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Nachher – Ausklang und Heimfahrt

Glücklich aber erledigt machten wir uns nach dem Umzug allesamt auf den Weg in ein türkisches Restaurant, das Bruno für diesen Zweck angemietet hatte. Für einen Grundbetrag bedienten wir uns am kalten Büffet, Getränke waren extra. Eigentlich wollte ich hier die Gespräche führen und Teilnehmer photographieren, die mir zur Ergänzung und Abrundung meines Berichtes noch fehlten. Aber es kam ganz anders, nämlich zur dritten Panne.

Die Wirtsleute hatten uns den Innenhof hergerichtet, und ein paar Planen gespannt, weil es ja regnen könnte (siehe gestern). Und der Regen kam, und zwar mit Schmackes (siehe gestern). Einige wurden bis auf die Haut naß, andere flüchteten ins Haus. Und der Rest rückte zusammen, was nicht immer ganz reibungslos verlief. Bis 21 Uhr waren die meisten verschwunden, die Gebliebenen hatten aber immer noch Spaß. Die Bedienung, die vorher kaum durchkam, versorgte nun rasch und effizient. Und nach Mitternacht waren es immer noch zwei Tische, die ausharrten und von den Wirtsleuten dafür mit Anisschnaps belohnt wurden (woher ich das wohl wieder weiß … )

Am nächsten Tag, dem Pfingstmontag erledigten alle das, was man an einem letzten halben Tag in einer großen Stadt eben so tut (einige hängten auch gleich noch ein paar Tage dran, um die Gelegenheit zu nutzen, sich gründlich in Berlin umzusehen), und mittags trafen wir uns alle (na ja, fast alle, aber deutlich mehr als am Samstagabend) vor der Russenbühne, um die Entscheidung der Jury zu vernehmen. Irgendwie, auch wenn man das gar nicht wollte, war man ja doch gespannt, wie wir abgeschnitten hatten. Die Spannung wurde unerträglich, weil die Jury uns einiges an Geduld abverlangte. Zuerst ging es auf der Bühne zu wie auf der Jahreshauptversammlung eines Kaninchenzüchtervereins. Kulturbeflissenheit war den (bis auf einen Quotenmann ausschließlich Frauen) Emporenmenschen sehr deutlich anzumerken, und man ahnte, dass der Oscar-Verleihung gegen die Preisvergabe des „Karnevals der Kulturen“ nur der Rang eines Kindergeburtstages zukommt. Die ersten drei Plätze und die beiden Sonderpreise der BWB wurden auf der Bühne vergeben, die anderen erfuhren ihre Punktzahl in alphabetischer Reihenfolge. Das verlief einigermaßen chaotisch, und so schossen bei uns die Spekulationen ins Kraut, irgendwo zwischen Platz 10 und 20 seien wir gelandet. Immerhin. (Später erfuhren wir, daß es Platz 18 geworden ist, also wirklich „immerhin“!)

Aber jetzt war die Luft raus, und wir vom Kleinbustransporter-Lieferwagen entschlossen uns zur Heimfahrt ins schöne Rheinland. Unterwegs wurde natürlich noch kräftig nachgekartet, sinniert, laut nachgedacht und den Emotionen freien Lauf gelassen. Eigentlich hätten wir ja viel mehr Punkte verdient gehabt. Eigentlich war das Bewertungssystem kaum durchschaubar. Eigentlich waren diese oder jene doch nicht so gut wie wir. Und eigentlich wollen wir beim nächsten Mal alle wieder mit dabei sein.

Etwas nach 22 Uhr langen wir in Düsseldorf an, und um halb zwölf bin ich nach Hause (Danke, Constanze, fürs Fahren!)

Bis zum nächsten Mal! Nana Kempkes und Marcel Bieger
im türkischen Restaurant
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- Dieser Bericht erscheint zeitgleich in www.orientalika.de
- Alle Photos (c) Marcel Bieger
und ein YouTube-Video gibt es auch...