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TOLLE TAGE IN BERLIN
„KARNEVAL DER KULTUREN“
29. Mai bis 1. Juni 2009

Von Nana Kempkes stammen die erklärenden Worte, von Marcel Bieger der Reisebericht.
Es hätte aber auch umgekehrt sein können …

Der "Karneval der Kulturen" (KdK) entwickelte sich vor dem Hintergrund der wachsenden Internationalität Berlins und als Konsequenz der verstärkten Zuwanderung von Menschen aus allen Weltregionen - so verkündet es jedenfalls die Heimatseite der Veranstalter. Als Stadt mit der höchsten Ausländerzahl (ca. 450.000) in Deutschland sieht sich Berlin in der Rolle einer "Integrationswerkstatt". Daraus wuchs die Idee des Karnevals der Kulturen, der seit 1996 von der Werkstatt der Kulturen in Berlin-Neukölln initiiert und veranstaltet wird. Und tatsächlich ist es ja auch so, daß sich "karnevaleske" Elemente in fast allen Kulturen finden. Das Kostümieren und Maskieren der Akteure, das Festlegen spezieller Rhythmen und Choreographien, die farbenprächtigen Umzüge in Gruppen auf der Straße sind volkstümliche Bräuche, die man auch in Kulturen außerhalb des Rheinlandes antrifft.

Schon vor Jahren hatten Bruno Assenmacher und Manis Sjahroeddin (Tänzerin und Dozentin am tanzhaus nrw) die Idee, mit Tänzerinnen und einer begleitenden Trommelgruppe am KdK in Berlin teilzunehmen. Bruno Assenmacher bezeichnet sich selbst als Ethno-Percussionist und ist Trommellehrer und Inhaber einer Firma für Import & Export von Musikinstrumenten aus aller Welt, und er sitzt im Vorstand des tanzhaus nrw, Düsseldorf. Zu seinen bekanntesten Gruppen gehört Ratatouille, und unter dem Namen „Ratatouille & Friends“ reisten man und frau ja auch nach Berlin an.

Die Trommelgruppe Ratatouille hat bei Bruno die Kunst des "Laut machens" von der Pike auf gelernt und sich so als Formation zusammengefunden: Aus einem Workshop wurden mehrere und letztendlich regelmäßige Trainingstreffen, auch wenn die Teilnehmer dafür weite Anfahrten von z.T. über 400 km auf sich nahmen.

Die Gruppe Ratatouillie, sowie die Tänzerinnen der Showgruppe Sinam waren jedenfalls von der Idee angetan, am „Karneval der Kulturen“ teilzunehmen, und so wurde sie im Jahr 2005  zum ersten Mal verwirklicht und alle Beteiligten hatten großen Spaß an diesem "Ausflug".

Für das Jahr 2009 hatte Bruno dann aber größere Pläne und begeisterte mit seiner Idee nicht nur die Trommelgruppe Ratatouille, sondern auch weit mehr Trommelgruppen aus seiner "Schmiedewerkstatt":

Gruppe Hakima aus Bonn, Gruppe Tabla Cahira aus Düsseldorf, Gruppe Chamsa aus Rheinland-Pfalz, Trommelgruppen aus Kerpen, Lengenfeld (Sachsen) und Haan-Gruiten (Rheinland).

Bruno Assenbacher und...
...Manis Sjahroeddin

Gut die Hälfte aller ca. 100 Umzugsgruppen entschloß sich, am Wettbewerb des Straßenumzugs teilzunehmen. Monatelang hatten sie alle eine Idee künstlerisch umgesetzt, Choreografien entwickelt, Dekorationen entworfen, Kostüme geschneidert, Songs eingeübt ... – und gerade einmal 90 Sekunden blieben den Künstlern, um die Augen und Ohren der achtköpfigen Jury zu überzeugen.


Um zur Höchstform aufzulaufen, sind die Gruppen natürlich auch auf die Motivation der Besucher angewiesen: Nur Herumstehen gilt nicht! "Feuert die Gruppen an, und laßt eurem Entzücken freien Lauf!" hieß es immer wieder. Und das taten die Zuschauer mit Freude und Begeisterung! Sie schenkten mit ihrem Applaus allen Umzugsteilnehmern die Anerkennung, die sie verdienten. Denn auch wenn nur sieben Glückliche prämiert wurden – Gewinner sind alle!

Die Trommelgruppe Ratatouille und die Tänzerinnen unter der Leitung von Manis Sjahroeddin (Bildmitte), bedanken sich beim Sponsor tanzhaus nrw für die Unterstützung

Um ein schönes Gesamtbild zu bieten, sahen sich Bruno und Manis nach Sponsoren um, schließlich hatten alle Zugteilnehmer schon aus eigener Tasche für Anreise, Unterkunft und Verpflegung zu sorgen, da sollte dann wenigstens für die Tänzerinnen nicht noch die Anschaffung eines einheitlichen Tanzoutfits die Geldbörse beuteln. In der Firma Sakkara fand sich ein größzügiger Spender der Tanzkostüme, und das tanzhaus nrw sowie die DKV-Versicherung unterstützte mit 2 gesponserten Transportern die Personen- und Ausstattungsbeförderung nach und in Berlin.

Einen herzlichen Dank auch an die DKV-Versicherung für ihre Unterstützung, und an Sakkara für die wunderschönen Tanzkostüme

Das Abenteuer konnte also losgehen! Frei nach dem Motto: "Das Rheinland total oriental" bewarb sich Bruno mit seinen Gruppen und den Tänzerinnen um die Teilnahme, und die Zulassung aus Berlin freute alle ganz besonders. Es folgte in der Osterzeit ein einziger gemeinsamer Probennachmittag der verschiedenen Trommelgruppen und der Tänzerinnenformation, und die gelang auf Anhieb ausnehmend gut. So ging es also auf nach Berlin!

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Alle Gruppen erlernten unabhängig voneinander die gleichen Rhythmen, bzw. gleiche Rhythmusabfolgen, zeitgleich studierten die 23 Tänzerinnen unter Manis’ Leitung einen Tanz ein, zu dem die fast 80 Trommler dann ihre Percussionsbegleitung beisteuerten. Das Ziel war - zusätzlich zum "Spaß an der Freud" wie der Rheinländer gern zu sagen pflegt - die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb des KdK, zu dem man sich als Formierung im Vorfeld anmelden mußte. Die Darbietung durfte die Zeit von 90 Sekunden nicht überschreiten und wurde direkt vor den Jurymitgliedern gezeigt. Natürlich gilt das Motto: "GEWINNER SIND WIR ALLE!"
Unter dem Motto "Das Rheinland total oriental" bewarb man sich