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Die Reihen auf den Bürgersteigen schwellen an, man ist allseits bester Stimmung, das Publikum geht mit, und … nein, es wird nicht geschunkelt. Schließlich sind wir nicht im Rheinland, und die Bewohner von der Spree und die vom Rhein werden sich auch immer ein wenig fremd bleiben. Sobald sich am Straßenrand herumgesprochen hat, daß wir von ganz weit im Westen kommen, werden wir auch gehörig und wie Exoten bestaunt. Hunderte, nein tausende Digitalkameras richten sich auf die Jungs und Mädels, und es klackt und klickt wie bei einem Gewitter. Wir erfahren später, daß sich einige hunderttausend Menschen auf den Weg gemacht haben, die Parade der Völker zu gucken. Zeitweise ist das Gedränge so dicht, daß man schon ganz von fern an einen Rosenmontagszug erinnert wird. Und zumindest was den Spaß betrifft, so stellt er zumindest in unserer Abteilung mehr als nur ein Zufallsprodukt dar.

Ich stehe, liege oder sitze die meiste Zeit auf und im Heck des vorderen Transporters, dessen Türen weit und arretiert aufstehen. Von hier lassen sich die besten Bilder schießen.

Die Ordner rollen Seile aus und bewegen sich damit am Rand der Gruppe. So mancher Zuschauer läßt sich von seiner Begeisterung mitreißen, und das kann den einen oder anderen Ablauf beeinflussen. Aber es kommt zu keinen größeren Verwicklungen, dafür ist auch die Stimmung viel zu ausgezeichnet.

Es wird warm, richtig heiß. Jeder Teilnehmer unserer Gruppe bekommt eine Flasche Wasser. Damit nicht genug, stehen am Wegesrand – wie bei einem Marathon oder Radrennen – in größeren Abständen Tische mit gefüllten Wasserbechern. Und noch willkommener sind die Mitarbeiter der Berliner Wasserbetriebe, die mit tragbaren Tanks auf dem Rücken immer dann auftauchen, wenn die Flasche fast leer ist, um sie wieder zu füllen. Danke, BWB (die zusätzlich noch zwei Preise gespendet haben).             

        Der Umzug hat sich inzwischen ziemlich in die Länge gezogen – fast alle Gruppen führen etwas vor und bleiben deswegen stehen, ehe sie wieder weiterziehen, und das  verwandelt die Bewältigung des nur wenigen Kilometer zählenden Zugwegs in ein stundenlanges Vergnügen. Immer öfter laufen Ordner des KdK am Zugweg entlang und drängen „Aufschließen! Weiter, weiter!“.

Dabei haben wir noch nicht einmal die Ehrentribüne erreicht, auf der die Mitglieder der Jury und etliche Prominente aus (Berliner) Politik und Kultur Platz eingefunden haben. Der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit, hat es sich ebenfalls nicht nehmen lassen, dort Platz zu nehmen.

Im Schnellschritt schließen Tänzerinnen und Trommler auf, dann noch einmal Choreographie mit Trommelbegleitung vor Publikum aufgeführt, weiter laufen, der entscheidende Moment naht, und das große Wagnis gelingt – im vorgeschrieben Zeitrahmen von 90 Sekunden bekommen Jury und Ehrengäste Orientalischen Tanz nebst passender Tablamusik geboten (na gut, die Uhr über der Tribüne hat ein klitzekleines bißchen gehakt).

Als der Auftritt absolviert ist, kommt das Fernsehen (RBB, das dortige III. Programm, öffentlich-rechtlich). Nochmal muß für die Fernsehkamera getanzt und getrommelt werden, und es entsteht ein erfreulich authentischer und positiver Beitrag für die Live-Übertragung (und die Zusammenfassung in der folgenden Nacht auf 3SAT).   

der große Moment ist da: Tanzen vor der Jury!
der Wassermann
Aber ich bekomme nicht alles vor die Linse, was ich gern möchte. Hundert Menschen in einem Zug sind schon ein ziemlicher Heerwurm, und so verlasse ich immer wieder den Wagen, um mich zwischen die Tänzerinnen und Trommler zu mischen und Einzelportraits zu erhalten.
getanzt wird mal nach links...
...und mal nach rechts
Marcel Bieger...
...in Action!
Das Fernsehen kommt!
Kehraus in der Schlußkurve

Danach geht erst mal gar nichts mehr. Die Orga der KdK steht kurz vor der Verzweiflung, und die Einweiser drängen uns händeringend in die Schlußkurve, wo der Zug ausläuft. Doch Ratatouille und Freunde haben die Herzen der Berliner bereits erobert und dürfen erst fort, nachdem sie nochmals die Tanzshow mit der Trommelbegleitung geboten haben.






Ein Orientalisches Erlebnis liegt hinter uns, bei dem man dabei gewesen sein muß, um es auch nur ansatzweise erfassen und begreifen zu können. Danke ausdrücklich an alle Mitwirkenden, daß ich dabei sein durfte...

Manis und ihre Tänzerinnen, fröhlich tanzend im Anmarsch
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