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Showberichte
Photos Hannover und Duisburg © Konstanze Winkler und Alina Schniewind, Fotos Herzogenaurach mit freundlicher Genehmigung von Yamuna.
Im Frühsommer waren sie wieder bei uns, die Bellydance Superstars, und haben ein weiteres Mal bewiesen, daß sie ihren Namen zurecht tragen.
Der folgende Bericht konzentriert sich ganz auf die fünf aufregenden Künstlerinnen, obwohl im Vorfeld ja doch etliche deutsche und internationale Tänzerinnen zu sehen waren. „Hagalla“ war in Köln, wo, wie vom BDSS-Management verlangt, Stars und Sternchen aus der Region auftraten: in Hannover, wo zeitgleich das Tribal Festival stattfand, man die BDSS-Show darin integrierte und konsequenterweise nationale und internationale Tribal-Tänzerinnen für die erste Hälfte aufbot; und in Duisburg, wo Leyla Jouvana ihre hauseigenen Tänzerinnen auf die Bühne schickte, die sich ja auch wirklich sehen lassen können, wie unlängst beim 21. Orientalischen Festival Europas bewiesen.
DIE BDSS

Diesmal kamen sie zu fünft: Leiterin Sabah (die nach der Tournee die BDSS verlassen hat), Moria Chappell (die Nachfolgerin von Sabah), Stefanya, Sabrina Fox und unser aller Liebling Inka (die ja aus Deutschland stammt).

Nicht regelmäßig, aber gelegentlich holten sich die BDSS eine regionale Tänzerin mit auf die Bühne, in Nürnberg war dies Romy Mimus, zum Finale in Duisburg Cristina Zegarra.

Die Redaktion von „Hagalla“ hatte das Glück, drei Aufführungen dieser Tournee als Zuschauer mitzuerleben, Brigitte Baldinger, Herausgeberin der „Halima“ war so freundlich, uns ihre Eindrücke vom Abend in Nürnberg mitzuteilen, wofür wir uns noch einmal herzlich bedanken wollen.

Zeitgleich mit diesem Bericht erschient selbiger in englischer Sprache im US-amerikanischen Fachblatt „Zaghareet“.

DIE SHOW

Ein Abend mit den BDSS verläuft auf allen zehn Stationen (bei Leyla Jouvana in Duisburg traten sie an zwei Abenden auf) gleich: Die erste Hälfte gehört den ortsansässigen Künstlern (und daß es sich dabei nur um solche handelt, darauf legt das BDSS-Management wert; obwohl es, wie wir sehen werden, Ausnahmen gibt), in der zweiten treten die Stars selbst auf. Zwischen den einzelnen Nummern springt keine Ansagerin auf die Bühne, lediglich die jeweilige Gastgeberin erscheint und begüßt die Zuschauer, und vor dem zweiten Teil verkündet eine Stimme vom Band, daß es nun Zeit für die BDSS sei. Danach geht es Schlag auf Schlag. Überspringen wir hier einstweilen die „Örtlichen“ und widmen uns gleich den Bellydance Superstars.

Neun Auftritte umfasst die Show der BDSS, und jeder einzelne davon zeigt die Truppe auf allerhöchstem Niveau. Die Stücke gehen ineinander über, und ständig befindet sich mindestens eine der Künstlerinnen auf der Bühne. Meist wirken dort zwei bis drei, seltener vier, und nur am Anfang und Ende alle fünf, denn ständig gilt es, sich für die nächste Darbietung umzuziehen. Wenn sich ein Auftritt dem Ende nähert, erscheinen schon die Tänzerinnen des nächsten auf der Bühne, und nachdem beide Stücke für einen hübschen Übergang ineinander verwoben werden, ziehen sich die Vorherigen langsam zurück. Daraus entsteht, wie sich jeder vorstellen kann, eine unglaubliche Bühnen-Atmosphäre, die während der ganzen Show mit großer Intensität aufrechterhalten wird.

Die „Tribal Fusion“-Abteilung der Truppe, bestehend aus
Moria und
Sabrina, unterscheiden sich schon vom Kostüm vom Rest der BDSS, der „klassischen“ Abteilung, und das unabhängig davon, ob gerade Tribal Fusion oder OT getanzt wird; und eigentlich fühlen sich alle BDSS-Künstlerinnen in beiden Richtungen zuhause.

Die drei „Klassiker“ eröffnen die Show mit einem rockigen Raks Sharki (oder schlicht „Raks“, wie Sabrina ihn nennt), nehmen dann die beiden „Fusionisten“ in die Mitte, eine wirklich hübsche Eröffnung. Stefanya zieht sich dann zurück, während sich Moria und Sabrina sowie Sabah und Inka paarweise über die Bühne drehen.

Moria und Sabrina haben die Bühne nun ganz für sich allein, wedeln mit großen Straußenfeder-Fächern und tanzen ihr „burlesque-„/Fusion- Duo, das ihnen so leicht keine nachmacht. Mittendrin führen sie vom Bühnenrand Inka, verborgen hinter den Riesenfächern, auf die Bühnenmitte und verlassen sie mit einigen Fusion-Nachbeben.

Inka tanzt wie entfesselt: Voller Leben und gleichzeitig absolut gelöst vollführt sie eines der schönsten Calypso- und Karibik-Solos aller Zeiten. Darin finden sich Elemente aus allen verwandten Stilen, und es wirkt, als hat sie sogar einige Zeit unter den Eingeborenen auf Haiti verbracht.

Als nächste tanzt Sabrina (links) ihr Solo und präsentiert sich als Leidenschaft in Person, als „femme fatale“ oder vielleicht ganz einfach als Raubkatze. Ständig macht man sich in den ersten Zuschauerreihen darauf gefasst, von ihr im nächsten Augenblick angefaucht zu werden. Expressive Dub Step-Bewegungen bestimmen ihren Tanz.
Es wird wieder Zeit für ein Gruppenerlebnis, ein Quartett bedient nun die indische Abteilung, komplett mit Scat-Gesang und Kathak. Moria gibt eine tanzende Tempelpriesterin, und das ganze bewegte Bild lebt von seiner Farbenfülle.
Stefanya, die im Quartett gefehlt hat, löst selbiges mit einer „Melaya  Lef“ ab. Passend zum sexy Kleid legt sie ihrem Temperament keinerlei Zügel an, strahlt „Coolness“ (etwas ganz anderes als Kühle) aus, selbst ein langgezogener Kaugummi wird bei ihr zum Accessoire, und sie beherrscht das interaktive Spiel mit dem Publikum meisterlich.

Moria ist nun an der Reihe, und wie gewöhnlich beweist sie vom ersten Moment an, warum sie zu den führenden Tribal Fusion-Tänzerinnen dieser Erde gehört. Zu krachendem Dub Step erledigt sie eine Menge kunstvoller Bodenarbeit. Kein Wunder, daß junge Tänzerinnen bei ihren Workshops Schlange stehen.

Bild oben: Ein Walzer, dargebracht von Sabah und Inka

Bild ganz links: Sabrina und Moria mit einem "Straußenfedern-Burlesque"

Bild links: Inka entfesselt! Calypso trifft auf haitianische Stammestänze
Da fehlt doch noch eine … richtig, Sabah. Sie tritt an zum Zigeunertanz, verwandelt ihn von einer Sekunde zur nächsten in einen Schleiertanz und lässt daraus einen Raks Sharki zu hübscher Filmmusik aus alten Hollywood-Orientfilmen erwachsen.
Bild oben: Stefanya mit einer frechen
Melaya Lef

Bild rechts: Morias Schlangen-Tribal-Fusion

Bild ganz rechts: Sabah mit klassischem Raks
Und damit sind wir schon bei der letzten Abteilung angelangt. Alle fünf stürmen auf die Bühne und legen ein Trommelsolo mit Zimbeln hin, bei dem im Saal niemand ruhig auf dem Stuhl sitzenbleiben kann. Das Quintett flirtet auf das heftigste mit dem Publikum, wechselt sich in der Führung ab und schenkt uns eine letzte, lang währende Erinnerung an einen perfekten Tanzabend.

Bei ebendiesem Finale rufen sie in Duisburg Cristina Zegarra, eine der Spitzen-Tribal Fusion-Tänzerinnen Deutschlands und Lehrern dieses Genres bei Leyla Jouvana auf die Bühne, um sie zu begleiten (Bild links);

in Nürnberg widerfährt dann Romy Mimus die Ehre, ein Solo-Stück innerhalb der BDSS-Show zu tanzen. Sie hat die Truppe schon einmal begleitet und ist seit einigen Monaten neuestes BDSS-Mitglied. Romy und Cristina haben diese Auszeichnung wirklich verdient

DER ABSCHLUSS IN HERZOGENAURACH/NÜRNBERG
von Brigitte Baldinger

Wie immer gehört der erste Teil der örtlichen Szene, die sich mit den 3 großen Studios der Region, Studio Chakra, Scarabeo Palace und Yamunas Tanzstudio wirklich sehen lassen kann. In der Zwischenzeit kommen 2 Mitglieder der Bellydance Superstars aus unserer Region, Yamunas Tochter Inka und Enussahs Tochter Romy. Romy war im Frühjahr kurzfristig für die verletzte Inka eingesprungen und ist seit Spätsommer festes Mitglied der Gruppe geworden.

Über die Show der Bellydance Superstars ist ja bereits mehrfach berichtet worden, deswegen hier nur das für mich ganz Besondere an diesem speziellen Abend. Es war eine recht kleine Bühne hier in Herzogenaurach (bei Nürnberg), und gerade dies bewirkte, dass die Power und Energie der Bellydance Superstars fast die Halle sprengte. Das Feuerwerk auf so kleinem Raum ließ die Atmosphäre erzittern. Es war die Abschluß-Show ihrer diesjährigen Deutschland-Tournee, und alle wirkten völlig gelockert und gelöst.

Diese ganz besondere Stimmung beschrieb Yamuna nach der Show so:
„Ich und noch viele andere fanden die Show dieses Jahr noch besser als letztes Jahr - absolut fantastisch. Die Tänzerinnen im I. Teil aus unserer Region
waren total klasse, die BDSS waren diesmal so entspannt und dennoch so
voller Power (sie fühlten sich hier diesmal wohl schon heimisch), und
Inka
hat mich mal wieder total umgehauen - sie tanzt nicht, sondern sie ist einfach
der Tanz. Trotz Fußverletzung so eine Leichtigkeit und Präsenz und unglaublich fließende geschmeidige Beweglichkeit.“
Meine Notizen waren bei Inkas Tanz: ernst und voller Präsenz, weich fast ohne Knochen im ersten Teil des Tanzes und im zweiten Teil fröhlich und voller Lebensfreude, südamerikanisches Feeling pur.
Auch Romy durfte ihr Solo darbieten, und über sie habe ich mir notiert: Super wie ein Gedicht, umwerfend und furios mit dem Schleier! Brigitte Baldinger
Homepage Tribal Festival (Hannover):
www.tribal-festival.de
Homepage Shahrazad (Köln):
www.shahrazad.de
Homepage Yamuna (Nürnberg):
www.yamuna-tanz.de
Homepage BDSS:
www.bellydancesuperstars.com
Bild oben: Romy, Bild unten: Inka
Homepage Halima (Brigitte Baldinger):
www.halima.de
Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler
DIE TOURNEE: 2014 oder 2015 wollen die BDSS erneut nach Europa kommen, und auch Deutschland steht wieder auf der Liste. Für viele Menschen auf dem alten Kontinent ist das ganz zweifelsfrei eine wunderbare Aussicht und für viele Freunde gehobenen Bauchtanzes eine Gelegenheit, wie sie vielleicht nie wiederkehrt. Aber bitte, liebes Management der BDSS, und dies ist eine riesengroße Bitte: Fangt früh genug an, die Tournee und die Shows zu bewerben, gebt den Veranstaltern ausreichend Zeit, alles hinzubekommen und schön zu machen, damit nicht wieder erst vierzig Städte angepeilt werden und davon am Ende nur ein Viertel übrigbleiben. Sie möchten doch gerne, also gebt ihnen die Chance. Verwirrt und enttäuscht die Menschen nicht wieder. Viele potentielle Besucher wussten bis kurz vorher nicht, ob „ihre“ Show auch tatsächlich am angegebenen Abend stattfinden würde; bei einer Absage bekommt man ja nur die Eintrittskarte erstattet, aber nicht die An- und Abreise und mögliche Hotelbuchung. Die Europäer lieben die Kunst, und sie lieben wunderschönen Tanz. Ist es nicht eine der schönsten Aufgaben auf dieser Welt, solche Menschen glücklich zu machen? Die BDSS-Tänzerinnen haben sich ihre Eintrittskarte für den Himmel bereits verdient, ihr, liebes Management, könnt das immer noch ebenso schaffen.
Homepage Leyla Jouvana:
www.leyla-jouvana.de

CLUB BELLYDANCE TOUR 2013

HEFTIGES FLIRTEN MIT DEM PUBLIKUM
Die BDSS-Club-Tournee 2013 durch Deutschland

von Marcel Bieger