseite/Aktuelles
Zurück zu Kostüme,
Schmuck, DIY

SHALIMAR TANZT IM GÖTTERHIMMEL

GESPRÄCH mit ULRIKE HUBER

„ShaliSari“ ist so etwas wie ein Shooting-Star. Wie lange gibt es Deinen Laden schon?

Mittlerweile habe ich im 14. Jahr ein Stoffgeschäft in Augsburg. Weil es mit den Stoffen aber immer schlechter lief, habe ich vor drei Jahren mit „ShaliSari“ angefangen. Beide Läden sind eins, und offiziell heißt das Geschäft ja auch „ShaliSari & Stoffe“. Neben den Kostümen biete ich auch hochwertige Modestoffe an. Meine alten Stammkunden kommen weiterhin und finden das neue Konzept gut.

Der neue Laden ist viel heller, und ich habe meinen Nähbereich zwei Meter vom Stoffregal eingerichtet. Ich kann hier wunderbar arbeiten, während Kunden sich im Laden umsehen.
von
- von Marcel Bieger

Warum gerade Stoffe und moderne Mode?

Ich habe in Sigmaringen studiert und bin Diplom-Ingenieurin für Bekleidungstechnik. Offiziell ist das ein betriebswirtschaftliches Ingenieur-Studium, bei dem man im Hauptstudium in Richtung Mode-Design gehen kann. Nach fünf Jahren beim Modelabel René Lezard und einem weiteren Jahr bei einem Sporthersteller in der Nähe von München, habe ich mich dann selbstständig gemacht.

Warum ist der Stoffladen allein nicht so gut gelaufen?

Heute ist es ja leider so, dass die Menschen alle mehr arbeiten müssen, ihre Freizeit ganz anders gestalten. Kurzum, die Leute haben keine Zeit mehr zum Nähen. Ich sage immer, so jemand wie Paris Hilton müßte eine Näh-Show machen, am besten eine Daily Soap, dann würden die Stoffläden binnen kurzem wieder boomen. Aber eigentlich glaube ich schon, daß das Kreative, das Stoffschöpferische  wieder kommt, es muß nur marketingtechnisch anders genannt werden, darf nicht mehr Nähen heißen. Zur Zeit schlummert das Stoffgewerbe etwas.

Sind die Billigläden daran schuld?

Ich war auch mal im Außendienst mit Stoffen  tätig, von Bern in der Schweiz bis rauf nach Hannover. Da habe ich gesehen, was die Kolleginnen alles so machen. Viele, eigentlich zu viele Stoffhändler haben sich auf die Billigschiene begeben. Die ausländischen Billigstoffe sind mittlerweile so billig, daß sie in absehbarer Zeit wohl nur noch aus Papier bestehen. Selbst Läden wie H&M werden mittlerweile etwas gruselig. Da konnte man früher immer noch mal ein Schnäppchen machen, aber das geht heute kaum mehr. Der Mensch ist ja ein Herdentier. Wenn draußen vor einem Laden ein Korb steht, an den man das Schild „Schnäppchen“ hängt, drängeln sich innerhalb von einer Stunde zehn Leute um den Korb. Was da auf den Einkaufstraßen unserer Innenstädte abgeht, ist ganz furchtbar.

Mit meinem Laden bin ich immer noch in der Innenstadt, aber eine Straßenbahnstation in Richtung stadtauswärts entfernt. Vom Hauptbahnhof aus läuft man drei bis vier Minuten zu mir. Für den neuen Laden zahle ich eine wesentlich geringere Miete, als für den alten. Hier habe ich zwei riesige Schaufenster, und die Ampel draußen vor dem Laden zeigt immer rot. Die Leute sehen mir also bei der Arbeit zu. Für die Kunden, die von außen kommen, ist das alles gold wert.
weiter...
- 1 -