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Der Contest
"Bellydancer of the World"

Duisburg, 20. November 2010
in der Rheinhausenhalle


von Marcel Bieger
Leyla Jouvanas & Rolands 18. Orientalisches Tanzfestival Europas
Am 20. November 2010 war es endlich wieder so weit,
Leyla Jouvana und Roland riefen zum Wettbewerb „Bellydancer of the World“, dem wohl wichtigsten Contest-Preis Europas. Da in seiner Jury Menschen aus (fast) allen Erdteilen sitzen und Tänzerinnen aus sehr vielen, auch außereuropäischen Ländern zum Wettstreit antreten, ist der Titel einer „Welt-Bauchtänzerin“ auch voll und ganz gerechtfertigt.

        In diesem Jahr gibt es 104 Starts mit über 300 Teilnehmern, die traditionell stärkste Kategorie ist die der OT-Solistinnen. Leyla Jouvana achtet sehr darauf (nicht nur in diesem, sondern auch in vielen anderen Punkten), daß jede Gewinnerin sich auf diesen Preis etwas einbilden und ihn stolz herzeigen kann.

Guter Brauch ist es auch, viele Sieger der einzelnen Kategorien bei den Galen eine Woche später auftreten zu lassen. Verdient hätten es auch die Vizemeister, das läßt sich bei jeder Kategorie sofort unterschreiben, und bei etlichen auch noch der 3. Platz. Hier in der Rheinhausenhalle muß die Bewerberin schon eine gewisse Grundbegabung mitbringen.
Im Gedächtnis bleiben uns Leylas Ensemble mit einem allerliebsten und auch frechen Tanz mit Straußenfedern zu alten Filmmusiken (vor allem lateinamerikanisch), das ungarische Duo Mahasti mit einer atemberaubenden Mischung aus Ballett und orientalischem Tanz (die beiden mußten leider wieder abreisen und konnten nicht am nächsten Wochenende erneut begeistern), die Tribal-Gruppe Les Petites Bijoux aus Slowenien mit flotter und lebenslustiger Tanzfreude, die von Khalida und Artemisia betreute Gruppe Raks Pro, der man deutlich anmerkte, wie sehr sie den Tanz lieben, die Russin Nadja Nikishenko mit mehreren Beiträgen und mit einer radikal anderen Herangehensweise, die Slowenin Nika Mlakar, die trotz ihrer Jugend aus der Masse der Tänzerinnen heraussticht,
gleich ob sie tribalt oder einen Raks Sharki vorträgt. Natürlich die Belgierin Amirah, die in diesem Jahr verdient den 1. Platz beim Tribal Fusion solo belegt hat, die koreanischen Mädels von der Choi Compagny, die Sujee Choi mitgebracht hat, die auffallend vielen Tschechinnen und Belgierinnen und, und, und …
Zum ersten Mal in der Jury,
Viviane Gerhard aus der Schweiz, die vor wenigen Jahren noch selbst beim Contest angetreten ist und souverän gewonnen hat. Wie üblich tanzen die Juroren vor Beginn des eigentlichen Wettbewerbs selbst, um das Publikum auf die Veranstaltung einzustimmen und unter Beweis zu stellen, daß sie eine Menge von dem verstehen, was sie in Kürze bewerten wollen. Viviane tanzt einen Tribal Fusion mit viel Hip Hop und einigen anderen modernen Elementen, eine kraftvolle Darbietung und genau der richtige Einstieg in diesen Tag der Entscheidungen.
Gastgeberin Leyla gibt sich und uns natürlich die Ehre, und sie läßt sich in jedem Jahr etwas Neues einfallen: Diesmal ein Doppelstocktanz, den sie forsch und munter darbietet. Ihre Interpretation kommt dem männlichen Original dieses Tanzes nahe, bleibt aber trotz aller Akrobatik immer betont weiblich.

Und Leyla Jouvana ist sich auch nicht zu schade dafür, die Abschlussvorführung dem chinesischen Superstar
Guo Wei zu überlassen. Er schenkt uns einen ägyptischen Raks Sharki, ebenso verspielt wie elegant, aber gibt es etwas, was dieser Mann nicht kann?

Seine Shimmies sind Legende, und es fehlen auch die mit Spannung erwarteten Zutaten aus dem reichen Schatz chinesischer Tänze nicht, für die ihn alle lieben.

Dieses halbe Dutzend Vorträge hat uns nicht nur bestens unterhalten, sondern auch unsere Erwartungshaltung angestachelt. Wir werden nicht enttäuscht werden.

Schon einmal dabei war Aziza aus Kanada, die mit einem türkischen Raks Sharki beginnt und den in einem ungezügelten Trommelsolo ausklingen lässt.
Ebenfalls keine Unbekannte in dieser Runde: Schachlo aus Usbekistan, die mittlerweile in Deutschland lebt. Ihr Thema sind die Volkstänze ihrer Heimat, aus dessen anscheinend unerschöpf- lichem Vorrat sie immer wieder Neues hervorzaubert.
Ebenfalls neu dabei Sujee Choi aus der Republik Korea (Südkorea), die uns zwei gefühlsbetonte, leidenschaftliche Raks Sharki schenkt, der erste langsamer, der zweite dafür umso rhythmischer.
Nadja Nikishenko
Les Petites Bijoux
Duo Mahasti
Choi Compagny
Raks Pro
Viviane Gerhard
Sujee Choi
Aziza
Schachlo
Leyla Jouvana
Guo Wei
Photos, Grafik und Layout: Konstanze Winkler
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