Startseite/Aktuelles
zurück zu Showberichte
"...DIE MAL GANZ NAH ZU SEHEN!"
Europäer beim Tribal Fest 10
im kalifornischen Sebastopol

von Marcel Bieger

- 2 -
zurück...
...nach dem Tribalfest haben Esmea und ich uns wieder getrennt. Ich bin bei Martha geblieben, war mit ihr in der Half Moon Bay, bin durch San Francisco gebummelt. Diese Stadt ist der Hammer, mit diesen unglaublich steilen Straßen. Ich habe mir mein persönliches Souvenir mitgebracht, ein Tattoo, welches ich mir auf der Haight/Ashbury stechen ließ. Ich war noch zweimal im FCBD Studio, und auch Carolena Nericcio war dort, und ich habe gemerkt wie genau sie beobachtet hat. Sie sprach mich auch auf das Interview von Marcel Bieger in der Zaghareet an, welches sie sehr interessant fand. In ihrem Studio stehen eine Menge Bücher, u.a. auch ein deutsches, welches ich selbst besitze.
Ich lernte einige von der bekannten FCBD Gruppe, der sogenannten „main troupe“ kennen und andere Tänzerinnen von der „student group“. Am Samstag fuhr ich mit Martha gegen Abend wieder nach SF, denn sie hatte heute mit der Student group und der main troupe einen Auftritt. Und da traf ich dann auch Esmea wieder. In San Francisco einen Parkplatz zu finden gleicht einem Alptraum, aber Martha packte das doch ganz cool, und dann konnten wir wieder FCBD live sehen. In das kleine Bollywood Cafe passten höchstens 30 Leute rein, und wir saßen ganz vorne. Also grad mal 2 Meter entfernt von den Tänzerinnen. Ich wußte genau, so etwas werde ich nie wieder erleben. Es war einfach fantastisch. Erst die student group mit Martha und danach die main troupe. Und Carolena hatte selbst viel Spaß, sie lachte und war völlig offen. Ich weiss nicht warum manche denken, ATS wäre düster. Das hier war Präsenz, Technik und Spaß. Alles wurde präsentiert von DJ Amar, der schon auf dem Tribalfest aufgelegt hatte
Es war ein gelungener Abschluss unserer Reise. Esmea und Ralf flogen am nächsten Tag heim, ich mit Martha und Otto einen Tag später. Meinen letzten Tag habe ich größtenteils ganz alleine in San Francisco verbracht, wo ich mir alles, was ich so faszinierend fand, noch mal genau angeschaut habe. Ich kehrte randvoll mit Eindrücken, Ideen, neuen und alten Freundschaften nach Deutschland zurück. Und der Bestätigung „ATS around the world.“
Gespräch mit Cincia von „Les Soeurs Tribales“ über ihren Besuch beim TF 10.

Ihr seid beim Tribal Fest 10 im kalifornischen Sebastopol aufgetreten, dem größten, besten und bedeutendsten Tribal Festival der Welt. Ihr seid dort nicht zum ersten Mal und hoffentlich auch nicht zum letzten Mal aufgetreten. Warum kehrt Ihr immer wieder dorthin zurück?

Beim Tribal Fest aufzutreten, heißt für uns, sich den Traum jeder Tribal-Tänzerin zu erfüllen. 2009 sind wir dort schon aufgetreten, zusammen mit „Gypsy Caravan“ und als Teil des „Caranvan Collectives“, und das war für uns schon eine einmalige Erfahrung. 2010 bin ich dann wieder im Rahmen des Caranvan Collective International aufgetreten und habe zusammen mit Paulette Rees-Denis getanzt.

Wir haben uns auch um einen eigenen Auftritt bemüht und hatten das Glück, noch einen zu ergattern. Wir waren so bewegt, daß das alles so gut geklappt hat. Viele Zuschauer sind gekommen, und viele von unseren Freunden waren da, um uns zu unterstützen. Wenn wir heute daran zurückdenken, schlagen unsere Herzen immer noch schneller.  Wir sind Kajira Djoumahna und Chuck zu großem Dank verpflichtet, uns diese Möglichkeit verschafft zu haben. Und wir hoffen, auch in Zukunft wieder beim Tribal Fest auftreten zu können. Wenn man sich das Video von unserem Auftritt bei You Tube anschaut, hört man, daß wir unseren Tanz Paulette Rees-Denis und den Mädels von Gypsy Caravan gewidmet haben, denn sie haben uns so nett aufgenommen, daß wir uns bei ihnen wie zuhause gefühlt haben und beim Auftritt nicht allzu nervös waren.
Ich war zehn Tage in San Francisco und habe bei Fat Chance Belly Dance Unterricht genommen. Das war sehr interessant. Wenn man von denen ein Video sieht, denkt man, boah, was für eine Spannung, die sind so viel besser als alle anderen … und ein bisschen weiß ich jetzt, warum das so ist (lacht). Sie arbeiten ganz anders, interpretieren Musik ganz anders. Man denkt, was für ein irres Tempo beim Tanzen, und wie die mit den Zimbeln umgehen. Manchmal stockt einem auch der Atem, weil man denkt, wie machen die das bloß zu dieser Musik, das passt ja unglaublich. Das hängt natürlich mit ihrer andersartigen Musikinterpretation zusammen. Da ist meinetwegen ein Bogen, vier mal acht, bei dem ist der Rhythmus ganz anders, und darauf sieht diese oder jene Tribal-Bewegung ganz besonders toll aus, da setzt der Hüft-Kick einen ganz besonderen Akzent auf der Musik. Beim Zuschauen merkt man nicht unbedingt, was dahintersteckt, und ist nur begeistert, aber im Kurs, wenn das alles erarbeitet wird, erkennt man schon ihre kleinen Geheimnisse. Das war natürlich nur ein kleines Beispiel, weil Fat Chance noch viel mehr Eigenheiten hat. Die ganz andere Haltung, ihre professionelle Bühnenpräsenz, trotz Improvisation.

Dennoch hat das ganze System, sie rennen nicht einfach auf die Bühne nach dem Motto, mal gucken, was passiert. Dann hatte ich auch noch einen weiteren tollen Workshop, und mit diesem noch hintendran war das Tribal Fest - Waaahnsinnn! Toll ist, daß es drei Abende hintereinander Show gibt und man unheimlich viel Tanz zu sehen bekommt. Und die After-Show-Parties haben es natürlich auch in sich. Unbedingt lohnenswert auch der Basar mit einer Fülle von Kostümen und raffinierten und originellen Sachen, wie man es in Deutschland so nicht geboten bekommt. Vieles, was man bei uns sieht, ist ja auch von dem, was es drüben gibt, inspiriert.

Was ist mir sonst noch im Gedächtnis geblieben: Wie gesagt, zunächst einmal die After-Show-Parties, weil dort der Rahmen so schön war. Das Ganze fand in einem Club statt, war also eher klein, und man saß sehr dicht an der Bühne. Sehr gut gefallen hat mir Zoe Jakes, die ist auch einmal mit Elizabeth Strong aufgetreten. Rose Harden war auch sehr gut. Zoe hat Ausschnitte aus dem Programm ihrer Band gezeigt, das war weniger Bauchtanz und mehr Show. Das hat gemischte Reaktionen ausgelöst, ich persönlich fand es mutig und interessant, die Frau hat eine Wahnsinns-Ausstrahlung. Aber irgendwie hat da ja jede Tänzerin, die auf sich hält, ihre eigene Kapelle, und oft sind sie mit dem Bandleader verheiratet oder enger befreundet. Doch wie gesagt, Zoe hat eine unheimliche Ausstrahlung, ob im Quartett mit der Band oder als Solistin. Sie kann toll mit dem Publikum kommunizieren, hat unglaubliche Blicke drauf und beherrscht ihre Technik ganz und gar.
Mareike Beiersdorf über ihren Besuch beim 1. Tribal Fest
Mareike und ihre Tanzpartnerin Sabrina
links: Blick über San Franzisco,
unten: Mareike und Sabrina mit Rachel Brice (Mitte)
Les Soeurs Tribales - Cincia und Grazia
FCBD student group mit Martha
die obere Lombard Street...
....und die untere Lombard Street
FCBD mit Carolena Nericcio im Bollywood Café
Cincia und Gypsy Caravan
Photos ©: 1 Weathervane Images (LST u. Neas Tribal) & Lee Corkett,
2 - 5 Neas Tribal, 6 u. 7 Lee Corkett, 8 u. 9 M. Beiersdorf,
10 u. 13 Weathervane Images, 11 u. 12 Raymond van Tassel
Grafik und Layout: Konstanze Winkler
1
2
5
3
4
6
7
8
9
10
11
12
13