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SHALIMAR TANZT IM GÖTTERHIMMEL

GESPRÄCH mit ULRIKE HUBER

- von Marcel Bieger

Wo bekommst Du eigentlich deine Ideen her?

Das kann ich so genau gar nicht sagen. Also von den Tribal-Fusion-Damen sind mir die liebsten Rachel Brice, Zoe Jakes und Sharon Kihara von den BDSS. Sharon halte ich für ein Gesamtkunstwerk. Sie sieht jedes Mal anders aus, und ja, sie inspiriert mich. Andererseits kann es auch vorkommen, daß ich durch die Stadt laufe und an einem Teenager irgend etwas sehe, das sich sofort in meinem Hinterkopf festsetzt und dort schlummert, bis ich die richtigen Materialien zur Hand habe. Das können aber auch Farben in der Natur sein, bei denen ich mir denke, diese Kombination von Farbtönen sieht ja super aus, ich muß das unbedingt mal ausprobieren. Natürlich inspirieren mich auch deutsche Künstlerinnen, vor allem fällt mir Henneth Annun ein, als ich die gesehen habe, hat es mich wirklich umgehauen. Diese Frau finde ich richtig toll. Genau so wie Sophia Chariarse mit ihren Mittänzerinnen und natürlich Patricia und Perlatentia. Shahrazad aus Köln, Eliana aus Frankfurt, Viviane aus der Schweiz und Raksan aus Berlin muß man ebenfalls unbedingt erwähnen.

Aber natürlich bin ich in erster Linie froh, in meiner Tanzschule in Augsburg, der Tanzschule Shaddai, die Fusion selber zu tanzen und mich inspirieren zu lassen… Danke Shaddai!

 Jedenfalls gibt es ganz schön viele Frauen, die bereits ShaliSari tragen, dabei bin ich erst im dritten Messejahr.

Das Entstehen der Schlangenkollektion

Erzähle doch bitte etwas über deine Messereisen.

Als ich angefangen habe, hatte ich einen ganz kleinen Stand hier in Fischach auf dem „Orient Festival“. Der war ziemlich bunt, da habe ich ganz viele Schürzen angeboten und viel mit Spiegeln gearbeitet, es waren nur neun Quadratmeter, die aber knallbunt. Und das hat wie ein Magnet gewirkt. Fürs erste Mal habe dort gar nicht schlecht verdient und bin dann auch mutiger geworden, aber noch im selben Jahr hatte ich auch meine beiden ersten Pleiten. Als ich in die Schweiz bin, hat die Spedition mir ein Verfahren aufs Auge gedrückt, bei dem ich ordentlich draufzahlen mußte – Zoll, Steuern und so weiter, die Schweiz ist ja kein EU-Mitglied und daher richtig Ausland – und unter dem Strich sind vom ganzen Verdienst, glaube ich, 200 EURO übrig geblieben. Und dann war ich einmal in Viersen bei „Alles Tribal“, ich glaube, das war 2008 die Nummer 3, und da ist gar nichts gelaufen. Ich bin 600 Kilometer hin- und 600 Kilometer zurückgefahren, und das für 130 EURO Verdienst oder so. Der Anfang von ShaliSari war mitunter steinig, und zeitweise habe ich das Gefühl gehabt, meine Produkte sind zu experimentell. Ich glaube, seitdem sind meine Artikel reifer geworden, und ich weiß heute auch eher, was die Tribal/Fusion-Tänzerinnen tragen möchten.

Fertigst Du immer noch nur Einzelstücke an?

Anfangs hatte ich immer nur Einzelstücke, und wenn da eine Gruppe zu mir an den Stand kam, dann hatte ich meist nicht ausreichend Modelle. Heute fertige ich viel mehr Kleinserien an, mit geringen Abweichungen, aber insgesamt doch weitgehend identisch. Dadurch geht es auch mit der Arbeit etwas schneller voran, denn wenn man eine Serie produziert, gewinnt man schneller Routine und kommt eher auf die Stückzahlen. Auf jeden Fall verwende ich aber für die ganze Serie authentische Ware, ich will mich nicht auf so ein mieses end finishing einlassen. Ich bin da strenger Waren-Ästhet. Schon bei meiner Ausbildung habe ich festgestellt, daß ich Stoff-Junkie bin (lacht).

Ich reise öfter mit Heidrun von Shaila zu Messen, wir verstehen uns nämlich supergut. Wir sind keine Konkurrenz, sondern ergänzen uns mit unserem Angebot. Ich kaufe bei ihr viel Zubehör.

In Fischach gibt es auch eine "ShaliSari Modenschau". Sie findet am Samstag, den 7.11.09 um 14.00 Uhr im Foyer der Staudenlandhalle statt. Ich hoffe, daß viele Zuschauer kommen.

Du befaßt Dich nicht nur theoretisch mit
dem Tribal Fusion, Du tanzt auch selbst?

Seit 2000 tanze ich orientalisch, aufgrund des Todes meines Vaters. Man sagt ja immer, wenn ein Mensch stirbt, der einem besonders nahestand – und ich stand meinem Papa besonders nahe -, soll man sich einen Herzenswunsch erfüllen. Wir sind früher viel herumgereist, mit dem Wohnwagen. 1979 waren wir zum ersten Mal in Marokko, natürlich mit dem Wohnwagen. Dort sind wir auf den Basar, und ich habe meinen ersten Bauchtanz gesehen. Meine Mutter ist gelernte Dolmetscherin für Spanisch und Englisch, wir hatten also in der Ferne nie Verständigungsschwierigkeiten. Ich bin da auch immer ganz weltoffen auf die fremden Kulturen los. Aber der Orient hat es mir besonders angetan und sich so in mir festgesetzt, daß ich das dann nach Papas Tod gleich umgesetzt habe. Ich glaube, ich mußte das einfach tun. Danach war ich noch einmal in Marokko, und das war für mich wie eine Heimkehr. Schon allein wie da alles gerochen hat. Offenbar habe ich eine Affinität zu Marokko. Vom Orient habe ich sicher auch einiges an Inspiration mitbekommen, zum Beispiel mit Farben umzugehen.

Diese Leidenschaft hat mich natürlich auch zum Tribal gebracht. Und der hat mich total infiziert. Seit drei Jahren tribale ich. Bis Januar 2009 habe ich noch aktiv getanzt,auch mit meiner Tribalgruppe „Sikundhani“ ( Grüße an alle meine Mädels!) auf Bühnen und auch auf Mittelalter-märkten, wie z. B. in Kaltenberg (großes Ritter-turnier, südlich von Augsburg, Anm. d. Red.) Beim Tribal bin ich jetzt voll und ganz gelandet, ich finde ihn einfach viel intensiver als den traditionellen Orientalischen Tanz. Und außerdem paßt er besser zu uns europäischen Frauen. Im Tribal kann ich mich selbst und meine Kreativität voll ausleben.

Ich in meinem "alten" Atelier, beim Nähen farbenfroher Spiegelgürtel-Schürzen

www.shalisari.de

Adresse: „ShaliSari & Stoffe“, Stettenstr. 36 86150 Augsburg

Vorläufige Messetermine:

6.11 - 8.11.09 Orient Festival in Fischach

21.11.09 Contest WE bei Leyla Jouvana
in Duisburg

28.11 - 29.11.09 Leyla Jouvana in Duisburg

Fasching 2010: Orientale in Düsseldorf
bei Manis

März 2010: World of Orient in Hannover

Mai 2010: OrientLE in Leinfelden – Echterdingen

Ende Mai: Tribaltreffen in Hannover

Mit meiner Tribalgruppe "Sikundhani"