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Marcel Bieger begleitete die Gruppe in diesem Jahr um diesen Ausflug zu kommentieren.
Er hat den nun folgenden Bericht verfaßt:

Die Teilnahme einer größeren Gruppe von Tänzerinnen, Trommlerinnen und Trommlern am Umzug „Karneval der Kulturen“ in Berlin-Kreuzberg sei publizistisch völlig vernachlässigt. Und deswegen solle ich mit, um aus erster Hand darüber zu berichten.

Der Terminkalender hatte zwar an Pfingsten einiges andere mit mir vor, aber ich dachte mir, so eine Gelegenheit bietet sich so rasch nicht wieder. Weniger wegen Berlin, als vielmehr wegen des Erlebnisses. Also habe ich Bruno zugesagt und bin in den Genuß seiner „Njuhslättas“ gekommen, die trotz des Debil-Denglisch-Titels sehr akkurat über alles informiert haben, was der Berlinfahrer wissen mußte. Die etwa 100 Teilnehmer kamen über ganz Berlin verstreut unter, und ich habe gerade so eben noch ein Einzelzimmer im „Hotel Johann“ ergattert, wo eine größere Schar schon vorher gebucht hatte.

Vorher

Daß ich in diesem Jahr nach Berlin komme, hätte ich mir auch nicht träumen lassen. Aber ich hatte offenbar auch nicht mit Bruno Assenmacher gerechnet. Als ich ihn – nichts Schlimmes ahnend – wegen eines Interviews angerufen habe, hat er auch brav Rede und Antwort gestanden, meinte dann aber etwas Folgenschweres:

Von Düsseldorf aus ging es für uns los – Treffpunkt war die Tanzschule Cahira –, dort stieg unsere achtköpfige Gruppe erst einmal in einen Transporter, und die Fahrt verlief zwar eher gemächlich als hurtig, aber nach acht Stunden waren wir doch noch in Berlin, und am Blücher-Park hat man mich dann hinausgelassen. Per Handy-Anruf bei Manis erhielt ich Anweisung, wie ich zum Hotel fände. Einmal quer durch den Park, dann eine Straße entlang – richtig, die Johanniterstraße -, und in der steht auch das Hotel „Johann“. Das Zimmer ist gut, die Verpflegung reichlich, das Personal freundlich. Kein ganz billiger Spaß, aber wenn man so spät noch etwas haben will …

Nach dem Auspacken die Arbeitstasche umgehängt – schließlich war ich ja nicht nur zum Spaß hier – und zurück in den Park. Der ist nämlich schon seit Tagen in eine große bunte Völkerschau umgewandelt worden, und Folkloristisches, Getränke und Spezialitäten wurden in zahllosen Freßgassen Stand an Stand feilgeboten. Es dauerte eine Weile, bis man sich hier einen Überblick verschafft hat (selbst am Montag entdeckte ich noch Neues).

Und schon die erste Panne, meine Handy-Karte war leer. Zurück zum Hotel (je nach Standort zwischen 3 und 5 Minuten Fußweg). Nöh, jetzt gibt es so was wohl nicht mehr zu kaufen. Erst morgen wieder.

Nach einigem Hin und Her fand ich Manis und ihre Gruppe im Park. Da die meisten von uns noch nicht so richtig Berlin-fest waren, setzte Manis sich mit uns in den Doppeldecker-Bus ins Zentrum. Die Linien 100 und 200  fahren so ziemlich alles ab, was man mal gesehen haben sollte. Wir waren später australisch essen und beschlossen für den nächsten Tag, eine richtige Stadtführung zu unternehmen. Manis erklärte sich gern bereit, dabei die aktive Rolle zu spielen. Tatsächlich kennt sie sich bestens aus, und wir waren am späten Nachmittag geschafft, aber um einiges schlauer und an Erlebnissen reicher.

Die Anreise im Kleintransporter...
Die Freßgassen im Blücher-Park
Am Abend dann die zweite Panne. Unwetterwarnung über Berlin, man überlegte sogar, den Jahrmarkt im Park zu schließen. Auf jeden Fall wurden vorsorglich alle Bühnen geschlossen. Schade, alle aus der großen Gruppe wollten hier zusammenkommen, um einige Berliner Orienttänzerinnen zu bewundern. Es schüttete wie aus Eimern, es goß in Strömen, und wir stellten uns für den großen Umzug am nächsten Tag bange Fragen. Aber nach zwei Stunden war alles vorbei, und der Himmel klarte wieder auf. Leider hatten sich viele „Ratatouilles“ abschrecken lassen, andere waren gar nicht erst durchgekommen, weil die Besucher des Marktes in solchen Massen in die U-Bahnhöfe geflohen waren, daß für Ankommende kein Durchkommen mehr gewesen war. Die Bühnen öffneten wieder, doch das, was wir sehen wollten, war bereits gestrichen. Da am kommenden Tag der Umzug anstand, der uns viel Kraft kosten würde, blieben die meisten nicht mehr lange, nur die Unentwegten besetzten bis nach Mitternacht ein Bierzelt (woher ich das wohl weiß … )
Kuckuck! ... Manis und ihre Gruppe beim Stadtbummel
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