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Jillina
...Am Montag war wieder ein anstrengender Tag:
9 Stunden Workshops! Der erste WS war mit Momo Kadous – wieder eine wundervolle stimmige Choreo- graphie! Dann Dina – der große Saal war voll! Dina unterrichtete eine schöne Choreo in ihrem sehr eigenen Stil mit vielen schnellen Drehungen, schlängelnden Bewegungen und Akzenten. Ihre rauchige dunkle Stimme und ihr herzliches Lachen, dazu noch völlig ungeschminkt in Trainingskleidung machten sie sehr sympathisch. Said, Jillina und ich tanzten nebeneinander und hatten viel Spaß! Am Ende des Workshops machte uns Dina ein Geschenk – sie tanzte nur für uns die Choreographie! Leider waren mehr als die Hälfte der Frauen so respektlos, Dina dabei zu filmen, obwohl sie extra darum gebeten hatte, dies nicht zu tun!! Unvorstellbar – anstatt sie einfach zu genießen!
Nach Dina dann Workshop mit Said el Amir. Der Unterrichtsraum war seltsam! Wie immer mit Teppichboden, ohne Spiegel und dazu hatte es noch von der maroden Decke geregnet, weshalb ein Großteil des Bodens pitschnass war. Alle Teilnehmerinnen waren mit Feuereifer bei der Sache, die Choreo war sehr schön, und alle waren von Said’s Unterricht total begeistert.
Nach den 9 Stunden waren wir sehr hungrig, aber zuerst duschen, und dann trafen wir uns mit Jillina, Jade, Sarah und Linda um die Sound-and Lightshow bei den Pyramiden von Gizeh anzuschauen. Obwohl wir ja direkt bei den Pyramiden wohnten, hatte Jillina  diese Show noch nie gesehen. Andreas und ich genossen das normalerweise auf der Terrasse des Restaurants Barry, doch Jillina wollte die Show ohne Ablenkung erleben. So saßen wir dann mit wunderschönem Blick auf die Pyramiden und die Sphinx in der ersten Reihe des Freilichttheaters, alle mit hungrigen Bäuchen! Die Show war beeindruckend, aber ewig lang – 50 Minuten. Danach schnell zum Hotel und ins indische Restaurant.
An diesem Tag war um 13 Uhr Workshop mit Jillina – „Supper Masterclass“. Mit der englischen Schreibweise haben es die Veranstalter nicht gerade ... Jillina hatte Nelly, Sarah Shahine, Angeles Cayuno und mich (alles BDE-Tänzerinnen) beauftragt, ihr im Workshop zu assistieren. Der große Saal war voll mit Tänzerinnen aus aller Welt, es waren zwei Bühnen aufgestellt, und nach dem Warm-up holte Jillina uns auf die Bühnen, d.h. 2 zu ihr auf die Hauptbühne und 2 auf die kleinere Nebenbühne. Wir 4 hatten viel zu tun, da wir ununterbrochen Vollgas tanzen mussten. Nachdem es keine Pause gab und der WS 3 Stunden dauerte, waren wir zum Schluss alle klatschnass geschwitzt! Aber es hatte riesig Spaß gemacht!!

Dann traf ich Said im Workshop von Zaza Hassan. Es war mein erster WS mit Zaza Hassan, und ich musste mich erst an seinen Unterrichtsstil gewöhnen. Ich tanzte mit Said, Nelly und 8 anderen in der ersten Reihe und war so voll im Blickfeld von Zaza. Wurde etwas falsch gemacht, zeigte er sofort mit dem Finger auf die jeweilige Person und schrie: „No!“ Ups, das war gewöhnungsbedürftig. Vor allem auch deshalb, weil es durch seine dicken Brillengläser nicht immer offensichtlich war, wen er nun anschaute! Wir mussten 100 mal dieselben Bewegungsabläufe machen, bis er endlich zufrieden war und mir alles weh tat! Zaza scheuchte uns durch den ganzen Raum und wiederholte dann in der letzten Stunde alle Kombis nochmals, bis ich fast Muskelkater hatte.
Eine heiße Dusche löste die Verspannungen und dann traten Andreas, Said und ich den langen Weg zum Khan el Khalili (Bazar) in der Stadtmitte an. Der Verkehr war chaotisch, und so fuhren wir gute 1 2/2 Stunden! Unser Taxifahrer war eine Schwatzbase, sein Englisch eine Katastrophe, unser Hunger immer größer und so waren wir alle ziemlich gereizt.

Am Bazar angekommen spazierten wir durch ein paar Gassen bis zum Khan el Khalili Restaurant. Livemusik (Kanoun Tambourin und Gesang) empfing uns. Leider war der Service an diesem Tag mehr als schlecht, x-mal mussten wir nach den Getränken fragen, es war sehr ungemütlich.

Danach waren wir müde und wollten nur noch ins Hotel. Unser Fahrer wollte uns wieder mit seinem Redefluss beglücken, doch wir unterhielten uns ununterbrochen und ließen ihm so keine Gelegenheit mehr, uns in anstrengende Frage-Antwortspiele zu verwickeln. Ein Abschlusstrunk an der Bar und ab ins Bett.
Der letzte Workshoptag begann mit Zaza. Dieses Mal unterrichtete er eine wunderschöne, poetische Choreo mit vielen Elementen, die er tags zuvor so ewig mit uns geübt hatte. Zaza bestimmte, wer in der ersten Reihe zu stehen hatte – u.a. Said und ich – und schrie wieder bei jedem Fehler: NO! Die erste Reihe durfte sowieso keine Fehler machen, weil er sagte, dass sonst alle anderen unsere Fehler abschauen und auch machen würden!!

Nun kam der Workshop mit Raqia Hassan, der übervoll war! Diesen Workshop besuchten auch sehr viele der Lehrer des Festivals. Zu Beginn wurde ein großer Kreis gebildet. Raqia betrat mit Hoda Ibrahim und Magdy (Tänzerin der berühmten Reda Troupe) den Kreis. Nun wurde anhand von kurzen Kombis der Unterschied zwischen Folklore, Ghawazee und Oriental dargestellt, d.h. Hoda tanzte eine Kombi im Ghawazee-Stil, dann Magdy dieselbe Kombi im Folklore-Stil und Raqia im Oriental Stil. Es war sehr eindrücklich zu sehen, wie verschieden diese Stile voneinander sind – also gut zu unterscheiden. So hatte es wohl noch niemand von uns erklärt bekommen, und alle waren total begeistert. Anschließend unterrichtete Raqia zwei Choreos, beide zu einem Popsong – sehr schön. Nur leider war der Saal so voll und die Tänzerinnen so undiszipliniert, dass es fast unmöglich war, alles zu sehen. Jillina, Said und ich gaben trotzdem nicht auf und tanzten bis zum Schluss mit.
Nach einer stärkenden Suppe im Restaurant schnell geduscht und geschminkt und schon begann die Closing Gala. Showtime: ein sehr großer Sänger trat mit einer sehr dicken Sängerin und einem Liliputaner auf! Wir waren alle schon so neugierig auf Jillinas Vorführung, doch leider mussten wir uns noch ewig gedulden. Davor kamen noch 4 Tänzerinnen mit ihren jeweiligen Orchestern und tanzten immer ca. 50 Minuten!!
Aziza aus Ägypten war die Erste – wunderschöne Frau, tolle Figur, super Bewegungen, elegante Haltung – aber viel zu wenig Ausstrahlung! Dann Joanna aus Portugal – ununterbrochen ein Akzent nach dem Anderen – das ging so schnell, dass das Auge Mühe hatte zu folgen!! Zwischen den Vorführungen, während der Orchesterumbauten, fand die Ehrung der verschiedenen Lehrer des Festivals statt - große Blechteller wurden überreicht. Cherine aus Ägypten (tanzt im Nightclub des Mena House) war die nächste und tanzte sehr schön und weich. Dann noch eine Tänzerin, die wieder langweilte. Es war bereits 1 Uhr nachts! Dr. Mo Geddawi betrat die Bühne und kündigte einen Sänger an – wir stöhnten alle.

Aber: dann kam doch Jillina. Juchuh! Das eigens für sie zusammengewürfelte Orchester spielte dementsprechend – nämlich überhaupt nicht gut und ohne groß auf sie zu achten. Alle Achtung, dass Jillina trotzdem so wunderschön tanzte und sich nicht aus der Ruhe bringen ließ! Beim Folkloreteil fand der Sänger das Mikro nicht gleich und ging einfach wieder von der Bühne ab! Also wurde nicht gesungen – unglaublich! Das Trommelsolo am Schluss war der Hammer. Woher Jillina diese Energie nimmt, ist echt bewundernswert! Und ihre Kostüme waren einfach traumhaft schön!! Müde und glücklich wankten wir alle ins Bett.

Am Abend trafen wir uns mit Jillina, Sarah Shahine und Linda Yael und spazierten zum Restaurant „Christos“, das sich 5 Minuten vom Mena House entfernt befindet. Dieses Restaurant ist im Reiseführer als Empfehlung angegeben ... Beim Betreten stinkt es nach Fisch, es ist nicht gerade sauber, die Bedienung unter aller Kritik – aber so ist das hier eben. Wir verbrachten trotzdem einen wunderschönen Abend mit Ausblick auf die Pyramiden und diskutierten über die vielen Tänzerinnen, die Szene und den Tanz im Allgemeinen.

Das Kofferpacken war nicht gerade einfach – schließlich waren Kostüme und einige CDs dazu gekommen. Ich freute mich unglaublich auf die Speisen zuhause –endlich wieder Obst und Salat essen!!

Said und viele andere verließen Kairo bereits am nächsten Tag. Andreas und ich genossen einen Tag am Pool, wo ich begann, die vielen Inputs, Schrittfolgen etc. aufzuschreiben.
Das Ahlan Wa Sahlan Festival in Kairo ist eigentlich ein Muss für jede orientalische Tänzerin, die sich intensiv mit dem Tanz beschäftigen will, unterrichtet und auftritt! Das Festival bietet nicht nur die Möglichkeit, bei vielen verschiedenen Dozenten innerhalb kürzester Zeit zu lernen, sondern auch das orientalische Feeling, das Hören von live gespielter orientalischer Musik und das Erleben von Tänzerinnen aus dem Orient oder Tänzerinnen, die schon lange da leben. Zu sehen, wie diese die Musik in Bewegung umsetzen und ausdrücken ist unglaublich wichtig für den eigenen Weg als Tänzerin! Außerdem ist das tänzerische Niveau auf dem Festival sehr hoch und es ist schön, die vielen Tänzerinnen aus aller Herren Länder mit ihrem eigenen Stil zu beobachten, manches abzuschauen und ins eigene Repertoire zu übernehmen. Nebeneffekt: es können gute Kontakte geknüpft werden, der Bazar ist zum Shoppen ein Traum und das geschäftige orientalische Leben in Kairo interessant zum Beobachten.
Nabila ist eine der bekanntesten Bauchtänzerinnen Österreichs und hat sogar schon international reüssiert. So tanzt sie im Europa-Ensemble von Jillinas Tanz-Spiel-Show „Belly Dance Evolution“ mit. Sie hat bereits eine große internationale Show im heimischen Bregenz durchgeführt, die in Bälde in dieser Zeitschrift besprochen wird, und sie ist auch auf deutschen Bühnen ein gern gesehener Gast. (www.nabila-bellydance.com)
Dina
v.l.n.r.: Nabila, Jillina, Linda Yael, Jade el Jabel, Said el Amir und Sarah Shahine
Die Pyramiden von Gizeh bei der abendlichen "Sound and Light Show"
Der Basar "Khan el Khalili"
Zaza Hassan und Nabila
Jillina
Der Pool des "Mena House"
Luxushotel Mena House - Der Blick vom Balkon
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Photos © 1 und 7 André Elbing, 2 Crazy Move,
3, 4, 5, 6, 8, 9 Andreas Natter
TÄNZERINNEN
AUS ALLER HERREN LÄNDER

Ahlan Wa Sahlan Festival 2010,
Mena House Oberoi in Kairo

von Nabila