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Ein Bericht von Marcel Bieger
Fotos: André Elbing www.andre-elbing.de
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Einzeln erscheinen sie auf der Bühne, bis alle sieben von Astarte versammelt sind und mit Zimbeln einen zünftigen Tribal tanzen. Sie finden sich zu interessanten Paarungen und Gruppenbewegungen, und bei ihnen tanzt nicht nur eine vorneweg, sondern gern auch mehrere. Der Stamm steht offenkundig ständig mit sich selbst im Dialog.
Nach der Pause stimmt uns Magdy gleich wieder bestens ein. Er tanzt den Flamenco wie ein Torero. Vom Flamenco stammen die Wucht und die Virilität seiner Darbietung, die etwas durch die Moll-Musik aufgeweicht werden. Im zweiten Teil führt er uns einen andalusischen Tanz vor, der wie eine Mischung aus Trommelsolo, Ballett und Stocktanz wirkt.
Naheda lädt uns nun zu einer Reise rund um die Welt ein: Sie beginnt mit lateinamerikanischen Tänzen, die gekonnt mit OT verknüpft werden, es folgt ein La Bamba – und darin eingewoben ein Trommelsolo -, dann Raks Sharki in einer New Yorker Disco, indischer Skat-Gesang mit Trommelsolo und von dort aus zurück zum Karneval in Rio. Da stockt dem Zuschauer zurecht der Atem.
Hingebungsvoll, wie man es nur selten sieht, tanzt Evelina den Schleiertanz, und auch im zweiten Teil ihres Vortrags, der ohne Schleier erfolgt, geht es sehr innig zu.
Eine „New Baladi“ beschert uns Evelina. Die melodische Ziehharmonika wird durch den Einsatz von Tablas deutlich rhythmischer. Zu den tradierten Baladi-Bewegungen mengt die Künstlerin OT-Elemente, und zwar so gekonnt, daß die Zuschauer das gebannt verfolgen.
Bollywood haben wir heute noch gar nicht gesehen, er darf aber nicht fehlen, und ihn besorgt Yasmina El Rakassahs Gruppe Anandani. Fröhlich und keck tanzt und hüpft frau zur sanft verpopten indischen Musik.
Samra und Alitza lassen die Fächerschleier zu Trommelsolo-Musik mit derbem Baß flattern, arabische Gitarren klingen, und eine Atmosphäre von Stolz und Leidenschaft entsteht.
Schmachtende Geigen, Baladon und Klavier – Kalima beschert uns einen Zigeunertanz. Sie wirkt sehr in sich gekehrt, nicht melancholisch, sondern im stillen Glück. Doch dann geht die Post ab, die Musik steigert sich furios, sie flirtet schamlos mit dem Publikum und sprüht vor Lebenslust.
Und noch ein Duo:  Magdy und Izida mit dem erotischsten Paartanz seit langem. Er umwirbt sie, sie verweigert sich eine ganze Weile, bis sie ihm ihre Gunst gewährt, doch als er bekommen hat, was er will, sieht er sich nach anderen um - das uralte Spiel hier als Paartanz voller Anzüglichkeiten. Die beiden gehen toll aufeinander ein.
...ist ersterer mystischer, so tanzt letzterer verspielter. Er hält einen Stoffzipfel zwischendrin wie einen Säugling, er schafft mit Beckenkreisen aus seinen Röcken ein diagonales Rad, hinter dem er verschwindet, um immer mal wieder kurz hervorzulugen, er schafft eine Vielzahl ungewöhnlicher Figuren, und er steigt mit drehendem Rock hinab ins Publikum. Der passende Höhepunkt und Ausklang eines bunten und abwechslungsreichen Abends.
Zu den schwierigsten Disziplinen überhaupt gehört der Tanura, und den gekonnt getanzt bekommt man in Deutschland nur selten zu sehen, zum Beispiel von Bondok, oder, wie hier und heute, von Achmed Fekry,...

ANDRÉ ELBING, EIN PHOTOKÜNSTLER BLENDET AUF -
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20 Jahre Bühnenphotographie und mehr... ~