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Ein Bericht von Marcel Bieger
Fotos: André Elbing www.andre-elbing.de
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Die Kanadierin Aziza, die schon vor einer Woche in der Jury saß, gefällt uns nun mit einem sehr gefühlvollen Raks Sharki, tanzt ihn als zartes Liebeslied. Orientalischer Tanz hat ja immer schon seine Stärke darin gehabt, Leidenschaften und große Gefühle sichtbar und erlebbar zu machen, wie jede seiner wirklich großen Vertreterinnen weiß. Aziza kennt sich damit aus, und so bedeutet auch ihr Trommelsolo-Tanz keinen Bruch mit dem Vorangegangenen. Sie präsentiert es ebenso gefühlvoll und langsam.
Jill Parker, vor einiger Zeit ausgeschiedenes Gründungs-Mitglied von „Fat Chance Belly Dance“ und für einige die eigentliche Erfinderin des American Tribal Style, scheint sich in einer neuen Experimentier-Phase zu befinden, ihre Darbietung will offenbar den Tribal auf den OT zurückführen, neben Balkanartigem geht es immer wieder zurück zu den Ursprüngen. Begleitet wird sie von ihrer Partnerin Tessa, und im zweiten Stück zeigen uns die beiden, wie man ein Trommelsolo auf Tribal tanzt. Man darf gespannt sein, wohin diese Reise geht.
Aziza (Kanada)

Noch einmal bekommen wir unsere Gastgeberin zu sehen, und diesmal mit großem Aufgebot: Leyla Jouvana mit Xaneta & Suleyha aus ihrem Ensemble, dazu Roland live an den Handtrommeln. Die Damen geben einen Säbeltanz, wie man ihn nicht häufig zu sehen bekommt. Anfangs halten sie je zwei Klingen in Händen und drehen sich zu schönen Dialogfiguren, dann balancieren sie die Säbel auf dem Kopf und zeigen als Trio artistische Glanzstücke, sei es im Stehen oder im Liegen. Im zweiten Stück haben sie beide Säbel immer noch auf dem Kopf und geben dazu ein Trommelsolo, eine ebenso sportliche wie elegante Darbietung. Und mehr noch, am ganzen Abend hat noch keine Gruppe soviel Lebensfreude von der Bühne versprüht wie dieses Trio. Eine wahrhaft aufregende Choreographie.

Später legt Leyla die Schwerter ab, und tanzt eine wildere Version des Trommelsolos, in das sie neben anderem auch Moonwalk und Breakdance-Elemente einfließen lässt. Zu dritt lassen die Damen dann ein Shimmy-Gewitter über uns los. Was für ein überwältigendes Spektakel! Ein echter Gewinn für solche Darbietungen übrigens Roland, der seine Instrumente überaus exakt beherrscht, dabei aber nicht, wie andere Tabla-Spieler, der Neigung kaum widerstehen kann, sich durch ein eigenes Solo Beachtung zu verschaffen. Nein, Roland ist Begleitmusiker, und daß er sich darauf zu konzentrieren weiß, zeigt auch an, welche künstlerische Größe in ihm steckt.
"moonwalking" Leyla...
...und hier "zieht" es sie zu Ihrem Gatten, Roland Jouvana
Leyla Jouvana mit Xaneta & Suleyha aus ihrem Ensemble

Und schon geht es mit dem nächsten Stargast weiter: Guo Wei aus der Volksrepublik China. Er erscheint mit zwei jungen Damen aus seinem Ensemble und begeistert uns mit einem sehr popigen Trommelsolo. Die Frauen und er bewegen sich dann mit langen Bändern über die Bühne, und als er allein mit einem überlangen Band zeigt, was sich damit alles anstellen lässt, fangen die Mädels an, mit Tüchern zu jonglieren. Das Ganze ist von einer solchen artistischen Ausstrahlungskraft, daß wir uns in den Chinesischen Nationalzirkus versetzt fühlen. In einem Interview, das wir später mit Guo Wei führen, erklärt er uns, daß solche Tänze vor 2000 bzw. anderthalb tausend Jahren am Hof der chineischen Kaiser aus der Han- und Tang-Dynastie vorgeführt wurden, um selbige zu ergötzen.

       

Moderator Louis entlässt uns in die Pause, und die haben wir auch dringend nötig, um wieder zu Atem zu kommen.

Jill Parker und Tessa (USA)
Jill Parker und Tessa...
...im tänzerischen Dialog
Guo Wei mit zwei Damen aus seinem Ensemble (Volksrepublik China)
Guo Wei und sein Ensemble....
...beim asiatisch geprägten Trommelsolo.
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Leyla Jouvanas und Rolands 17. Orientalisches Tanzfestival Europas

Die große Show-Gala 2009
Duisburg, 28. und 29.11.2009, in der Rheinhausenhalle