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De Haremswiever - Buuchdanz op Kölsch

Premiere ihrer 14. Karnevalsshow am 30. Januar in Köln

von Konstanze Winkler

„Wir lassen die Kirche im Dorf...

...weil  sie da hingehört“.  Neee, im Original heißt es natürlich „Mer losse de Dom in Kölle, denn doh gehürt hä hin...“ Doch ob nun in der hochdeutschen Übersetzung oder in Kölner Mundart, solch weltbewegendes Liedgut schallt einem in der Domstadt überall während der närrischen Zeit entgegen.

Ach, als Norddeutsche im Kölschen Karneval hat frau es schon schwer, alles zu verstehen und worum es hier überhaupt geht. Aber wenn man so nett empfangen wird wie ich bei den Haremswievern und sogar extra eine Übersetzerin gestellt bekommt, dann kann man am Ende der Vorstellung mit Fug und Recht behaupten: „Da hammer wieder was dazugelernt“

Fotos:
Konstanze Winkler
Aber von vorn:

Die Haremswiever kommen alle aus Köln und Umgebung, lieben ihren Karneval und tanzen allesamt orientalisch. So ergibt sich mit etwas Mut eine tolle Fusion der beiden Themen, und diesen haben die Haremsweiber! Sie trauen sich, ihren geliebten orientalischen Tanz von der komischen Seite zu präsentieren und das nun schon zum 14. Mal! Jedes Jahr zu Karneval veranstalten sie ihre bunte Showreihe in Sachen Karneval-OT mit großem Erfolg.

Das Publikum in der Bürgerhalle von Köln-Kalk war allein schon sehenswert, denn es ist Brauch, dass auch die Gäste der Vorstellung kostümiert erscheinen. Und da die Kölner in der närrischen Zeit jede Sekunde nutzen, um zu feiern, zu singen und zu „schunkele“, war die Stimmung schon ausgelassen und fröhlich, bevor die Show überhaupt begann.

Zur Eröffnungsnummer betreten die Haremswiever als ägyptische Säulen verkleidet die Bühne, um sich kurz danach ihre sackartigen Säulenhüllen abzustreifen und im Glitzer-Kleopatra-Dress und roter Pappnase zum  Bangles Hit „Walk like an Egyptian“ eine gekonnt komische Sohle aufs Parkett zu legen. Die hübsche, schwungvolle Choreografie persifliert auch den Tanzstil des damaligen Musikvideos und bringt das Publikum schon richtig in Schwung (als ob die das gebraucht hätten)!
Toll, dass die Haremswiever alle durch die Bank prima Tänzerinnen sind. Selbst wenn sie ihre Nummern verulken, sieht man bei jeder Darbietung das gute Bauchtanz-Handwerk, welches die Damen allesamt beherrschen.
Als nächstes singen uns Lydia und Martina eine verfremdete Version des Höhner Hits „Dicke Mädchen haben schöne Namen...“ und wenn ich es recht verstanden habe, dann klagten sich die beiden ihr Leid, wie körperlich anstrengend ihr Business doch so alles in allem ist, und wo es einem beim Tanzen schon alles zwackt, beißt und wehtut, wenn man halt keine zwanzig mehr ist.
Dann steht ein Leuchtertanz auf dem Programm. Natürlich auf witzige Haremswiever Art. Eine der Tänzerinnen erscheint im Jane-Fonda-Gedächtnis-Aerobic-Dress, und sie dehnt sich so gekonnt witzig warm, dass das Publikum vor Lachen brüllt. Wenn man die Requisiten auf der Bühne betrachtet,  einen Stepper, 2 elektrisch bestückte Shamadan-Leuchter und jede Menge Kabel plus Verlängerungssteckdosen, dann ahnt man auch schon ohne Sherlock-Homes-Fernkurs, was hier gleich abgehen soll...
Die beiden anderen Akteurinnen dieser Nummer betreten die Bühne und verkabeln „fachgerecht“ ihren noch stromunterversorgten Kronleuchter, dass es den Sicherheitsbeamten vom TÜV-Rheinland eine wahre Freude wäre.
Nun arbeitet man sich gegenseitig zu. Die Dame auf dem Stepper gibt alles, um die gefühlten 200 Glühbirnen der Shamadans zum Leuchten zu bringen, und die Shamadan-Tänzerinnen danken es ihr nach gekonnten Leuchtertanz damit, dass sie der ausgepowerten Sportlerin in der nächsten Darbietung mit ihren Schleiern wieder Luft zufächeln.
Dann singt uns Haremsweib Ingrid in einer kölschen Verballhornung eines Titels von Thomas D. (Fanta Vier), wie gelenkig frau doch als Bauchtänzerin sein muss:“...isch verrenk misch, isch bin ja so gelenkisch...“
Als nächstes erwartet uns ein orientalischer Square-Dance im Cowgirl-Outfit. Das ist durchaus wörtlich zu  nehmen, tragen die Mädels doch Kostüme in Kuhfelldesign! Schwungvoll und juchzend wirbeln sie über die Bühne und präsentieren uns einen tollen Formationstanz!
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