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Leyla Jouvanas & Rolands 18. Orientalisches Tanzfestival Europas
Photos, Grafik und Layout: Konstanze Winkler
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Ensemble Leyla Jouvana
Am Abend geht alles etwas festlicher zu, und für diesen Eindruck sorgt auch das Moderatorenpaar Seetha & Louis in gewohnt ungewöhnlicher und phantasievoller Weise. Mit eigenen gespielten Geschichten, die oft aber etwas mit den jeweils folgenden Darbietungen zu tun haben, schaffen sie eine ganz eigene Qualität, für die allein schon das Kommen lohnt.
Leyla Jouvana erscheint mit den ihren und Vois in den Händen zu einem attraktiven und abwechslungsreichen Formationstanz. Die Damen wechseln später zu Doppel-Vois über, was einen ebenfalls allerliebsten Eindruck hinterläßt und wie Bänder aussieht, wenn die Bällchen mit dem Schleier schnell um einen herumsausen. (Foto siehe oben)
Den Galenreigen eröffnet Salwa, eine farbige Tänzerin aus dem Kongo, die seit Jahren in Belgien lebt. Ihr etwas melancholischer Raks Sharki geht in ein Trommelsolo über, und das wird zu afrikanischem Getrommel, einem unglaublichen Startschuß für diese Show!
Nadia Nikishenko scheint unermüdlich zu sein und über ein unerschöpfliches Repertoire zu verfügen. Gleich einer Dämonin beschwört sie ein Trommelsolo (es ist das berühmte, von Djinn geschriebene und Elisheva erstmals getanzte), doch in ihrer ganz eigenen und wohlig gruseligen Interpretation.



Ein weiterer Höhepunkt naht, auf den alle schon gewartet haben: Guo Wei mit einem Raks Sharki im chinesischen Stil, sehr beweglich, sehr souverän und sehr männlich vorgetragen. Beim anschließenden Trommelsolo spielt er mit dem Publikum und bringt die unfaßbarsten Shimmies zustande. Seine Körperbeweglichkeit ist sprichwörtlich, und als er niederkniet, geht sein Tanz in eine Samba über, wenngleich auf OT-Grundlage – ein so kraftvolles und abwechslungsreiches Trommelsolo hat man selten gesehen.

Zurück zur Weiblichkeit, Aziza tanzt einen weichen Raks Sharki mit langer Schleier-Einleitung, und ihr ganzer Körper strömt Melancholie aus. – Tänzerisches Urgestein ist Amaya, die schon ein Star war, als Tribal noch unter Folklore lief. Zeitlebens war der Zigeunertanz ihr Thema, und den mischt sie mit Flamenco. Eine ziemlich rockige Angelegenheit, und es muß wohl doch etwas an diesem Tanz sein, wenn Amaya ihn immer noch so anscheinend mühelos hinzaubert.
Alle freuen sich jedes Jahr darauf, wenn Leyla und Roland gemeinsam auf die Bühne kommen, sie ein Solo tanzt und er sie live auf seinen diversen Handtrommeln dazu begleitet, und eine „Fußtrommel“ ist ja auch dabei. Uns erwartet ein langes Trommelsolo de luxe, in dem Leyla alles gibt, was an Lebensfreude und Leidenschaft in ihr steckt. Beide gehen auf das wunderbarste aufeinander ein und steigern sich zum Furioso.
Sadie lässt uns danach mit einem flotte und rhythmischen Raks Sharki plus Trommelsolo wieder etwas zur Ruhe kommen und verzaubert uns. – Suhaila Salimpour tanzt mit Zimbeln durch den Saal und tanzt dann etwas, das man eher als Shimmy-Solo denn als Trommel-Solo bezeichnen möchte und entläßt uns in die Pause.
Salwa
Seetha und Louis
Nadja Nikishenko
Guo Wei
Aziza
Amaya
Leyla und Roland Jouvana
Sadie

Die Abend-Galen
Duisburg, 27. und 28. November 2010
in der Rheinhausenhalle


von Marcel Bieger